Börse Frankfurt
Dax-Anleger bleiben zittrig

Die Krisen in Russland und der Ukraine halten den Aktienmarkt fest im Griff. Der Dax rutschte heute um fast 100 Punkte ab. Auch in Moskau gab es kräftige Kursverluste. Einzige Gewinner am Markt: die sicheren Häfen.
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FrankfurtEnttäuschte Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik sowie der Handelskrieg zwischen dem Westen und Russland haben dem Dax am Donnerstag erneut zugesetzt. Für zusätzliche Nervosität sorgten Meldungen über einen Aufmarsch russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine. Der deutsche Leitindex verlor am Ende ein Prozent auf 9038 Punkte. Der Euro Stoxx 50 ging mit einem Kursverlust von 1,24 Prozent aus dem Handel.

Händlern zufolge hatten Anleger darauf gehofft, dass Draghi zumindest ein vorsichtiges Signal für eine weitere Lockerung der Geldpolitik geben könnte. Der EZB-Chef sagte lediglich, die Zentralbank werde die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen und auch die Entwicklungen bei den Wechselkursen genau im Auge behalten. Der Euro rutschte daraufhin auf 1,3350 Dollar ab.

Als Reaktion auf Sanktionen der USA und der EU-Staaten stoppte Russland derweil den Import bestimmter Agrar-Güter . „Der Umfang der Auswirkungen der Sanktionen lässt sich nur schwer abschätzen", sagte JPMorgan-Anlagestratege Kerry Craig. „Wir wissen nicht, wie lange sie in Kraft bleiben und ob es für die Unternehmen Wege gibt, sie zu umgehen." An der Moskauer Börse rutschten die Aktien-Leitindizes deutlich ab. Auch russische Anleihen warfen Investoren aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Vier-Jahres-Hoch von zehn Prozent. Der Dollar lag mit 36,242 Rubel nur fünf Kopeken unter seinem Fünfeinhalb-Monats-Hoch vom Vortag.


Auch die europäischen Unternehmen bekommen die Russland-Krise zunehmend zu spüren: Der deutsche Exportstopp für Rüstungsgüter nach Russland setzte Rheinmetall zu. Die Aktien fielen zeitweise um bis zu zehn Prozent auf ein Elf-Monats-Tief von 37,95 Euro, nachdem der Konzern seine Jahresziele kassierte. In London brachen die Titel von Coca-Cola HBC um fast fünf Prozent ein. Der weltweit zweitgrößte Abfüller von Getränken aus dem Hause Coca-Cola verbuchte wegen der Ukraine-Krise erstmals seit elf Quartalen in Russland ein rückläufiges Abfüll-Volumen.

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Auf Draghi ist anscheinend doch kein Verlass von wegen 9200.
    Der 9200er Put ist heute das meistgehandelte Derivat.
    Diese Kleinanleger aber auch,liegen jetzt schon 100 Punkte vorne,was machen die nur mit soviel Gewinn,kaufen bestimmt davon wieder Puts.

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