Börse Frankfurt
Bernanke gibt den Börsen Feuer

Der Geldhahn bleibt offen. Das entschied Ben Bernanke am Mittwoch. Die Anleger feierten dies und ließen den Dax neue Rekordhöhen erobern. Einige Händler äußern allerdings schon erste Zweifel an der Strategie der Fed.
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FrankfurtBen Bernanke hat gesprochen und die Börsen steigen. Im Kongress deutete der Notenbankchef an, dass er die konjunkturstimulierenden Maßnahmen fortsetzen werde. Die Anleger, die bis dahin kaum in Erscheinung traten, verließen ihre Deckung und kauften kräftig Aktien nach. Der Dax schoss in der Spitze rund 0,9 Prozent ins Plus auf 8.558 Punkte – ein neues Allzeithoch.

Gegen Handelsende beruhigte sich die Lage ein wenig. Am Ende schloss der Deutsche Aktienindex rund 0,7 Prozent fester auf 8.531 Zähler. Die zweite Reihe beendete den Handelstag ebenfalls freundlich. Der MDax legte 0,4 Prozent zu auf 14.259 Punkte, der TecDax kam auf ein Plus von 0,7 Prozent auf 976 Punkte.

Der Fed-Chef begründete seine Entscheidung mit der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit und dem nicht minder hohen Defizit des US-Haushalts. "Eine straffere Geldpolitik beherbergt ein substanzielles Risiko einer Verlangsamung oder sogar einer Beendigung der wirtschaftlichen Erholung", hieß es im Redemanuskript Bernankes. Laut dem Fed-Chef würde die jetzige Geldpolitik signifikante Verbesserungen der Wirtschaft herbeiführen.

Die US-Börsen, die zur Eröffnung nur leicht im Plus lagen, schossen ebenfalls kurz nach Veröffentlichung der Rede deutlich ins Positive. Nach Frankfurter Börsenschluss lag der Dow Jones 0,8 Prozent im Plus auf 15.503 Punkte, womit er ebenfalls einem bisher noch nie erreichten Stand notierte.

Der Devisenmarkt reagierte auf die Rede Bernankes mit eruptiven Kursbewegungen. Kurz nach Veröffentlichung des Redemanuskripts ließen die Investoren den Euro deutlich ins Plus schießen, um ihn anschließen umso deutlicher wieder fallen zu lassen. Am Abend verlor die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar 0,2 Prozent auf 1,2883 Dollar.

Mit dem Festhalten an der lockeren Geldpolitik wird die Notenbank auch in Zukunft jeden Monat Staatspapiere für rund 85 Milliarden Dollar aufkaufen. Bernanke sagte zudem, dass er an der jetzigen Strategie solange festhalten werde, bis sich die Lage wesentlich verbessert habe. Viele Anleger schöpfen aus diesen Aussagen eine erhebliche Planungssicherheit, was sie dazu verleitet, weiter Aktie zu kaufen.

Schon im Vorfeld zeigten sich die meisten Händler zuversichtlich. Bis auf wenige Zweifler gingen die meisten von einer Fortsetzung des aktuellen Kurses aus. Allerdings werden die Maßnahmen nicht durchgehend positiv gesehen. Dass die Entscheidung das Anleihekaufprogramm fortzusetzen, die Aktienmärkte am Nachmittag so stark beeinflusste, zeigte deutlich wie stark die Börsen derzeit von den Entscheidungen der Notenbanken respektive der US-Zentralbank (Fed) abhängig sind.

"Spätestens mit der Rede von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke vor dem US-Kongress wissen Anleger, dass die Märkte fast reine Notenbankmärkte geworden sind", kommentiert Daniel Saurenz von Feingold Research mit einem negativen Unterton. "Dax, Dow Jones und EuroStoxx sind auf eine expansive Geldpolitik angewiesen, wenn die Rally weitergehen soll."

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Analysten treiben Metro ins Plus

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  • Oh wie recht du hattest : D !

    Werde an dich erinnern, bei Dax unter 8000, versprochen!

  • Dow rund 250 Punkte unter Tageshoch - Ziel für den heutigen Kauf wäre 8350 im Dax.

  • Interessant dabei:

    Rund 10 Minuten vor Veröffentlichung der FOMC Minutes dreht der S&P 500 in den roten Bereich ab und notiert aktuell -0,16% bei 1.666,47 Punkten.
    S&P 500 INDEX 20:12:53 1.660,31 Punkte -0,53%
    19:50 - Echtzeitnachricht

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