Börse Frankfurt: China-Spekulationen und USA treiben Dax an

Börse Frankfurt
China-Spekulationen und USA treiben Dax an

Der deutsche Leitindex profitiert von neuen China-Gerüchten und schließt auf dem höchsten Stand seit vier Wochen. Für Auftrieb sorgen außerdem überraschend positive Daten aus den USA.

Frankfurt/DüsseldorfEs war ein guter Tag für den Dax: Zunächst sorgten schwache Industriedaten aus China für Auftrieb, weil sie die Wahrscheinlichkeit neuer Zentralbankhilfen erhöhen. Später kamen überraschend starke US-Daten hinzu. Der Leitindex legte bis zum Ende des Tages 2,3 Prozent zu auf 9717 Punkte. Der Euro Stoxx 50 konnte um 1,7 Prozent wachsen.

Erst am Montag hatte Chinas Notenbank den Banken mehr Spielraum zur Vergabe von Krediten verschafft, um die Konjunktur anzukurbeln. Das sollte helfen die Stimmungslage am Markt in nächster Zeit zu stützen, sagte Barclays-Analyst Jian Chang.

„Die Daten verschlechtern sich eindeutig“, sagte Peter Kinsella, Chef-Analyst für Schwellenländer bei der Commerzbank. Er daher mit weiteren Maßnahmen. In den USA wurde derweil ein Anstieg der US-Bauausgaben veröffentlich, der so steil nicht erwartet wurde. Statt um 0,3 Prozent stiegen die Ausgaben im Februar um ganze 1,5 Prozent. Auch der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe für den Februar überraschte mit einer Zunahme von 48,5 auf 49,5 Punkte.

Für den Euro ging es in der Folge nach unten, da starke US-Konjunkturdaten eher für zeitnahe weitere Zinsschritte der Federal Reserve sprechen. Am Abend wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,0839 Dollar 0,3 Prozent schwächer bewertet. Allerdings dürfte der Trend an den Devisenmärkten weiterhin für den Euro sprechen. Denn da sich wie in China auch das Wachstum in der Euro-Zone abschwächt, hält Kinsella ähnliche Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) für so gut wie sicher. Börsianer rechnen damit, dass die Währungshüter bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche ihre Anleihekäufe von derzeit 60 Milliarden Euro monatlich ausweiten. Aus diesem Grund näherte sich der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, bis auf drei Ticks seinem Rekordhoch von 166,63 Punkten.

Der sich abzeichnende Bieterwettstreit um die Londoner Börse LSE hat an den europäischen Aktienmärkten für Wirbel gesorgt. Die Titel der LSE schossen am Dienstag um knapp neun Prozent auf ein Rekordhoch von 2914 Pence, die Aktien der Deutschen Börse hielten sich mit 0,5 Prozent knapp im Plus. Die US-Börse ICE erwägt ein Gegenangebot für die LSE vorzulegen, damit droht die geplante Fusion des deutschen und des englischen Marktbetreibers zu wackeln.

„Für die Deutsche Börse sind das sicherlich keine guten Nachrichten, weil es sie im Zweifel dazu zwingen könnte, eine höhere Offerte vorzulegen“, sagte ein Händler. Die Deutsche Börse und LSE hatten vor einer Woche angekündigt, einen „Zusammenschluss unter Gleichen“ anzustreben. Als mit Abstand größter Börsenbetreiber Europas könnten sie den Wettbewerbern aus den USA und Asien dann besser Paroli bieten. Mit dem Deal befasste Personen hatten daher bereits in den vergangenen Tagen vor dem Risiko einer Gegenofferte gewarnt.

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