Börse Frankfurt
Dax 200 Punkte im Plus

Kaum zeichnet sich beim US-Haushaltsstreit eine Einigung ab, belohnt dies die Börse mit einem Kursfeuerwerk. Doch die Anleger behalten auch den Schuldenschnitt für Griechenland im Hinterkopf.
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FrankfurtDie größte Sorge der Investoren war die „Fiskalklippe“ der US-Regierung. War, denn heute scheinen alle Sorgen vergessen. Der Dax legt am ersten Wochenhandelstag ein Kursfeuerwerk hin und schließt 2,5 Prozent höher bei 7.123 Punkten. Für Erleichterung und Kauflaune sorgte vor allem die Annährung der Demokraten und Republikaner im US-Haushaltsstreit. Die positive Eröffnung der New Yorker Börse schob den Dax zusätzlich an.

„Die Verhandlungen in den USA dürften bis zum Schluss spannend bleiben, aber am Ende sollte uns eine Lösung präsentiert werden,“ sagte ein Händler. „Alles andere wäre für die Parteien politischer Selbstmord.“

Am Freitag hatten die Republikaner nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama und dessen Demokraten ihre Bereitschaft zu Gesprächen über höhere Steuern signalisiert. Ohne Konsens im Haushaltsstreit drohen zum Jahreswechsel automatisch Ausgabensenkungen und Steuererhöhungen, die die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnten.

Positive Impulse gab es auch aus Japan, wo der Nikkei deutlich zulegen konnte. In Japan hoffen die Investoren auf eine neue Regierung, die eine lockerere Geldpolitik versprochen hat.

Die griechische Tragödie geht in den nächsten Akt

Gespannt blickten die Anleger aber nicht nur auf die USA, sondern auch auf Athen. Am Dienstag treffen sich die Euro-Finanzminister zu einer Sondersitzung, um erneut über die Finanzierung der weiteren Griechenlandhilfen zu beraten. Nach den Worten von Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker sind der IWF und die Währungsgemeinschaft dabei, ihren Konflikt über den Schuldenabbau Griechenlands zu lösen.

Der IWF pocht auf einen Abbau des griechischen Schuldenbergs auf 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2020, die Euro-Gruppe will dem Land bis 2022 Zeit geben, ist sich aber uneins, wie die Mehrkosten finanziert werden sollen. IWF-Experten glauben, dass der Abbau kaum ohne einen Nachlass der öffentlichen Gläubiger zu erreichen ist. Geldgeber wie Deutschland und die Niederlande schließen das aber schon allein aus rechtlichen Gründen aus.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählen die Finanzwerte, die die Vorwoche deutlich unter die Räder gekommen waren. Die Commerzbank-Aktie schloss 5,2 Prozent höher, die Werte der Deutschen Bank beendeten den Handel 4,7 Prozent höher. Dax-Spitzenreiter waren die Werte von Infineon mit einem Plus von 6,2 Prozent.

Im MDax verbuchte die Aktie von Hochtief ein Kursplus von 5,1 Prozent. Der spanische Großaktionär ACS regiert künftig bei Deutschlands größtem Baukonzern durch. Hochtief-Chef Frank Stieler soll den Vorstand verlassen, falls der Aufsichtsrat zustimmt. Auf Stielers Posten soll der von ACS entsandte Manager Marcelino Fernandez Verdes rücken. Am Markt dürfte nun über eine Zerschlagung des MDax-Wertes spekuliert werden, kommentierte ein Händler. Kurz vor Handelsschluss kursierte, dass bei Hochtief 700 Stellen abgebaut werden sollen.

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Experten erwarten Erholung

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax 200 Punkte im Plus"

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  • Wo sind eigentlich seit Wochen unsere Longies?
    Winterschlaf?

    AUFWACHEN!!!!

    Der S&P prallt gerade wieder von der 200ter Linie ab ... es geht abwäääääääääääärts .....................

  • mein gott!
    hoffentlich schneit's bald in ischgl

  • Die Computer der Großbanken bestimmen den Handel. Italien hat heute ein Minus von 12,8% in der Industrieproduktion gemeldet. Das war heute beschiß.

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