Börse Frankfurt
Dax-Anleger im Bann der Fed

Anleger rund um den Globus warteten gespannt auf die Sitzung der Fed. Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Der Leitzins bleibt zwar gleich, aber billiges Geld wird die Fed wohl weiterhin bereitstellen. Doch damit sind die Anleger offenbar nicht zufrieden - der Dax gibt kräftig nach.
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HB FRANKFURT. Anleger im Bann der Fed: ie Aktienmärkte in Europa und den USA haben am Mittwoch mit Kursverlusten auf die Ankündigung der US-Notenbank Federal Reserve reagiert, der holperigen Erholung der heimischen Wirtschaft notfalls mit neuen Geldspritzen auf die Beine zu helfen. "Viele Investoren hatten offenbar auf eine optimistischere Einschätzung der Fed zur US-Wirtschaft gesetzt und wurden nun entsprechend enttäuscht", sagte LBBW-Analyst Steffen Neumann. Der Dax schloss mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 6 208 Zählern, der europäische Stoxx50 verlor 1,3 Prozent. Auch die wichtigsten Indizes der US-Börsen notierten zum Handelsschluss in Europa schwächer.

Auftrieb erhielt dagegen der Euro - die Gemeinschaftswährung stieg mit 1,3440 Dollar auf den höchsten Stand seit Ende April. Als sicheren Hafen steuerten die Anleger vor allem Gold an: Der Preis für das Edelmetall kletterte mit 1296,10 Dollar auf ein neues Rekordhoch. Am europäischen Rentenmarkt sorgte die Aussicht auf neue Anleihenkäufe der US-Notenbank für eine Nachfragewelle.

Nach den Worten der Notenbanker dürfte das Tempo der Konjunkturerholung in den USA vorerst moderat bleiben. Die Währungshüter schlossen daher neue Geldspritzen nicht aus, sollte sich die Lage eintrüben. Sorgen bereitet der US-Notenbank vor allem die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit in den USA, die auch auf dem privaten Konsum - der großen Triebfeder der Wirtschaft in den USA - lastet.

An den Aktienmärkten bekamen vor allem die europäischen Bankentitel die Unsicherheit über den Zustand der größten Volkswirtschaft zu spüren. Der Branchenindex verlor 1,7 Prozent. Federn lassen mussten vor allem die Titel der spanischen Bank Santander, die zusätzlich belastet von einem negativen Analystenkommentar von Credit Suisse bis zu 3,8 Prozent nachgaben. Unicredit büßten in Mailand bis zu 4,1 Prozent ein. Analysten mahnten eine rasche Nachfolgeregelung für den zurückgetretenen Vorstandschef Alessandro Profumo an, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

Im Rampenlicht standen auch BASF. Überraschend positive Aussagen von Konzern-Chef Jürgen Hambrecht zum Geschäftsverlauf katapultierten die Aktie des Chemiekonzerns nach oben. Hambrecht stellte im Interview mit Reuters in Aussicht, dass BASF im dritten Quartal deutlich besser abschneiden werde als erwartet. Die Aktien drehten von einem Minus von rund einem Prozent ins Plus und arbeiteten sich mit bis zu 2,1 Prozent in die Spitzengruppe des Dax vor.

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  • bisher klingt die berichterstattung noch ganz gemächlich. Doch könnten die Märkte bei einer Staatspleite eines EU-Landes schnell das interesse an Aktien verlieren. Wie schnell die Kurse fallen können sieht man am heutigen Tag.

    Es gibt auch zahlreiche Analysen, welche einen DAX stand für weit unter 6000 Punkte für angemessen halten. Zum beispiel: http://start-trading.de/dax-vor-absturz-2010.htm


  • Guten Tag,... ich hoffe dass Sie Recht behalten;.... und nicht ich. besten Dank

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