Börse Frankfurt: Dax-Anleger haben Angst vor Bunga-Bunga

Börse Frankfurt
Dax-Anleger haben Angst vor Bunga-Bunga

Alle Blicke richten sich nach Rom. Denn am Sonntag wird dort ein neuer Präsident gewählt. Schon jetzt steigt an den Börsen die Nervosität. Es geht um nichts geringeres, als um die Zukunft Italiens – und des Euros.
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FrankfurtLange passiert wenig an der Börse in Frankfurt. Überwiegend bewegte sich der Dax seitwärts. Erst gegen Handelsschluss machte sich die Nervosität im Vorfeld der Parlamentswahlen in Italien bemerkbar. Am Ende schloss das deutsche Branchenbarometer 0,3 Prozent im Minus auf 7.729 Punkte.

Die zweite Reihe startete stark, musste zum Schluss aber wie der Dax federn lassen. Der MDax, der zwischenzeitlich bei 13.269 Punkten ein neues Rekordhoch eroberte, beendete den Handelstag lediglich 0,2 Prozent fester auf 13.178 Zähler. Der TecDax rettete ein Plus von 0,3 Prozent auf 909 Punkte über das Ziel.

Die US-Börsen starteten zunächst wenig verändert, vergrößerten aber später ihr Defizit. Nach Frankfurter Börsenschluss notierte der Dow Jones 0,3 Prozent tiefer. Der S&P 500 und der Nasdaq gaben jeweils 0,5 Prozent nach. In den USA warten die Anleger mit Spannung auf die Veröffentlichung der Fed-Protokolle.

Die überwiegende Zurückhaltung an den Börsen in Europa resultiert aus den mit Spannung erwarteten Ergebnissen der Parlamentswahlen in Italien am Sonntag. Vielen Aktionären treibt ein mögliches Berlusconi-Comeback, alias der Bunga-Bunga-Präsident, den Angstschweiß auf die Stirn. Sollte der frühere Ministerpräsident des Landes in der kommenden Woche tatsächlich einen Wahlsieg erringen, wäre die Reaktion wohl eindeutig. "Italien dürfte an den Märkten brutal abgestraft werden", sagt Martin Lück, Volkswirt bei der UBS.

Eine Regierungskoalition ohne Berlusconi könnte hingegen für Beruhigung sorgen. Denn nur ohne den Medien-Mogul wäre ein Reformkurs Italiens für die Finanzmärkte überzeugend. Dann stände einer Fortsetzung der Kursrally nichts im Wege. Allerdings werde die Luft allmählich dünner. "Die Aktienmärkte preisen schon eine deutliche Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2013 ein - dabei ist es erst Februar", warnte ein Börsianer.

Der Kranich stürzt ab

Lufthansa streicht ihren Aktionären die Dividende. Es sei momentan wichtiger, alle verfügbaren Mittel ins Unternehmen zu investieren, sagte Konzernchef Christoph Franz am Dienstagabend. Um in der Luftfahrtbranche derzeit bestehen zu können, bräuchte es deutlich bessere Ergebnisse. "Und über den bestehenden Handlungsdruck darf ein durch Einmaleffekte bestimmtes Konzernergebnis nicht hinwegtäuschen." Die Aktionäre reagierten mit Verkäufen auf die Dividendenstreichung. Am Ende betrug das Minus satte 6,2 Prozent, womit die Lufthansa die rote Laterne im Dax bildete.

Analysten der Commerzbank schoben mit ihrer Bewertung die Bayer-Aktien an die vorderen Plätzen im Dax. Sie erhöhten das Kursziel von 76 auf 90 Euro und gaben eine Kaufempfehlung ab. Schon gestern profitierte die Aktie von einer Anhebung der Kursziels durch Experten der UBS. Die Papiere verteuerten sich heute um 1,2 Prozent.

Eine Anhebung des Kursziels von 71 auf 80 Euro durch die Deutsche Bank gab auch den Papieren des Sportartikelherstellers Adidas Auftrieb. Die Aktien legten um 0,7 Prozent auf 72,10 Euro zu. Damit stiegen die Papiere den dritten Tag in Folge und markierten am Nachmittag bei einem Kurs von 72,64 Euro ein neues Allzeithoch.

Konkurrent Puma hingegen musste heute Kursverluste hinnehmen. Die Aktien des Herzogenauracher Unternehmens schlossen am Mittwoch 2,2 Prozent im Minus auf 229,80 Euro.

Heidelberg Cement konnte heute von optimistischen Prognosen des weltgrößten Zementherstellers Lafarge profitieren. Am Mittwoch rückten die Papiere mit einem Plus von 1,8 Prozent an die Spitze im Dax vor. Der französische Konzern rechnet für dieses Jahr mit eine Marktwachstum von einem bis vier Prozent. Zum einen erwartet das Unternehmen eine steigende Nachfrage aus Schwellenländern, zum anderen eine Erholung des Wohnungsbaus in den USA. 

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  • Alles wovor DAX-Anleger Angst haben sollten sind die Deutsche selbst.
    Es gibt kaum etwas was für Deutschland gefährlicher wäre als die Deutsche selbst, die Überschrift einer der angeblich besten Wirtschaftszeitung Deutschlands ist Beweis genug!

  • Ich verkaufe alle Aktien und kaufe mir dafür Bitcoins.

  • Bunga Bunga Party 1-2-3 immer gerne! :-D

    20.02.2013 16:11 Kauf P KO DAX 7806,36 Open... 2.000,000 Stk EUR 0,580 12,99 EUR 0,00 EUR -1.172,99 EU



    20.02.2013 17:12 Verkauf P KO DAX 7806,36 Open... 2.000,000 Stk EUR 0,960 12,99 EUR 0,00 EUR 1.907,01 EUR 0,00 Display
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