Börse Frankfurt Dax-Anleger hoffen auf Kompromiss in letzter Minute

An den Börsen fehlt die Dynamik. Viele Anleger schauen mit Sorge auf die USA. Der dortige Etatstreit schreckt viele Investoren ab und hält sie von den Aktienmärkten fern. Der Dax geht orientierungslos aus dem Handel.
Update: 27.09.2013 - 17:56 Uhr 86 Kommentare

Börse am Abend

FrankfurtDer Dax beendete die Handelswoche ganz ohne Glanz und Gloria. Die Zeiten der Rekordjagd scheinen vorerst vorbei zu sein. Am Freitag beendete der Deutsche Aktienindex den Handel kaum verändert auf 8661 Punkte. In der zweiten Reihe konnte der MDax lediglich 0,2 Prozent zulegen auf 15.078 Punkte. Nur der TecDax setzte sich mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 1088 Zähler deutlicher ins Plus ab.

Als Bremsklotz für den Börsenhandel erwies sich der ungelöste US-Haushaltsstreit. Es geht um nichts Geringeres als die Zahlungsfähigkeit der USA. Denn sollten sich Republikaner und Demokraten nicht bis zum 1. Oktober auf eine abermalige Erhöhung der Schuldenobergrenze einigen, droht der größten Volkswirtschaft der Welt, das Geld auszugehen. Die Summe, um die es geht, beläuft sich auf sage und schreibe 16,7 Billionen Euro. Die Parteien müssen sich bis zur genannten Frist darauf verständigen, diese Summer zu erhöhen. Ansonsten droht vielen Staatsbediensteten der Zwangsurlaub. Darüberhinaus wären die USA nicht mehr in der Lage ihre Anleihen zu bedienen.

Auch die US-Börsen zeigten sich vor diesem Hintergrund in schwacher Verfassung. Der Dow Jones notierte nach Frankfurter Börsenschluss 0,4 Prozent leichter auf 15.263 Punkte. Der S&P-500 gab 0,3 Prozent nach. Der Nasdaq lag 0,1 Prozent im Minus.

Die Geschichte habe gezeigt, dass die US-Parlamentarier in letzter Minute stets einen Kompromiss finden, sagte Richard Perry, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Central Markets. „Typischerweise sind diese Beschlüsse günstig für die Börsen. Dennoch, die Märkte werden nervös bleiben, solange das Gezerre anhält.“

Diese Aktien vernichten Werte

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

-0,02 -0,13%
+12,94€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank: Konzernchef wirft Fragen auf
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Commerzbank: Konzernchef wirft Fragen auf

Ein Abendessen mit Investoren provoziert ungeahnte Folgen – der Aktienkurs einer Großbank bricht am Folgetag um fast sieben Prozent ein. Das musste die Commerzbank und ihr Vorstandschef Martin Blessing erleben. Der hatte bei dem Essen im Vorfeld einer Konferenz von BofA/Merrill Lynch gesagt, dass bis zum Jahresende keine weiteren Verkäufe zu erwarten seien, auch nicht im Schiffsbereich. Dies wiederum ließ Beobachter sofort über nun zu erwartende Abschreibungen spekulieren. „Die Commerzbank war nicht in der Lage oder willens, für das Nichtkerngeschäft eine Bruttorendite zu nennen, deshalb ist zu vermuten, dass die um Risiken bereinigte Rendite enttäuschend niedrig ist“, sagte ein Analyst. Am Mittwoch verloren die Aktien in der Spitze 6,7 Prozent, womit sie ans Dax-Ende rutschten. Am Donnerstag ging es weiter bergab.

Kursentwicklung 1 Woche: - 6,9 Prozent

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
L&S

+0,21 +0,95%
+22,13€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S: Wettbewerber quälen weiter
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K+S: Wettbewerber quälen weiter

Der Düngemittelkonzern K+S kommt nicht zur Ruhe, und weiterhin sind es Nachrichten aus dem Wettbewerb, die dem deutschen Konzern zu schaffen machen. Diese Woche war es die Meldung, dass der chinesische Staatsfonds CIC beim russischen K+S-Konkurrenten Uralkali einsteigt. China gehört zu den größten Konsumenten von Kali-Düngemitteln. Aus Sicht von Experten ist es nun wahrscheinlich, dass Uralkali den Preis für Kali wie angekündigt drückt und dies durch größere Verkaufsmengen wettmacht – unter anderem in China. Für den kleineren deutschen Konkurrenten K+S wäre das negativ, betonte NordLB-Analyst Thorsten Strauß. Die Chancen sänken, dass Uralkali das Exportbündnis BPC mit Belaruskali wieder aufleben lasse. Bisher haben BPC und das nordamerikanische Pendant Canpotex stets dafür gesorgt, dass der Kali-Preis auf einem hohen Niveau bleibt. So standen die Aktien von K+S am Dienstag und Mittwoch weit oben auf den Verkaufslisten der Händler, allein am Dienstag ging es um 5,5 Prozent ans Ende des Dax.

