Börse Frankfurt
Dax-Anleger im Bann der US-Notenbank

Morgen wird die Börsenwelt um eine wichtige Erkenntnis reicher sein. Die Federal Reserve wird ihre Entscheidung bezüglich des Anleihekaufprogramms verkünden. Für Dax-Anleger war das Grund genug ihre Köpfe einzuziehen.
  • 28

FrankfurtDie Investoren bringen sich vor dem Tag der Entscheidung in Position. Morgen wird die Fed verkünden, wie sie weiter mit ihrem Anleihekaufprogramm fortfährt. Erwartet wird eine Drosselung der monatlichen Aufkäufe von US-Staatsanleihen. Doch wie hoch wird diese ausfallen?

Darüber spekulieren Händler und Anleger schon seit Wochen. Immer neue Zahlen geistern an den Börsen herum. Mal sind es 15 Milliarden Dollar, ein anderes Mal ist von sogar 20 Milliarden Dollar die Rede. Der Großteil der Anleger geht allerdings von einer sanften Reduzierung in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar aus.

Ein nachlassender Liquiditätszufluss sei nicht zwingend schlecht für die Finanzmärkte, betonte Anlagestratege Linus Yip von First Shanghai Securities. „Die Drosselung bedeutet, dass sich die US-Konjunktur erholt.“ Findige Anleger hätten sich sicher bereits entsprechend positioniert.

„Angesichts der stetigen Erholung der US-Konjunktur, anziehender Kreditvergabe und steigender Preise für Wohnimmobilien ist es sinnvoll, dass die Fed die Bereitstellung von zusätzlicher Liquidität reduziert und auf mögliche Zinserhöhungen zusteuert“, erläutert Trevor Greetham von Fidelity Worldwide Investment.

Bis die Fakten allerdings auf dem Tisch liegen, müssen sich die Anleger in Deutschland noch etwas gedulden. Denn mit einer Entscheidung der US-Notenbank kann erst nach Börsenschluss in Frankfurt gerechnet werden (gegen 18:30 Uhr MESZ)

Die Börsianer wollten bei so viel Ungewissheit kein zu großes Risiko eingehen und hielten sich deswegen überwiegend vom Aktienhandel fern. Bei insgesamt sehr geringen Umsätzen schloss der Dax 0,2 Prozent im Minus auf 8597 Punkten. Zuvor pendelte der Deutsche Aktienindex mehrmals um die 8600-Punkte-Marke.

In der zweiten Reihe fielen die Verluste etwas größer aus. Der MDax ging am Ende mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 14.924 Punkte aus dem Handel. Der TecDax musste ebenfalls ein Minus von 0,5 Prozent hinnehmen auf 1071 Zähler.

Keine Auswirkungen auf die Börsen hatten die US-Verbraucherpreise. Sie stiegen im August um 0,1 Prozent. Damit lag die Zahl im Rahmen der Erwartungen. Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet. An den US-Börsen hielten sich die Kursbewegung dementsprechend ebenfalls in Grenzen. Der Dow Jones sowie der breiter gefasste S&P-500 notierten nach Frankfurter Börsenschluss 0,3 Prozent fester. Lediglich der Nasdaq konnte sich mit einem Aufschlag von 0,6 Prozent etwas deutlicher ins Plus absetzen.

Ebenfalls ruhig blieben die Händler nach dem veröffentlichten ZEW-Indikator für Deutschland. Dieser stieg in diesem Monat überraschend deutlich auf den höchsten Stand seit April 2010. Die Konjunkturerwartungen der Finanzexperten hätten damit alle Erwartungen klar übertroffen, kommentierte Händlerin Anita Paluch vom Broker Gekko Markets die Lage. Doch anscheinend überwog bei vielen Anlegern der Respekt vor der morgigen Fed-Entscheidung.

Seite 1:

Dax-Anleger im Bann der US-Notenbank

Seite 2:

Continental unter Druck

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax-Anleger im Bann der US-Notenbank"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schön und doch mit Fehlern.Beispiel Daimler,Daimler erreichte sein ATH im Mai 1998 bei 105 Euro und nicht Anfang 1999 bei 96 Euro.Richtig ist das mit der LH hier ATH bei 28,40 am 21.Juli 1998,falsch ist allerdings die Angabe zum Kursdax.Exakte Werte hier auf Wallstreet Online.Übrigends,schon im Juli 1987 kostete eine Daimler knapp 100 DM.Also man sieht schon,bis auf den kleinen Ausreißer bei der "der Hochzeit im Himmel" 1998,ein absoluter Underperformer.
    Hier nochmal ein paar ATH´s späterer Underperformer im Vergleich zum DAX aus dem Jahr 2000:
    Allianz 444,50,Commerzbank 475,Deutsche Bank 98,90,Infineon 93,40,Siemens 195,0,Münchner Rück 361,Deutsche Telekom 104,Epcos(nicht mehr gehandelt) damals stolze 189 usw.


  • Der AfD die Maske vom Gesicht gezogen

    Reagenzglaspartei nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau

    Wunderte man sich in den letzten Tagen über ständig bessere Umfragewerte für die Partei ohne Basis, so ist spätestens seit heute klar, woher die verkündeten Ergebnisse stammen. Ein AfD-Mitglied aus Düsseldorf hat die Ergebnisse in seiner eigenen Umfrage-Agentur „zusammengestrickt“ und als Resultat neutraler Bürgerbefragung verbreitet. “Willkommen im Club“, ruft Walter Öhlenschläger, Landesvorsitzender der FREIEN WÄHLER Hessen dem AfD-Vorsitzenden Lucke zu. „Im Kreis von Doktorarbeitfälscher, Steuerbetrüger und Teppichschmuggler haben die Umfragen-Mauschler der AfD nur noch gefehlt“.

    Forsa-Chef Manfred Güllner bezichtigt den AfD-Chef sogar der Lüge und hat eine einstweilige Verfügung für den Fall angekündigt, dass Lucke seine Äußerungen bezüglich angeblich fehlerhafter Umfrageergebnisse von Forsa nicht zurücknimmt. Spätestens an diesem Punkt wird klar, dass eine Retortenpartei, die wenige Monate vor einer Wahl scheinbar in einem Reagenzglas gebildet wurde, deren Mitglieder nicht eine einzige inhaltliche Programmdiskussion führen durften und denen jegliche politische Erfahrung in einem Gemeinde-, Stadt- oder Kreisparlament fehlt, nur durch vorsätzliche Täuschungsmanöver im Medieninteresse stehen. „Wer für sich in Anspruch nimmt eine Alternative zu anderen Parteien zu sein, dem würde Ehrlichkeit sehr gut zu Gesicht stehen“, so Öhlenschläger abschließend.

  • Wenn man überlegt,dass der DAX schon gestern morgen bei dieser Marke stand,ist das Ergebnis bis jetzt mehr als dürftig.Na ja,gestern schaffte der Kursdax wenigstens sein Niveau vom 08.06.1998, exakt bis auf die Nachkommastelle einzustellen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%