Börse Frankfurt

Dax-Anleger orientieren sich an der Wall Street

Die Nachrichtenlage ist unverändert. Noch immer bleibt das Thema Syrien brisant. Allerdings blickten die Dax-Anleger heute nach Amerika. Dort zogen die Kurse an. Für viele reichte das, um an die Märkte zurückzukehren.
Update: 04.09.2013 - 17:47 Uhr 37 Kommentare

Die Börse am Mittag

FrankfurtLange sah es nach einem weiteren schwachen Handelstag aus. Schon zu Beginn gab der Dax nach. Bis zum Nachmittag vergrößerte sich das Minus auf knapp ein Prozent. Doch mit Eröffnung der US-Börsen änderte sich das Bild. Obwohl durch keinerlei positiven Impulse erklärbar, schienen die Anleger mit der positiv notierenden Wall Street das Interesse an Aktien wieder zurückbekommen zu haben. Der Dax reduzierte zunächst augenblicklich seine Verluste, später gelang ihm sogar der Sprung ins Plus. Am Ende notierte der Leitindex immerhin 0,2 Prozent fester auf 8196 Punkte.

In der zweiten Reihe sprang der TecDax mit 0,6 Prozent auf 1042 Punkte ebenfalls ins Positive. Der MDax hingegen musste einen Abschlag von 0,2 Prozent auf 14.515 Zähler hinnehmen.

In den USA war der schwache Start schnell vergessen. Nach Frankfurter Börsenschluss verzeichnete der Dow Jones ein Plus von 0,6 Prozent auf 14.920 Punkte. Der S&P-500 lag 0,7 Prozent im Plus. Der Nasdaq stieg sogar um 0,9 Prozent.

Die einflussreichsten US-Notenbanker
Federal Reserve Vice Chair Janet Yellen addresses a conference in Washington
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Janet Yellen (Fed-Vizepräsidentin)

Yellen wird künftig die Feld leiten. Sie gilt als ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin und zugleich als Taube. Sie hat zwar ebenfalls ein Auslaufen der Konjunkturhilfen bei einer Besserung der Wirtschaftslage in Aussicht gestellt, macht aber aus ihrer Prioritätensetzung keinen Hehl: Für den FOMC müsse der Abbau der Arbeitslosigkeit im Zentrum stehen, auch wenn die Inflationsrate „zeitweise leicht über zwei Prozent“ liegen sollte.

Bernanke Testifies Before Joint Economic Committee On US Economic Outlook
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Ben Bernanke (Fed-Präsident)

Der Präsident ist qua Amt die wichtigste Stimme im Chor der Notenbanker. Er hat in der Finanzkrise die Geldschleusen sperrangelweit geöffnet, fährt aber eine pragmatische Linie und weiß geschickt zwischen den Lagern von Falken und Tauben zu vermitteln.

Vor dem Kongress hat er am 22. Mai angekündigt, dass das Staatsanleihen-Kaufprogramm „auf einer der nächsten Sitzungen“ heruntergefahren werden könne, falls sich die Beschäftigungslage nachhaltig aufhelle. Danach sieht es derzeit aber nicht aus, zuletzt war die Arbeitslosenquote sogar gestiegen.

Bernanke gilt als amtsmüde - ein Indiz ist seine Absage für die an den Märkten mit Spannung erwartete Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole Ende August. Womöglich wird US-Präsident Barack Obama bereits in den nächsten Monaten einen Nachfolger bestimmen. Beste Chancen hat Bernankes Stellvertreterin...

Economic Club
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William Dudley (links im Bild, New York, FOMC-Vizevorsitzender)

Der enge Vertraute Bernankes plädiert dafür, nichts zu überstürzen. Die Fed solle noch „drei bis vier Monate“ warten, bis sie über ein Zurückfahren der Bond-Käufe entscheide. Bis dahin werde sich ein klareres Bild ergeben, wie weit die Konjunkturerholung gediehen sei. Zugleich betont Dudley, das Programm bleibe flexibel. Bei einer Eintrübung der Konjunktur könne das Tempo der Käufe auch wieder steigen.

Charles Evans, President and CEO, Federal Reserve Bank of Chicago, takes part in a panel discussion titled "Twist and Shout: The Limits of U.S. Monetary Policy" at the Milken Institute Global Conference in Beverly Hills, California
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Charles Evans (Chicago Fed)

Er gilt als Taube und ist für eine extrem lockere Geldpolitik im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Ein Ende der Bond-Käufe kommt für ihn erst in Frage, wenn der Jobmarkt über den Berg ist. Dazu legt er die Latte hoch: Über mehrere Monate müssten mindestens jeweils mehr als 200.000 neue Stellen geschaffen werden. Im Mai waren es lediglich 175.000.

