Börse Frankfurt
China schockt Dax-Anleger

Die Zinserhöhung in China hat den Anlegern am deutschen Aktienmarkt die Feiertagslaune verdorben. In Frankfurt stürzen Autowerte ab. Allerdings sind die Umsätze sehr gering. Beim Blick auf die nächsten Wochen sind zahlreiche Anlagestrategen nach wie vor positiv gestimmt.
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HB FRANKFURT. Schlechte Vorgaben aus Fernost belasten den Dax. Die Zinserhöhung in China hat den Anlegern am deutschen Aktienmarkt am Montag die Feiertagslaune etwas verdorben. Der Dax rutschte wieder unter die psychologisch wichtige 7 000 Punkte-Marke und schloss mit 6 970 Zählern 1,2 Prozent im Minus. Allerdings gaben sich die meisten Händler gelassen. Seit Wochen war mit einer Straffung der chinesischen Geldpolitik gerechnet worden.

Dass die Chinesen allerdings ausgerechnet an Weihnachten ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte anhoben, habe einige Anleger doch etwas irritiert und zu Gewinnmitnahmen veranlasst. "Die Zinserhöhung in China lastet auf der Stimmung, aber eine Trendumkehr ist das nicht", erklärte ein Händler. "Das Orderbuch ist aber sehr dünn, so dass schon kleinere Verkaufsaufträge zu größeren Bewegungen führen können."

Chinas Zentralbank hatte am zweiten Weihnachtstag die Zinsen für Kredite um 25 Basispunkte auf 5,81 Prozent und für Einlagen um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent angehoben. Damit tritt Chinas Führung auf die Konjunkturbremse, um die Teuerungsrate in dem rasant wachsenden Schwellenland in Schach zu halten. In New York gaben die wichtigsten Indizes aufgrund des Zinsschritts in Fernost ebenfalls nach. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq notierten zu Handelsschluss in Europa schwächer. Der europäische Stoxx 50 gab 0,9 Prozent auf 2628 Punkte ab.

Zu den größten Dax-Verlierern gehörten die Autowerte, die im Börsenjahr 2010 ansonsten zu den Favoriten der Anleger zählten. Händler machten dafür Meldungen aus China über neue Regeln zur Eindämmung des Straßenverkehrs in Peking verantwortlich, die Investoren offenbar zu Gewinnmitnahmen genutzt hätten. Jeden Tag werden in der chinesischen Hauptstadt 2000 neue Fahrzeuge zugelassen, was erheblich zur Luftverschmutzung beiträgt. BMW waren mit einem Minus von 6,4 Prozent auf 59,22 Euro Dax-Schlusslicht, VW verloren 4,8 Prozent auf 122 Euro, Daimler büßten 4,6 Prozent auf 51,57 Euro ein. BMW und VW haben 2010 ihren Wert nahezu verdoppelt. Daimler notieren 45 Prozent höher als zu Jahresbeginn. China ist ein wichtiger Absatzmarkt für die deutschen Hersteller.

Auch die im MDax gelisteten Papiere der Zulieferer Continental, ElringKlinger und Leoni verbuchten Verluste zwischen jeweils 4,3 und 3,4 Prozent. In den Abwärtssog gerieten auch die Aktien anderer europäischer Hersteller. Peugeot sanken um 2,1 Prozent, die Titel von Renault gaben um 0,7 Prozent nach, die von Fiat nach anfänglichen Gewinnen sogar um 3,4 Prozent. Der europäische Stoxx-Branchenindex verlor 3,9 Prozent.

Mit einem mageren Plus von 0,3 Prozent auf 56,63 Euro gehörten die Titel von K+S zu den wenigen Dax-Gewinnern. Die Aktien des Salz- und Düngemittelherstellers haben zuletzt wiederholt vom anhaltenden Winterwetter und der Nachfrage nach Streusalz profitiert.

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