Kursentwicklung 1 Woche: - 8,5 Prozent

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
L&S

+0,03 +0,41%
+8,25€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Eon: Politische Unsicherheit belastet
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Eon: Politische Unsicherheit belastet

Die Bundestagswahl hat die Börsen nicht sonderlich tangiert. Allerdings reagierten Versorger-Aktien, die am Montag zu den Verlierern zählten. Nach der Wahl bleibt Händlern zufolge Unsicherheit bestehen, denn die – wenn auch nicht wahrscheinliche – schwarz-grüne-Variante könnte die Energiekonzerne belasten. Auch eine große Koalition würde keine klare Stimmungsaufhellung bringen. Eon-Papiere verloren ein Prozent, die Aktien von RWE fielen um 0,3 Prozent. „Das ist wie Pest oder Cholera“, hieß es in der Energiebranche hinter den Kulissen. Die deutsche Industrie forderte eine schnelle Neuordnung der Energiewende.

Kursentwicklung 1 Woche: - 1,8 Prozent

CENTRICA PLC REG. SHARES LS -,061728395

WKN
ISIN
GB00B033F229
Börse
L&S

+0,01 +0,41%
+1,47€
Chart von CENTRICA PLC REG. SHARES LS -,061728395
Centrica: Labour-Pläne verscheuchen Investoren
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Centrica: Labour-Pläne verscheuchen Investoren

Nicht nur hierzulande belastet die Energiepolitik die Versorgeraktien, auch zum Beispiel in Großbritannien. Dort haben Pläne der britischen Labour-Partei für eine Strompreis-Bremse die Branche an der Börse auf Talfahrt geschickt. Die Aktien von Centrica und SSE fielen an der Londoner Börse allein am Mittwoch um jeweils mehr als 3,5 Prozent. Bei Centrica ging ein Teil des Verlustes allerdings auf das Konto eines Dividendenabschlags. Labour-Chef und Oppositionsführer Ed Milliband will die Strom- und Gas-Preise für zwei Jahre einfrieren, sollte er die Wahlen 2015 gewinnen. Dies könnte die Versorger einem Partei-Insider zufolge 4,5 Milliarden Pfund kosten.

Kursentwicklung 1 Woche: - 3,8 Prozent

PSI SOFTWARE AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0Z1JH9
Börse
L&S

-0,08 -0,45%
+17,65€
Chart von PSI SOFTWARE AG NAMENS-AKTIEN O.N.
PSI: Kosten laufen aus dem Ruder
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PSI: Kosten laufen aus dem Ruder

Einen krassen Absturz ihrer Aktien mussten PSI-Anleger diese Woche verkraften. Die Titel der Softwarefirma rutschen am Dienstag im TecDax um bis zu 14,4 Prozent ab. Sie reagierten damit auf eine drastische Gewinnwarnung. Die Entwicklung neuer Software für Bahnstrom und die Logistikbranche, mit der sich PSI unabhängiger von der Nachfrageschwäche der Energieversorger machen will, verschlinge mehr Geld als erwartet, hieß es zur Begründung. Equinet kassierte daraufhin seine Kaufempfehlung und stufte die Titel auf „Reduce“. „Überall laufen die Kosten aus dem Ruder“, sagte Analyst Michael Schäfer. Eine Verbesserung der Ertragssituation sei nicht erkennbar.

Kursentwicklung 1 Woche: - 16,6 Prozent

BLACKBERRY LTD. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
CA09228F1036
Börse
L&S

+0,00 +0,04%
+9,78€
Chart von BLACKBERRY LTD. REGISTERED SHARES O.N.
Research in Motion (RIM): Kaufangebot reizt Börse nicht
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Research in Motion (RIM): Kaufangebot reizt Börse nicht

Und noch ein Blick nach unten: Die in New York gehandelten Titel des kanadischen Smartphone-Pioniers Blackberry verloren am Dienstag rund drei Prozent an Wert, am Mittwoch gar mehr als sechs Prozent. Das ums Überleben ringende Unternehmen, das im harten Wettbewerb mit den Rivalen Apple und Samsung den Anschluss verloren hat, hatte am Montag noch während des laufenden Börsengeschehens in New York mitgeteilt, einen potenziellen Käufer gefunden zu haben. Ein Konsortium um den Finanzdienstleister Fairfax Financial will 4,7 Milliarden Dollar für Blackberry zahlen. Analysten begrüßten die Entwicklung, Euphorie kam jedoch keine auf. Mit einer Gegenofferte wird nicht gerechnet.

