Börse Frankfurt
Dax-Anleger freuen sich über deutliche Gewinne

Der Dax legte am Mittwoch kräftig zu. Auftrieb kam aus China. Milliardenschwere Geldspritzen der Regierung haben den Abwärtstrend der chinesischen Wirtschaft vorerst gebremst. Experten warnten vor allzu großer Euphorie.
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FrankfurtÜberraschend gute Konjunkturdaten aus China bereiteten am Mittwoch den Anlegern am deutschen Aktienmarkt Freude. Der Dax notierte 1,4 Prozent höher als am Vortag und schloss auf 9859 Zähler. Der EuroStoxx50 rückte um 1,5 Prozent vor. Für den MDax ging es um 0,9 Prozent auf 16.472 Punkte nach oben. Der TecDax stieg um 0,5 Prozent auf 1268 Punkte.

Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal etwas stärker gewachsen als erwartet - das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um 7,5 Prozent zu.

Damit schwinden die Sorgen vor einem Abschwung in der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, der auch auf die globale Konjunktur durchschlagen würde. Experten warnen allerdings vor allzu großer Euphorie, da die Unternehmen den Aufwärtstrend nicht aus eigener Kraft schafften, sondern nur mit Hilfe des Staates.

Die Regierung erhöhte ihre Ausgaben allein im Juni um mehr als ein Viertel im Vergleich zum Vorjahresmonat auf umgerechnet 195 Milliarden Euro. Mit dem Geld wird beispielsweise der Ausbau des Schienennetzes beschleunigt und der öffentliche Wohnungsbau gefördert. Gleichzeitig reichten die Banken 128 Milliarden Euro an neuen Krediten aus, 20 Prozent mehr als erwartet. Dadurch wuchs die Wirtschaft trotz schwächelnder Exporte und einer Abkühlung am Immobilienmarkt etwas schneller.

Am Rohstoffmarkt trieb die Hoffnung auf ein nachhaltiges Wachstum Chinas die Werte an. Der entsprechende Index in Europa kletterte um 1,7 Prozent auf den höchsten Stand seit März 2013. Der Londoner „Footsie“, in dem zahlreiche Titel aus dem Bergbau- und Metallsektor gelistet sind, gewann 0,9 Prozent. China ist bei vielen Rohstoffen der größte Konsument der Welt.

Die überraschend guten Konjunkturdaten aus China sowie positive Quartalsberichte einiger US-Unternehmen sorgten am Mittwoch auch an der Wall Street für steigende Kurse. Zuletzt notierte der Dow Jones 0,3 Prozent höher auf 17.106 Punkten. Der S&P 500 zeigte sich 0,2 Prozent stärker und der Nasdaq notierte 0,2 Prozent höher.

Spannende Quartalszahlen gab zuvor von der Bank of America: Höhere Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten sowie geringere Einnahmen im Hypotheken-Geschäft belasten die Bank of America. Der Nettogewinn stürzte im zweiten Quartal um 43 Prozent auf 2,04 Milliarden Dollar ab, wie das zweitgrößte Geldhaus der USA am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten der Bank deutlich mehr zugetraut. Zuletzt hatten mit JPMorgan und Goldman Sachs führende US-Institute die Markterwartungen übertroffen.

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  • @farmer.tom

    Ich möchte Ihnen herzlich danken! Das sind einige sehr gute Anregungen, die ich bei den ganzen Blödelkommentaren hier gar nicht mehr erwartet habe. Dazu werde ich mir ein paar Gedanken machen.

    Bei mir geht es um den (Wieder)Aufbau eines strukturierten Depots. Die Zeit habe ich also. Verlusttoleranz auch.

    Meine Idee wäre mit einer 1/3 oder 1/5 Position in dem Wert zu beginnen und dann bei günstigeren Kursen nachzukaufen.

    Was meinen Sie mit nicht-zyklischer Industrie? Sowas wie Medizintechnik? Und müsste in die Liste nicht noch IT, wo Sie Intel erwähnen?

    Ich werde mal zwischendurch berichten, wie das Projekt verläuft. In den nächsten 5 Jahren sollten sich sicherlich gute Gelegenheiten ergeben.

    Viele Grüße!

  • @Deltaone
    Ich habe Südzucker des tollen Charts wegen genannt, als Chart-Beispiel für den Dax, nicht wegen der individuellen Story.
    Südzucker ist ein echter Substanzwert und hat eben derzeit nur Pech in einem unglücklichen politisch wirtschaftlichen Umfeld!
    Kann man so sehen... von mir aus.... es gibt aber bessere Chancen.

    Meine Kernaussage: Egal wo ein Chart/INdex ganz unten steht... da kauft eben kaum einer . Blöd nur: WEnn die am Top sind halt auch nicht! Es gibt immer Argumente nicht zukaufen. Deshalb ist "unten kaufen und oben verkaufen" blanke Theorie!

  • @kai Perlmann:
    Wie immer: Es kommt darauf an!
    Geht es um eine einmalige Anlage oder den Aufbau eines strukturierten Depots. Welche Erwartung haben Sie?
    Wie risikobereit (schmerzempfindlich) sind sie während des Anlagezeitraums.

    Ich skizziere Ihnen mal den (wie ich finde) vernünftigen Weg:
    Ziel:
    In fünf Jahren nach und nach POsitionen aufbauen. Nach fünf Jahren haben Sie ein Depot mit ca. 20-30 POsitionen. Danach werden diese Positionen je nach Gewichtung und individueller Kursentwicklung konstant weiter gekauft.
    Verkauft wird nur dann, wenn: Ich bin jung (oder alt) und brauche das Geld.
    ... oder doch mal eine echte Krücke gekauft wurde (die bleiben nie aus... Nokia, Citigroup, Nortel....die ja alle mal erfolgreiche Marktführer waren)

    Was kaufen wir:
    Companies ,die seit mind. 5 Jahren börsennotiert sind und steigende Gewinne vorweisen können (Jahr für Jahr). Außerdem Marktkapitalisierung mehr als 1 Mrd Eus. Zudem sollten Sie ein verständliches Geschäftsmodell haben und Marktführer in der jeweiligen Branche/Sparte sein.

    Was wir nicht kaufen: Neuemissionen, Modewerte, neue hoffnungsvolle Technologien, Firmen die kein Geld verdienen...). Bei tausenden von Start ups jedes jahr oder Börsengängen werden Sie sicher nicht die neue Microsoft entdecken!

    Depotstruktur:
    Nach fünf Jahren etwa gleich im Depot:
    Pharma, Konsum, Energie und Rohstoffe, Industrie (keine Zykliker), Finanzbranche.
    Länderverteilung: 50 / 50 USA und Europa.

    Hände weg von allen undurchschaubaren Märkten wie China, Indien, Russland, Türkei usw. Währungsrisiko und unklare politische Umstände und Börsenhandel. Chance und Risiko sind hier ungut verteilt.
    Wenn Sie unbedingt "in so ein Land wollen": Konsummarktführer sind hier immer Top aufgestellt. z.B. Yum!, Beiersdorf usw.

    Wo würde ich jetz das fünf-Jahresprojekt beginnen:
    So wie die Zielformulierung eben auch aussieht: Streuen.
    IN jedem Bereich gibt es nach wie vor Chancen:
    siehe aktuell Intel (Marktführer und positiv überrascht)

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