Börse Frankfurt
China, USA und EZB machen dem Dax zu schaffen

Wenn der Tiger müde wird, stocken die Börsen. Der Einbruch der chinesischen Exportzahlen hat den Dax gebremst. Außerdem sorgten die US-Bilanzsaison und die anstehende EZB-Ratssitzung für Zurückhaltung.
  • 38

Der Dax schaltet einen Gang runter. Schwache chinesische Exportdaten, die anstehende EZB-Ratssitzung und die Bilanzsaison in den USA haben bei den Anlegern für Zurückhaltung gesorgt. Am Ende schloss der Leitindex 0,3 Prozent leichter auf 12.339 Punkten.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat im März 15 Prozent weniger Waren ausgefahren. Experten waren von einem Anstieg um zwölf Prozent ausgegangen. Die Exportzahlen schürten die Diskussion um die Konjunkturaussichten der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar. Allerdings könne die chinesische Regierung bei Bedarf der heimischen Wirtschaft jederzeit unter die Arme greifen.

Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black machte zudem die anlaufende US-Bilanzsaison für die Vorsicht der Anleger verantwortlich. „Obwohl die Erwartungen in den vergangenen Wochen deutlich heruntergeschraubt wurden, nehmen die Befürchtungen wieder zu, dass ein Großteil der Geschäftszahlen die Prognosen verfehlen wird.“

Die Luft für den deutschen Leitindex werde langsam dünn, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. So lange die Europäische Zentralbank (EZB) aber an ihrer Geldschwemme festhalte, werde der Dax tendenziell zulegen.

Wie die EZB ihren weiteren geldpolitischen Kurs gestalten wird, werden die Anleger am Mittwoch erfahren. Dann findet in Frankfurt die Ratssitzung der Zentralbank statt. Eine Zinsanhebung gilt als ausgeschlossen. Viel eher könnte es Neuigkeiten zum Anleihenkaufprogramm der EZB geben. Bis dahin dürften sich einige Anleger von den Börsenmärkten fernhalten.

In den letzter Zeit ging es manchem Marktbeobachter etwas zu steil nach oben. „Mit der Rally der vergangenen Wochen sind Euro-Aktien den fundamentalen Gegebenheiten weit enteilt“, erklärt Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der hessischen Landesbank in ihrem Marktausblick. „Angesichts der hohen Erwartungshaltung der Anleger hat die Gefahr von Enttäuschungen und damit von Kursrücksetzern deutlich zugenommen“.

Nach der jüngsten Rekordjagd werden die meisten Anleger in der neuen Woche wohl eine Auszeit nehmen. „Die relative hohe Bewertung der Dax-Aktien spricht dafür, dass sich der Leitindex seitwärts bewegen wird“, bewertet Commerzbank-Experte Andreas Hürkamp die derzeitige Marktlage.

Seite 1:

China, USA und EZB machen dem Dax zu schaffen

Seite 2:

VW-Machtpoker setzt Aktien unter Druck

Kommentare zu " Börse Frankfurt: China, USA und EZB machen dem Dax zu schaffen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Traumkurse im Schattenmarkt. Aber obacht geben, ganz schön zugig. Guts Nächtle.

  • ...vor allem, warum es Leute gibt, die nicht kaufen. Da kommt eine Hausse. Die sieht aus wie eine Hausse, die riecht wie eine Hausse, die knallt wie eine Hausse. Da hält man seinen Mund und geht einfach mit nach oben. Aber....nein, es gibt immer noch Leute die nicht kaufen. ist mir total unverständlich....

  • alex fiftyfour@ Aus Ihnen spricht der nicht Beteiligte. Neid ist ein schlechter Ratgeber.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%