The Federal Reserve Bank of Boston's President and CEO Eric S. Rosengren speaks during the "Hyman P. Minsky Conference on the State of te U.S. and World Economies", in New York
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Eric Rosengren (Boston Fed)

Auch er steht eher im Ruf, eine Taube zu sein. Rosengren schlägt vor, in einigen Monaten eine „moderate Verringerung“ der Bond-Käufe zu prüfen, falls sich der Arbeitsmarkt weiter erholt. Zunächst hatte er dafür einen Schwellenwert von 7,25 Prozent bei der Arbeitslosenquote genannt, der aus seiner Sicht Ende des Jahres erreicht werden könnte. Zuletzt stieg die Quote aber leicht auf 7,6 Prozent.

Handout photo of Kansas City Federal Reserve Bank President Esther George in the bank's boardroom in Kansas
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Esther George (Kansas City Fed)

Sie hält die Geldpolitik für zu locker und plädiert für ein Zurückfahren der Konjunkturhilfen. Sie warnt, ein zu starkes Stimulieren der Wirtschaft werde die Inflation anheizen.

The Federal Reserve Bank of St. Louis' President and CEO James Bullard speaks during the "Hyman P. Minsky Conference on the State of the U.S. and World Economies," in New York
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James Bullard (St. Luis Fed)

Der Notenbanker sorgt sich um die Preisstabilität, allerdings nicht wegen möglicher inflationärer Auswirkungen der Geldschwemme, sondern wegen des derzeit zu niedrigen Preisauftriebs. Er möchte die Anleihe-Käufe solange fortsetzen, bis die Inflationsrate wieder auf den Zielwert der Fed von zwei Prozent gestiegen ist. Andernfalls drohe das Inflationsziel an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Im April ging die von der Fed beobachtete Teuerungsrate (PCE) in den USA auf 0,7 Prozent zurück.

Ein Auslöser des Stimmungsumschlags konnte nicht ausgemacht werden. Zwar stiegen in den USA die Autoabsatzzahlen, wirklich relevant für die Aktienmärkte waren diese Daten aber nicht.

Der Börsenexperte Uri Landesman von Platinum Partners sagte, die Kurse gingen derzeit rauf und runter angesichts der Spekulationen, wann es einen Militärschlag geben werde und wie genau dieser aussehe. Die Furcht vor einer Eskalation der Krise sorgt seit Tagen für einen nervösen Handel. Seit vergangenen Montag schwankt der Dax zwischen 8000 und 8400 Punkten hin und her. Der Volatilitätsindex VDax spiegelt diese Entwicklung bis zum Nachmittag wieder. In der Spitze stieg er um 5,8 Prozent. Später beruhigte sich die Lage wieder. Am Ende sank der VDax um ein Prozent.

„Es ist schwer für die Märkte, zurzeit stabilen Grund zu finden“, sagte Händlerin Anita Paluch vom Broker Gekko in London. „Und das alles wegen der Situation rund um Syrien“, ergänzte sie.

Mit der Rückendeckung für Obama wird ein Militärschlag gegen Syrien wahrscheinlicher. In den USA stellte sich der Republikaner John Boehner - Obamas wichtigster politischer Gegenspieler - hinter die Syrien-Pläne des Präsidenten. Auch andere hochrangige Politiker sprachen sich für einen Angriff wegen eines mutmaßlichen Giftgas-Einsatzes durch die syrische Führung aus. Obama will den Kongress über sein Vorhaben abstimmen lassen.

Nach Börsenschluss (20:00 Uhr MESZ) werden sich die Blick nach Amerika richten. Dann werden die Beige Books der Federal Reserve veröffentlicht. Händler versprechen sich von den Mitschriften der geldpolitischen Sitzungen weitere Hinweise auf das Vorgehen der US-Notenbank.

Die morgige Veröffentlichung des ADP-Arbeitsmarktberichts des privaten Sektors wird weitere Hinweise auf die Fed-Politik liefern. Experten prognostizieren einen Zuwachs von 180.000 bis 210.000 Stellen. Sollte die obere Intervallgrenze erreicht werden, dürfte eine Drosselung des Anleihekaufprogramms der Fed immer wahrscheinlicher werden.

