Börse Frankfurt
Börsianer im Höhenrausch

Die Dax-Anleger sind am heutigen Montag nicht zu bremsen. Sie jagen den Leitindex über 12.200 Punkte. Stabile US-Börsen treiben den Handel hierzulande zusätzlich an. Ein Ende der Rally ist nicht in Sicht.
  • 91

FrankfurtEinen besseren Moment, um für die Aktie als Anlageform zu trommeln, hätte sich die Frankfurter Börse kaum aussuchen können. Denn am „Tag der Aktie“ lief es rund am deutschen Aktienmarkt. Um 9:41 Uhr sprang der Dax erstmals über die 12.000-Punkte-Marke. Und er konnte sie verteidigen. Am Nachmittag kletterte der Index auf ein neues Rekordhoch von 12.219 Punkten. Aus dem Handel ging der Index 2,2 Prozent schwerer auf 12.167 Zählern.

Es ist bereits der zweite Meilenstein in diesem Jahr. Erst vor rund vier Wochen, am 13. Februar, erreichte der Index 11.000 Zähler. Seit Beginn des Jahres hat der Index rund 24 Prozent zugelegt. Allein im vergangenen Monat gewann er mehr als acht Prozent.

Nicht nur die Aktien der Top-Unternehmen in Deutschland sind derzeit gefragt wie nie - auch die Titel von mittelgroßen und kleineren Unternehmen ziehen massiv an. Der MDax klettert am Montag in der Spitze um 1,4Prozent auf ein Allzeithoch von 21.154 Zähler, der SDax legt bis zu einem Prozent auf 8472 Punkte zu. Dabei gehen die Kursgewinne durch alle Branchen.

Der Hype an den Börsen hat mehrere Gründe. Zunächst scheinen Anleger jegliche Angst abgeschüttelt zu haben, was Griechenland betrifft. Die Frage „Deal oder No-Deal“ habe an Bedeutung für die Marktentwicklung verloren, sagen Anlageexperten.

Mittlerweile könnten die Finanzmärkte mit jeder Entwicklung und auch mit dem Grexit leben. Die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) tut das Übrige. Mit ihren Käufen von Staatspapieren drückte sie die Renditen am Rentenmarkt immer tiefer in den Keller. Bislang hat die Notenbank im Zuge ihres Anleihenkaufprogramms rund Anleihen im Wert von rund zehn Milliarden Euro gekauft. Das Programm startete in der vergangenen Woche.

Deutlich bergab ging es erneut auch für den Euro, der angesichts der EZB-Geldschwemme mit 1,04 Dollar zeitweise ein frisches Zwölf-Jahres-Tief markierte. Kurz darauf gelang es der Gemeinschaftswährung, sich etwas zu stabilisieren, sodass sie derzeit bei etwa 1,06 Dollar steht. Die Mini-Erholung gab vor allem den Anlegern an den etwas angeschlagenen US-Börsen Zuversicht.

Dennoch dürfte sich nach Ansicht von Experten der Trend zum fallenden Euro fortsetzen. Aus Sicht vieler Analysten dürfte es bis zu Parität, bei der Anleger für einen Euro einen Dollar bekommen, nicht mehr lange dauern. Vor allem die sich verstärkenden Spekulationen auf eine baldige Zinswende in den USA sollten den Dollar für Anleger zunehmend attraktiver machen.

Doch auch nach der Eröffnung der US-Börsen hat die Dax-Rally keinen Dämpfer bekommen. Auf der anderen Seite des Atlantiks befindet sich die Geldpolitik der Notenbanken derzeit im Wandel. Der starke Dollar wird in den Augen von Investoren langsam aber sicher zum Problem. Der hohe Wechselkurs könnte das Auslandsgeschäft der US-Unternehmen beeinträchtigen, so die Sorge.

Auch anhaltende Spekulationen über den Zeitpunkt der Zinswende führten weiter zu Verunsicherung. Die Konjunkturdaten waren zuletzt uneinheitlich. Daraus lassen sich keine eindeutigen Schlüsse ziehen, ob die US-Notenbank nun früher oder später die Zinsen erhöht.

Helaba-Analyst Ulrich Wortberg geht davon aus, dass bei dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch der Hinweis gestrichen wird, wonach man die erste Zinserhöhung „geduldig” angehen könne. Eine veränderte Stellungnahme würde der Fed die Flexibilität geben, schon im Juni oder Juli aktiv zu werden, schrieb der Experte in einem Marktkommentar. Höhere Zinsen in den USA würden den Dollar attraktiver machen und den Euro noch stärker unter Druck setzen.

Seite 1:

Börsianer im Höhenrausch

Seite 2:

Unternehmen im Blick

Kommentare zu " Börse Frankfurt : Börsianer im Höhenrausch"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Aktien sind noch viel lukrativer....wie üblich Linde...wenig Umsatz super um seine Wunschkurse zu machen...das Geld ist zuuuu einfach zu machen an den Finanzmärkten....egal auf was man wettet...alternativlos

  • Wenigstens sind hier im Dax sowie im Export gute Nachricht vorhanden.

    Den Rest sollte man langfristig abschreiben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%