Börse Frankfurt
Dax-Anleger entscheiden sich spät

Der Leitindex erlitt einen lahmen Wochenstart und kam kaum vom Fleck. Schließlich kam beim Dax aber doch noch Kauflaune auf. Anleger warten auf weitere Impulse: Von der EZB und auch von Seiten der Unternehmen.
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FrankfurtDeutsche Anleger schauen mit Sorgenfalten auf die Konjunkturentwicklung in Deutschland, Europa und China, hoffen andererseits aber auf Geldspritzen der EZB und auch der Bank of Japan. Die Europäische Zentralbank hatte vergangenen Donnerstag zugesichert ihre Bilanz deutlich auszuweiten, was auch heute noch den Konjunkturpessimismus übertönte. Der deutsche Leitindex ging schließlich 0,65 Prozent höher bei 9.351 Punkten aus dem Handel – während den Rest des Tages die Dax-Kurve an einen Herzstillstand erinnerte.

Am Montag fehlte es schlicht an Impulsen. Die restliche Woche bietet mit zahlreichen Firmenbilanzen allerdings noch genügend Stoff – zahlreiche US-Unternehmen und auch Dax-Konzerne werden ihre Quartalszahlen veröffentlichen. Der positive Grundtenor der Berichtssaison vor allem in den USA deute auf ein „gut geöltes Triebwerk der Wirtschaft“ hin, schreibt Analystin Ann-Katrin Petersen von Allianz Global Investors in einem Kommentar.

Ganz so gut geölt ist die Lage in China allerdings nicht. Die vergleichsweise niedrige Inflation deute auf eine Abkühlung der aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaft hin. Mit 1,6 Prozent liegt die Teuerung weiterhin nahe ihres Fünf-Jahres-Tief. Parallel dazu fielen die Erzeugerpreise überraschend stark und den 32. Monat in Folge. Dies sei ein Hinweis auf anhaltende Überkapazitäten in China, betonte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

Sorgen bereitet auch die Euro-Zone: In Deutschland sei das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal erneut zurückgegangen, schreibt die Commerzbank (die offiziellen Zahlen kommen am Freitag). Damit werde Deutschland voraussichtlich unter den großen Euro-Ländern zusammen mit dem Dauer-Sorgenkind Italien das Schlusslicht bilden. Insgesamt dürfte die Euro-Zone um 0,1 Prozent gewachsen sein. „Die meisten Zeichen weisen darauf hin, dass die Länder des Euro-Raums noch immer zu kämpfen haben“, sagt Howard Archer, Chefökonom für Europa bei IHS Global Insight in London.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, rät Anlegern dennoch dazu, Aktien zu kaufen, „sobald der Index auf oder unter das Niveau von 9000 fallen sollte“. Seine Begründung: „Pessimisten, die weiterhin eine Rezession für wahrscheinlich halten, werden den Dax-Anstieg lediglich als eine technische Erholung in einem anhaltenden Bärenmarkt interpretieren. Wir halten dieses negative Dax-Szenario jedoch weiterhin für unwahrscheinlich“, so Krämer.

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