Kursentwicklung 1 Woche: - 20,9 Prozent

CARNIVAL CORP. PAIRED CTF(1SH.CARN.+1SBI P&O)

WKN
ISIN
PA1436583006
Börse
L&S

+0,46 +0,81%
+56,20€
Chart von CARNIVAL CORP. PAIRED CTF(1SH.CARN.+1SBI P&O)
Carnival: Costa Concordia wirkt noch nach
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Carnival: Costa Concordia wirkt noch nach

Ein weiteres Beispiel für eine rote Laterne: Die Reederei Carnival brachte mit einer Verlustankündigung für das laufende Quartal Anleger gegen sich auf. Die Titel brachen am Mittwoch in London um bis zu 7,5 Prozent ein und waren damit im "Footsie"-Index der größte Verlierer. Der weltweit größte Anbieter von Kreuzfahrten hatte am Dienstagnachmittag für das dritte Quartal einen Gewinneinbruch von 30 Prozent ausgewiesen. Zahlreiche Analysten senkten daraufhin am Mittwoch ihre Anlageempfehlungen. Carnival kämpft seit der Havarie seines Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" im Januar 2012 gegen rückläufige Buchungen. Bei dem Unglück vor der Insel Giglio im Mittelmeer waren 32 Menschen ums Leben gekommen. Im Februar dieses Jahres lag ein Carnival-Schiff mit 3000 Passagieren nach einem Feuer fünf Tage lang manövrierunfähig im Golf von Mexiko.

Kursentwicklung 1 Woche: - 12,7 Prozent

Das sehen allerdings nicht alle Experten so. „Jeder will instinktiv daran glauben, dass ein Kompromiss in letzter Minute wahrscheinlich ist“, entgegnete Währungsstratege Ned Rumpeltin von der Standard Chartered Bank. „Aber angesichts der waghalsigen Politik steigt die Chance, dass sie den Karren an die Wand fahren.“

Der am Nachmittag veröffentlichte Index zum US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan konnte keinen Stimmungswechsel herbeiführen. Von 82,1 Punkte im August fiel der Index im September auf 77,5 Zähler. Erwartet wurde ein Wert von 78.

Hierzulande belasten zudem durchwachsene Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone und die schwache Anleihe-Auktion in Italien die Aktienkurse. Das kriselnde Euro-Land konnte zwar die angepeilte Summe von sechs Milliarden Euro bei den Investoren einsammeln, allerdings nur unter dem Eingeständnis höherer Renditen. Für zehnjährige Staatspapiere stiegen die Zinsen von durchschnittlich 4,46 auf 4,50 Prozent.

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86 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax-Anleger hoffen auf Kompromiss in letzter Minute"

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  • "Sie haben mein Mitgefühl." - Also: ist er doch garnicht einsam sondern in diesem Momment teil-therapiert. Sie haben es ihm ermöglicht. Und: Parties sind auch nicht DIE Lösung. Einsamkeit liegt im Menschen selbst, nicht im Umfeld.

  • Das muß ein einsames Leben sein, wenn man meint an einem
    Freitag Abend hier,auf diesem Satireforum, um 21:20 Uhr seinen eigenen Senf posten zu müssen.
    Sie haben mein Mitgefühl.

  • 1/3 raus bei +40 Dow-Punkten. Aber es geht immer nur UP, wie unser Harzer Spieler, Programmierer etc. verkündet. Ein toy...

  • Listening to PL: Falling forever ;-)

  • 1/3 raus mit +30 Dow-Punkten. Lieber mehrheitlich den Spatz in der Hand...

  • 1/3 Raus mit +20 Dow-Punkten.

  • Sie sind echt drollig.
    Sie meinen das hier auf diesem Witzeforum anscheinend wirklich Ernst.
    Aber so nebenbei, wer geht denn vor dem Wochenende short,
    vor allem vor der Abstimmung im Amiland.

  • Wirst Du Dein ganzes Leben nicht erspart haben

  • Leider nicht bei allen wie man bei Dir erkennen kann

  • Ich befolge das Szenario meiner Glaskugel für heute Abend und bin dann mal Short im Dow:
    SE 15270, initiales SL 15290, initiales TP 15210.
    Gibt es hier eigentlich noch best_case_scenario?

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