Börse Frankfurt Bankeinlage belastet Dax-Anleger

Die Angst, das zyprische Modell könnte zum Vorbild für die Rettung anderer EU-Staaten werden, hat die Anleger auch am Dienstag gehemmt. Unter Druck standen besonders Finanztitel. Deutlich nach oben ging es für Kuka.
Update: 26.03.2013 - 18:21 Uhr 10 Kommentare
Die Diskussionen um Zypern beherrschten auch am Dienstag die Börse. Quelle: dpa

Die Diskussionen um Zypern beherrschten auch am Dienstag die Börse.

(Foto: dpa)

FrankfurtNach drei schwächeren Handelstagen hat der Dax am Dienstag erstmals wieder im Plus geschlossen. Trotz der Verunsicherung über den Umgang der Europäischen Union mit hohen Bankeinlagen im Krisenfall ging der Dax mit einem Plus von 0,1 Prozent und 7879 Punkten aus dem Handel. In der zweiten Reihe legte der MDax 0,45 Prozent auf 13.399 Zähler zu, der TecDax kletterte um 0,8 Prozent auf 927 Stellen. Der EuroStoxx50 verlor 0,2 Prozent auf 2644 Punkte.

Für Nervosität sorgten die Aussagen der EU-Kommission, wonach Bankeinlagen von mehr als 100.000 Euro nach einem schon länger vorliegenden Gesetzentwurf nicht vor einem Totalverlust bei der Pleite einer Bank geschützt sind. „Die Diskussion darüber läuft aber noch, es gibt dazu noch keine Einigung“, sagte eine Sprecherin von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Die Sorge um die Sicherheit der Einlage belaste schon seit Montag die Stimmung, sagte ein Börsianer.

Die besten US-Aktien für langfristige Anleger

S&P 500

WKN
ISIN
Börse
ISP

-35,73 -1,34%
+2.597,31
Chart von S&P 500
S&P 500
1 von 21

Die amerikanischen Börsen befinden sich mitten in einer Rally. Der S&P 500 (siehe Kurschart), der die 500 größten börsennotierten Firmen der USA umfasst, steht auf einem Allzeithoch – und es sieht danach aus, als würde es noch weiter nach oben gehen. Doch welche Einzeltitel werden sich auf Dauer positiv entwickeln? Die Investmentbank Morgan Stanley hat 20 Unternehmen ermittelt, die ihre Marktposition bis 2016 verbessern dürften und damit unbedingt und langfristig ins Portfolio gehören. Dazu zählen Großkonzerne wie Amazon, JP Morgan und Starbucks, jedoch auch hierzulande eher weniger bekannte Firmen wie Gilead Sciences, Costco Wholesale und Honeywell International. Auf den nächsten Seiten finden Sie einige Informationen zu den jeweiligen Unternehmen inklusive der Entwicklung des Aktienkurses in den vergangenen zwölf Monaten.

Quelle: Morgan Stanley Research, eigene Recherche

AMAZON.COM INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US0231351067
Börse
FSE

+4,90 +0,41%
+1.194,01€
Chart von AMAZON.COM INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Amazon
2 von 21

Ein Buch, eine CD – wer hat nicht schon mal etwas bei Amazon bestellt? Experten rechnen damit, dass das US-Unternehmen im vergangenen Jahr einen Marktanteil von einem Prozent am gesamten deutschen Einzelhandel erreicht hat, und das ausschließlich mit Online-Verkäufen. Die Umsätze steigen – weltweit. Und der Konzern versucht seine Marktmacht auszubauen, investierte in den vergangenen zwölf Jahren mehr als 20 Milliarden Dollar in neue Versandzentren. Das wird sich auf lange Sicht auszahlen. Noch aber sind die Margen – bis 2016 dürften diese, so die Prognose von Morgan Stanley, bei nicht einmal vier Prozent liegen – recht dürftig. An der Börse ist die Aktie sehr beliebt, kostet aktuell rund 200 Euro. Jedoch spricht das sehr, sehr hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis gegen einen Einstieg.

Prognostizierte Kenndaten

Durchschnittliche Umsatzentwicklung pro Jahr: +22 Prozent
Ebit-Marge für 2016: 3,6 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2013: 115,2
Dividendenrendite für 2013: keine Angaben

AMERICAN TOWER CORP. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US03027X1000
Börse
L&S

-1,62 -1,44%
+111,29€
Chart von AMERICAN TOWER CORP. REGISTERED SHARES DL -,01
American Tower
3 von 21

Das Geschäftsmodell von American Tower ist schnell erklärt: Das US-Unternehmen mit Sitz in Boston baut Sendemasten und verpachtet diese an die großen Mobilfunkgesellschaften – zu festgelegten Preisen, die Jahr für Jahr steigen. 22.000 solcher Masten besitzt American Tower weltweit, einige davon auch in Deutschland, die der Konzern von E-Plus übernahm. Der neue Mobilfunkstandard LTE bringt neue Einnahmen, die US-Regierung will für den Netzausbau einen hohen Milliardenbetrag investieren. Es könnte nicht besser laufen. Die Ebit-Marge liegt schon jetzt bei fast 50 Prozent, ein überragender Wert, und soll nach Berechnung der Analysten weiter steigen.

