Börse Frankfurt
Dax-Anleger glauben wieder an Clinton-Sieg

Die Einstellung der Ermittlungen gegen Hillary Clinton lässt Anleger aufatmen. Sie hoffen wieder auf einen Sieg der Demokratin bei den US-Präsidentschaftswahlen. Vor allem Banktitel profitieren von der Zuversicht.
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FrankfurtDie „Woche der Wahrheit“ hat begonnen – auch am deutschen Aktienmarkt. Anleger blicken dieser Tage gespannt auf die anstehende Präsidentschaftswahl in den USA, die den Dax schon seit Wochen in ihren Bann zieht. Der Start in die neue Woche macht durchaus Hoffnung auf mehr: Bis zum Handelsschluss gewann der Dax 1,9 Prozentpunkte auf 10.456 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte legte 1,2 Prozent auf 20.677 Punkte zu, der TecDax stand bei 1722 Punkten (+ 1,8 Prozent).

Die Entlastung von US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in der E-Mail-Affäre sorgt für Aufatmen an den internationalen Finanzmärkten. „Entwarnung für Clinton bedeutet Entwarnung für die Börse“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Der US-Bundespolizei FBI zufolge ergeben die neu aufgetauchten E-Mails keine Anhaltspunkte für eine Anklage. Die ehemalige Außenministern war in den vergangenen Monaten wegen Nutzung eines privaten Servers für dienstliche E-Mails immer wieder unter Druck geraten.

Wegen der nun eingestellten Nachforschungen hatte Clintons Konkurrent Donald Trump in der vergangenen Woche in Umfragen aufgeholt. Da der Milliardär wegen seiner Unberechenbarkeit als „Börsenschreck“ gilt, gingen die Börsen daraufhin in die Knie. Clinton gilt als Garantin für Kontinuität in der Wirtschaftspolitik.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geht derweil nicht von Marktturbulenzen in Folge der Präsidentschaftswahl in den USA aus. „Ich denke, dass die Finanzmärkte jedes denkbare Ergebnis in den Vereinigten Staaten eingepreist haben“, sagte Schäuble am Montag in Brüssel. Er äußerte die Hoffnung, dass es „ein von allen akzeptiertes Wahlergebnis geben wird und dass wir nicht noch womöglich eine längere Hängepartie bekommen“. Man solle an die Vernunft der Demokratie glauben.

LBBW-Analyst Wolfgang Albrecht warnte aber vor überzogenem Optimismus. „Prognosen haben zu diesem Zeitpunkt nicht viel mehr Aussagekraft als der sprichwörtliche Münzwurf.“ Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research betonte, dass viele US-Bürger die Gelegenheit zur vorzeitigen Stimmabgabe bereits genutzt hätten.

Da bei einem Wahlsieg Clintons die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im Dezember aus ihrer Sicht steigt, deckten sich Anleger mit US-Dollar ein. Dies drückte den Euro um einen knappen US-Cent auf 1,1040 Dollar. Auch der mexikanische Peso legte kräftig zu. Die Währung reagiert besonders sensibel auf Stimmungsumschwünge im US-Wahlkampf, weil Trump unter anderem Strafzölle auf mexikanische Waren erheben will. Die US-Währung verbilligte um bis zu 2,1 Prozent auf 18,62 Peso.

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