Börse Frankfurt
Dax 10.000? Von wegen!

Noch am Freitag sprachen Experten von der Jagd auf die 10.000-Punkte-Marke. Am Montag war von einer Rally allerdings keine Spur. Für Furore sorgten dagegen zwei Milliardendeals, die die Kurse tanzen ließen.
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FrankfurtDas war wohl nichts. Von einem „Spurt auf die 10.000“ war am Montag (noch) nichts zu sehen. Der Dax kam nicht in die Gänge und dümpelte den Handelstag über im Minus. Kurz vor Handelsschluss verstärkte er seine Talfahrt und schloss 0,5 Prozent schwächer bei 9.749 Punkten.

Experten sind sich über den weiteren Kurs des Dax uneinig. Die einen verweisen auf die lockere Geldpolitik der Fed und der EZB und damit auf steigende Kurse. Andere warnen vor den politischen Krisen und der Terrorgefahr und erwarten Rückschläge für die Märkte.

Für Ernüchterung sorgte am Montag vor allem die Angst um die Weltwirtschaft. Anleger sorgten sich um die schwächelnde chinesische Konjunktur, die am Montagmorgen schwache Zahlen vorgelegt hatte. Außerdem hatte die chinesische Regierung trotz des lahmenden heimischen Aufschwungs weiteren Konjunkturhilfen eine Absage erteilt. Damit habe sie die Hoffnung auf gute Nachrichten für die Aktienmärkte im Keim erstickt, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black.

Börsianer warten nun gespannt auf das Stimmungsbarometer der chinesischen Einkaufsmanager am Dienstag. Sollte es unter die Marke von 50 Punkten fallen und damit eine schrumpfende Wirtschaftskraft signalisieren, wäre diese eine erhebliche Belastung für die Anlegerstimmung, warnte Mitul Kotecha, Chef-Devisenstratege für den asiatisch-pazifischen Raum bei der Barclays Bank. Von Reuters befragte Analysten sagten einen Wert von 50,0 Zählern voraus.

Die Konjunktursorgen belasteten auch die Rohstoffpreise: Die richtungsweisende Öl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 97,71 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für Kupfer fiel zeitweise sogar um 1,7 Prozent auf ein Drei-Monats-Tief von 6722 Dollar je Tonne.

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Anlegerschock in London

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  • Die Aktualitäten der letzten Tage und auch Wochen noch bedeuten nicht viel angesichts der jahrelang schon anstehenden Korrektur in die Normalität.

    Schottland ist da ebenso realativ unbedeutend wie der schon erledigte Euro, die nur noch zuckende EZB sowie die letzten Liquiditätsmühen von Fed über (schon nicht mehr) BoE, BoJ und die mühsamen Bewegungen von Draghi: Da kommt nichts mehr bei raus.

    Nun steht wohl endgültig die Zahlung der alten Rechnungen an, die seit 2008 global unter den Teppich gekehrt wurden.
    2008 sollte dagegen nur eine kleine Ouvertüre gewesen sein.

  • Zitat: " Ist das die Dax-Ruhe vor dem Sturm? "

    Ich würde mal sagen, bei der Volatilität heute, kannst du dir die Fingernägel nebenbei der Arbeit maniküren (lassen) .....


    Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope.

    Carl Icahn Jr.
    - selbst. Börsenhändler -
    Algo- und System-Trading


  • "In Asien waren die Kurstafeln am Morgen tiefrot. In China sorgten Aussagen von Regierungsvertretern über die Lage der Wirtschaft für Ernüchterung."

    Sollte die chinesische Konjunktur tatsächlich einbrechen wird die Zinswende in den USA noch etwas auf sich warten lassen. Man kann sich aber ziemlich sicher sein, dass Peking im Fall der Fälle alles daran setzen wird, die Wirtschaft nicht vollends abstürzen zu lassen. Stürzt die chinesische Konjunktur ab, dann heißt das wohl auch nichts gutes für den DAX.

    Wie gesagt, man kann sich überlegen, wer hier im Moment wohl eher falsch liegt: Die Situation bezüglich Gold, sonst. Rohstoffe und Aktienniveau passt jedenfalls nicht so recht zusammen...

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