Prognostizierte Kenndaten

Durchschnittliche Umsatzentwicklung pro Jahr: +10 Prozent
Ebit-Marge für 2016: 49,3 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2013: 34,0
Dividendenrendite für 2013: 1,4 Prozent

BLACKROCK INC. REG. SHARES CLASS A DL -,01

WKN
ISIN
US09247X1019
Börse
L&S

-6,97 -1,63%
+420,45€
Chart von BLACKROCK INC. REG. SHARES CLASS A DL -,01
BlackRock
4 von 21

Mit fast vier Billionen Dollar handelt Blackrock an den Märkten, ist damit der größte Vermögensverwalter weltweit. Das New Yorker Unternehmen, das an vielen deutschen Großkonzernen, etwa Daimler und Eon, beteiligt ist, profitiert in besonderem Maße von der aktuellen Börsenrally. Einerseits steigt das verwaltete Vermögen parallel zu den Kursgewinnen, andererseits setzen Investoren vermehrt auf börsengehandelte Indexfonds (ETFs), die geringere Kosten verursachen als aktiv gemanagte Fonds. Allein im vierten Quartal stieg der Gewinn auf 690 Millionen Dollar, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Experten von Morgan Stanley sehen weiteres Wachstumspotenzial. Die Börsianer folgen offenbar dieser Einschätzung. Die Aktie steigt von einem Hoch zum nächsten, kostet inzwischen um die 200 Euro. Dazu gibt es noch eine Dividende.

Prognostizierte Kenndaten

Durchschnittliche Umsatzentwicklung pro Jahr: +8 Prozent
Ebit-Marge für 2016: 41,9 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2013: 16,0
Dividendenrendite für 2013: 2,7 Prozent

CALPINE CORP. REG. SHARES (NEW) DL -,001

WKN
ISIN
US1313473043
Börse
L&S

-0,39 -3,03%
+12,26€
Chart von CALPINE CORP. REG. SHARES (NEW) DL -,001
Calpine
5 von 21

Calpine, ein Betreiber von Gaskraftwerken, musste 2005 Insolvenz anmelden. Anekdote am Rande: Die Investmentbank Lehman Brothers setzte früh auf einen Kurssturz. Tatsächlich brach die Aktie ein und wurde, nachdem sie weniger als 30 Cent kostete, von der NYSE nicht mehr gelistet . Lehman verdiente mehrere Millionen Dollar. Mittlerweile ist das Unternehmen wieder geschäftsfähig, der Kurs hat sich erholt. Für Morgan Stanley gehört Calpine sogar zu den aussichtsreichsten Titeln der kommenden Jahre. Für Anleger besonders interessant: Die Analysten gehen davon aus, dass der Konzern bis 2015 über 40 Prozent seiner Marktkapitalisierung an die Anteilseigner zurückgeben wird.

Prognostizierte Kenndaten

Durchschnittliche Umsatzentwicklung pro Jahr: +1 Prozent
Ebit-Marge für 2016: 25,6 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2013: 14,8
Dividendenrendite für 2013: 0,0 Prozent

CANADIAN PACIFIC RAILWAY LTD. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
CA13645T1003
Börse
L&S

-5,51 -3,78%
+147,43€
Chart von CANADIAN PACIFIC RAILWAY LTD. REGISTERED SHARES O.N.
Canadian Pacific Railway
6 von 21

Canadian Pacific Railway? Eine Eisenbahngesellschaft? Auf den ersten Blick ist das nicht besonders attraktiv. Doch die Experten von Morgan Stanley sind überzeugt, dass das Unternehmen großes Potenzial hat – und sprechen von der letzten großen Wende in der Branche. Die Hoffnungen liegen vor allem auf dem neuen CEO Hunter Harrison, der Canadian Pacific, kurz CP, auf Effizienz trimmen soll. In diesem Zusammenhang halten die Analysten eine Ebit-Marge von bis zu 36 Prozent in den kommenden drei Jahren für realistisch. Ob das klappt? An der Börse jedenfalls geht es steil nach oben, und das schon seit Monaten.

