Börse Frankfurt
Dax-Anleger gönnen sich Verschnaufpause

Nach starken Handelstagen mit einem Plus von fast sechs Prozent fehlt im Freitagshandel der Ansporn. Anleger machen Kasse und drücken den Dax moderat ins Minus. Die 10.000-Punkte-Marke ist aber nicht in Gefahr.

FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt hat am Freitag leicht nachgegeben. Nach fünf Gewinntagen in Folge und einem Plus von nahezu sechs Prozent ging es zum Wochenausklang etwas runter für den Dax. Der Index ging 0,4 Prozent tiefer aus dem Handel bei 10.051 Punkten. Mit der starken Wochenperformance im Rücken schauten Anleger mit Spannung nach China, wo neue Daten eine Stabilisierung der ins Stocken geratenen Konjunktur anklingen ließen, das Parkett aber auch nicht großartig in Bewegung versetzten. Für einen weiteren Anstieg fehlten schlicht die klaren Impulse.

Das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft ist im ersten Quartal des Jahres um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Dies ist zwar das geringste Wachstum seit den Ausläuferquartalen der Finanzkrise, 2009, und sorgt wahrlich nicht für Freudensprünge – der Wert erfüllt immerhin die Prognosen der Ökonomen die den Anstieg auf zwischen 6,7 und 6,8 Prozent bezifferten. Doch es gab trotzdem positiv stimmende Signale. So legte die Industrieproduktion im März ganze 6,8 statt der prognostizierten 5,9 Prozent zu.

Auch der Einzelhandel stach die Erwartungen aus und steigerte seinen Märzumsatz um 10,5 Prozent. Damit deutet sich an, dass die Konjunkturabkühlung ihren Boden erreicht hat und eine Stabilisierung einsetzen könnte. Das Reich der Mitte hatte seit mehreren Monaten mit einer sinkenden Nachfrage zu kämpfen, die sich in anderen Schwellenländern und den tiefen Rohstoffnotierungen widerspiegelte. Bisher verlief die von Peking ausgerufene Transformation der Wirtschaft hin zu einer reiferen, auch auf den Binnenmarkt bauenden Ökonomie dementsprechend holprig. Zum Anfang des Jahres waren die überhitzten Lokalbörsen durch schwache Daten stark ins Wanken geraten und hatten weltweit für einen desolaten Aktienmonat Januar gesorgt.

Seitdem gerieten Konjunktureingaben aus China mehr und mehr in den Fokus der Anleger. Nicht selten lösten sie im vergangenen Halbjahr bei unerwartetem Ausgang Turbulenzen aus. Am Mittwoch waren sie es, die denn Dax wieder in die Fünfstelligkeit hievten. „Ich denke, diese ganze Besessenheit mit einer harten chinesischen Landung ist ein bisschen zu viel“, kommentiere Suan Teck Kin nun die aktuellen Zahlen. Der Experte der United Overseas Bank in Singapur sieht Indizien dafür, dass sich die Volkrepublik gefangen hat. Einige Profis schätzen die Stimmung auf den verunsicherten Märkten ohnehin schlimmer ein, als es die Realität in der Wirtschaft hergibt. Zusätzlich sollte man die Fragen nach der Belastbarkeit der Zahlen aus Peking beachten.

Neben einer simplen Ausgelaugtheit und den Fragen um China mahnt am Freitag ein dritter Punkt zur Zurückhaltung – der Ölpreis. Nach mehreren Ankündigungen und öffentlichen Statements kommen am Sonntag wichtige Ölförderstaaten zusammen, um dem Überangebot und den damit verbundenen Preisverfall des weltweit wichtigsten Rohstoffes, Einhalt zu gebieten. Ob sich Russland und die Länder des Opec-Kartells tatsächlich auf ein Einfrieren der Fördermengen einigen können, ist noch völlig offen.

In Antizipation dieser Situation, in der die Ölstaaten trotz gegensätzlicher Interessen immer weiter unter Zugzwang geraten, konnte sich der Fasspreis der entscheidenden Sorten in den letzten Wochen wieder stabilisieren. Auch heute verteuerten sich die Barrels Brent und WTI etwas. So oder so – das Treffen wird das bestimmende Börsenthema am Montag sein.

Durch die Bank weg gaben Europas Börsen am Freitagnachmittag leicht bis moderat nach. Der Leitindex der Währungsunion, der Euro-Stoxx-50, kam mit einem Abschlag von 0,4 Prozent auf 3046 Punkte. Ein ähnliches Bild in der zweiten Frankfurter Reihe. Die Nebenwerte im MDax verloren 0,4 Prozent auf 20.367 Zähler, der TecDax ebenfalls 0,4 Prozent bei dann 1651 Stellen.

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