Börse Frankfurt
Bernanke lässt die Anleger hoffen

Ben Bernanke lässt den Dax wieder steigen. Der Fed-Chef will zwar schrittweise die laxe Geldpolitik anziehen, eilig hat er es aber nicht. Erst müssen die Arbeitslosenzahlen stimmen – und das tun sie bisher nicht.
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FrankfurtBen Bernanke hat es wieder einmal gerichtet. Der Fed-Chef versicherte am Nachmittag weiterhin am expansiven Kurs der Notenbank festhalten zu wollen und schob dadurch weltweit die Börsen ins Plus. Der Dax konnte so bei einem Kurs von 8253 rund 0,6 Prozent im Plus schließen. Allerdings ist der positive Abschluss des heutigen Handelstages mit Vorsicht zu genießen. Zum einen erreichten die Umsätze ein nur sehr niedriges Niveau und zum anderen wird die "Bernanke-Show" morgen fortgesetzt. Am Donnerstag tritt der Notenbank vor dem Finanzausschuss des Senats, um auch dort seinen geldpolitischen Kurs zu erklären.

Bei der heutigen Konferenz ließ Bernanke wissen, dass die Fed weiter die Arbeitslosigkeit für hoch und die Inflation für gering hält. Ihre milliardenschwere Anleihekäufe werde die Fed so lange fortsetzen, bis sich der Arbeitsmarkt "substanziell" verbessert habe. Jede Entscheidung über das Tempo der Wertpapierkäufe hänge von dem konjunkturellen Ausblick ab. "Es gibt auf keinen Fall einen vorab feststehenden Kurs."

"Bei den Anlegern scheint sich aber der Eindruck zu verfestigen, dass es noch eine Weile dauert, bis das Anleihenankaufprogramm zurückgefahren wird", erklärte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg die darauffolgende Reaktion der Investoren.

Kürzlich hatte Bernanke zunächst erklärt, er wolle die Anleihekäufe ab Herbst zurückfahren und dann Mitte kommenden Jahres einstellen. Später hatte er aber gesagt, die US-Wirtschaft brauche noch lange eine extrem laxe Geldpolitik.

Die US-Börsen kamen bis zum Abend kaum über ihren Vortagskurs hinaus. Der Dow Jones verzeichnete eine minimales Plus von 0,03 Prozent auf 15.455 Punkte, der Nasdaq-100 legte lediglich 0,1 Prozent zu auf 3.079 Zähler. Nur der S&P-500 konnte sich mit einem Plus von 0,2 Prozent auf etwas deutlicher ins Positive absetzen.

Der Euro konnte nach Veröffentlichung der Aussagen Bernankes kurzzeitig die Marke von 1,31 Dollar durchbrechen. Später rutschte die Währung allerdings 0,5 Prozent ins Minus auf 1,3093 Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung profitiert für gewöhnlich dann, wenn Aussagen der Fed nicht auf einen baldigen Ausstieg aus der laxen Geldpolitik hindeuten.

Das britische Pfund konnte gegenüber dem Dollar Boden gutmachen. Das Veto der Notenbanker der Bank of England gegen zusätzliche Anleihekaufe schoben die englische Währung um 0,7 Prozent an auf 1,5250 Dollar.

Am Abend (20 Uhr MESZ) rückt der Konjunkturbericht der Fed, das sogenannte Beige Book, in den Fokus der Börsen. In Anbetracht der Koppelung von realwirtschaftlichen Kennzahlen an die künftige Fed-Geldpolitik besitzt der Bericht nicht zu unterschätzende Einflussmöglichkeiten auf das Aktienmarktgeschehen.

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  • 10.000 Baby Boomer verabschieden sich in den kommenden zwei Jahrzehnten täglich aus Amerikas Arbeitsmarkt. Und dann kommt der Schock: Minimale Ersparnisse lassen vielen Pensionären kaum Spielraum zum geliebten Konsum - und Amerika fürchtet schon jetzt einen harten Wachstumsknick

    Hamburg - Brad Pitt gehört zu ihnen, George Clooney auch. Ebenso Madonna und Bruce Springsteen. Sie alle sind Baby Boomer. Geboren in den Jahren von 1946 bis 1964. Jetzt sind sie 47 bis 66 Jahre alt. Und sie setzen eine der größten Migrationswellen aller Zeiten in Gang. Seit dem vergangenen Jahr verabschieden sich allein in den USA täglich 10.000 Mitglieder der Baby-Boom-Generation in den Ruhestand. Für die US-Konjunktur, die dank der Nachwehen der Finanzkrise von Miniwachstum geplagt wird, bedeutet der massenhafte Abschied dieser Generation aus dem Arbeitsleben fundamentale Veränderungen: Weniger Konsum, explodierende Gesundheitskosten und schlechte Aussichten für die Börse.
    In einem Research-Papier unter dem Titel "Gegenwind für die Aktienmärkte" untersuchte die Fed-Zweigstelle in San Francisco Ende 2011 besorgt den Zusammenhang zwischen der Alterspyramide und den Kursen an der Wall Street. Der Befund der Studie war für Notenbanker schonungslos offen - und negativ: "Die Baby Boomer werden Aktien verkaufen, anstatt zu kaufen", heißt es in dem Papier, "statistische Modelle legen es nahe, dass dieser Wandel in den nächsten zwei Jahrzehnten die Aktienkurse ausbremsen wird

  • Besser.
    Ich hab erst mit Put verdient und danach mit Calls ;-)

  • Bernanke spricht noch nicht,jetzt is ne Frau dran.aber komisch dass der DJ 30 Punkte=0,2 über 22 Uhr Schluss steht aber der DAX=+0,7 mal wieder davon rennt.AMERIKANISCHE Geldpolitik

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