Prognostizierte Kenndaten

Durchschnittliche Umsatzentwicklung pro Jahr: +8 Prozent
Ebit-Marge für 2016: 36,3 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2013: 20,5
Dividendenrendite für 2013: 1,2 Prozent

CHEVRON CORP. REGISTERED SHARES DL-,75

WKN
ISIN
US1667641005
Börse
L&S

-1,55 -1,52%
+100,52€
Chart von CHEVRON CORP. REGISTERED SHARES DL-,75
Chevron
7 von 21

Ein Geheimtipp ist Chevron nicht. Der Ölkonzern ist eines der größten Unternehmen der Welt, das Jahr für Jahr mehr als 200 Milliarden Dollar umsetzt. Aber warum Chevron und nicht Exxon? Die Analysten von Morgan Stanley gehen davon aus, dass der Konzern von allen Multis die größten Produktionskapazitäten hat. In den nächsten Jahren werden gleich mehrere neue Quellen erschlossen sein, in zwei davon sollen jeweils 200.000 Barrel gefördert werden – pro Tag. Vieles wird natürlich von der Entwicklung des Ölpreises abhängen, der zuletzt ohne klare Richtung blieb. Im Gegensatz zur Aktie von Chevron: Diese hat sich allein in diesem Jahr um gut zehn Euro verteuert. Die Dividende von circa drei Euro pro Anteil ist ebenfalls nicht zu verachten.

Prognostizierte Kenndaten

Durchschnittliche Umsatzentwicklung pro Jahr: +1 Prozent
Ebit-Marge für 2016: 16,7 Prozent
Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2013: 9,7
Dividendenrendite für 2013: 3,2 Prozent

Auslöser dafür waren Äußerungen von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem, der in einem Interview mit Reuters erklärt hatte, dass auch bei künftigen Rettungsfällen Einlagen von mehr als 100.000 Euro zum Teil verloren gehen könnten. Das Rettungspaket für Zypern sieht eben diese Maßnahme bei der Pleitebank Laiki vor. Dijsselbloem ruderte später aber zurück: Dies sei so nicht gemeint gewesen, Zypern sei als Einzelfall zu sehen.

Ihre Spuren hatten die Aussagen von Dijsselbloem beim Euro hinterlassen: Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,2845 Dollar und blieb damit in Reichweite ihres Vier-Monats-Tiefs. Am Montag war der Euro auf 1,2829 Dollar gefallen. „Unsicherheit ist für eine Währung selten gut, und in der Währungsunion kann offensichtlich jederzeit alles passieren“, schrieb Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz in einem Kommentar.

Unter Druck standen einmal mehr die Bankenwerte in der Währungsunion: Der Branchenindex drehte im Handelsverlauf um 1,2 Prozent ins Minus. Deutsche Bank und Commerzbank notierten bei Börsenschluss jeweils 0,3 Prozent schwächer. Schwächster Dax-Wert am Dienstag war die Deutsche Telekom mit einem Abschlag von 1,85 Prozent.

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10 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Bankeinlage belastet Dax-Anleger"

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  • Er ist weg. So ist das eben wenn man Leistungsbilanzsaldo mit Kameralistik vermischt, wobei in der Kameralistik kein Besitz gemessen wird, z.B. haben die USA 30 Flugzeugträger, Straßen,Brücken,etcpp.

  • Wo grad die US-Börsen wieder so fulminant hochlaufen:
    Morgen, am 27.3.13 sollten doch eigentlich die USA Pleite sein. Das berichteten hier etliche Medien.
    Was ist denn eigentlich aus diesem Haushaltsstreit geworden? Man hört auf einmal gar nichts mehr.

  • Gute Frage! Warum zickt eigentlich der Verbund so rum?

  • Bitte um Eure Meinung bzgl. Aktien wie Nestle, Coca Cola, Unilever, Sanofi usw. Welche würdet ihr bevorzugen und warum?

  • n-tv:

    "Spanien-Krise schlimmer als gedacht

    Zentralbank malt Horrorszenario

    Jeder vierte hat keinen Job, Banken droht der Kollaps, die Wirtschaft schrumpft - für Spaniens Zentralbank ist selbst dieses Horrorszenario noch zu optimistisch. Die Währungshüter glauben, dass die Wirtschaft dreimal stärker einbrechen wird, als die Regierung vorhersagt. Auch im benachbarten Portugal wird eine Verschärfung der Rezession erwartet."


    NA DANN, PROST !!!

  • Immer diese Tagesgeschäftfetischisten: LOL
    Wie wär´s mal mit der Aufarbeitung von Ungleichgewichten, z.B. einem Gespräch über Österreich

  • ..aus Italien kommen schon erste (beunruhigende) Zeichen ...und in Zypern sind Unsummen an Kohle abgeflossen, schnell noch vor dem Zahltag, lol.

  • Wird an unsere Börsen eigentlich an Karfreitag offiziell gehandelt?

    Wäre doch blöd, wenn's ausgerechnet diesen Freitag zum BLACK FRIDAY RELOADED weltweit kommen sollte, oder?

  • Und ewig sackt der Goldpreis

  • ...das ist ja schön, denn wird der Rückgang heute noch um so intensiver ausfallen....

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