Thyssen-Krupp muss einen Verkauf seiner Übersee-Stahlwerke womöglich vorerst abhaken. "Plan B ist, die Werke zu behalten", sagte eine mit den Überlegungen vertraute Person Reuters nach Beratungen des Aufsichtsrats. „Man kann nicht ewig verhandeln, wenn die andere Seite nur den Preis drücken will.“ Es könne auch die Produktion in den Verluste schreibenden Werken in Brasilien und den USA zurückgefahren werden, um Kosten zu sparen. Es gebe kaum noch eine Chance, die Fabriken zu verkaufen, sagte ein zweiter Insider. An den Aktienmärkten war die Enttäuschung deutlich zu sehen. Die Anleger verkauften ihre Anteilsscheine und ließen die Aktien des Stahlherstellers 1,5 Prozent ins Minus fallen.

Bleibt K+S im Dax?
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37 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax-Anleger orientieren sich an der Wall Street"

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  • Wassu saggszt, isch nix Däusch!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • ...........mein Junge paß mal auf. Dieser Kanal ist ein reiner Psycho-Kanal. Weißt Du was ein Psychokanal ist? Ein Psychokanal mit dem heißen Thema Börse, gibt jedem der will und möchte, die Möglichkeit, auch mal etwas zu sagen. Du mußt Dir das so vorstellen. Viele der Typen hier sind in ihrem Leben nur runter gedrückt worden. Konnten sich nie zu Wort melden in der Firma oder wo auch immer. Waren nur Mitläufer. Waren zum Teil Duckmäuser manchmal aus berichtigter Sorge, nur nicht das Falsche oder überhaupt etwas zu sagen. Und nun wurden sie gezwungen sich mit dem PC vertraut zu machen und auf einmal ging für sie die Sonne auf. Und dann sahen sie in den Portalen Kommentare und fragten sich, Mensch, das müßte ich doch auch mal machen, etwas schreiben. So und dann haben sie das getan und tun es heute noch. Und dann kommt ein schauriges Schriftwerk zustande, über das Du Dich und andere wundern. So, sie treiben ihre Stielblüten bis zum Unerträglichen, Abartigen bis hin zum dummen Kram. Also mein Junge, nimm es nicht so ernst, es sind brave, überwiegend deutsche Pfeifen. Las ihnen den Spass und denk für Dich immer an die grundsolide Basis, wenn an die Börse gehst. Und wie, das kannst Du nachlesen z. B. im Internet oder aus wirklich schlauen Büchern. Im Moment ist das Spielerparadies von Nevada in den USA nix (nichts) dagegen, was hier momentan an den Börsen los ist. Ich meine natürlich nicht hier in diesem Portal. Wie sagte ich, hier schreiben nur gerne-groß Pfeifen. Und je lauter sie tönen, um so sagen wir mal dümmlicher liest es sich. Sie sind schwach, freuen sich auch mal was zu sagen zu können. Gönne es ihnen, ich tue es schon sein Langem. Schlaf gut und reg Dich nicht auf. Die Burschen sind ganz harmlos. Wie sagt man so im Deutschen....sie haben nix auf dem Zeiger. Tschüss.................

  • Deshalb,obwohl ich nichts handel und mir die Börse stinkt
    und ich auch gar nicht weiß warum ich auf einer Wirtschaftsseite poste kann ich es nicht lassen.
    Ich verstehe zwar nicht wie X_Trader sein Geld verdient,
    oder andere die am täglichen hoch und runter partizipieren, aber egal, ich muß einfach immer posten
    deshalb bin ich so verzweifelt,können die nicht auf mich hören und den Handel stoppen?
    Die verlieren doch alle Geld oder handeln die nichts wie ich.
    Euer Programmierer,Spieler,Realist,Trader,Comuterhaendler
    Beobachter,Game_Over,Wahrsager...

  • bei 0,8% Plus steigt das gar nichts mehr heute,nur mehr marginal.Ist doch immer dasselbe,ab ca.1% in die eine oder andere Richtung an einem halben Tag kann man die Gegenposition einnehmen, denn an der Börse ist doch kein einziger kursbewegender ANLEGER,ist doch jeden Tag dasselbe.morgens Syrien,mittags kein Syrien mehr?Ich hab nichts gegen kurzsfristige Trades,im Gegenteil.aber die Börse immer als Instrument zur GELDANLAGE zu verkaufen ist der grösste Blödsinn im Zeitalter wo ein Meter näher am Server der Börse schon entscheidend sein kann.lächerlich

  • Schöne Gelegenheit seine Short-Positionen auszubauen (ausser man geht davon aus, dass USA & Syrien sich wieder lieb haben). Schönen Abend.

  • Also doch nichts verstanden

  • Meint ihr das um 20 Uhr der Dax weiter steigt?

  • Im moment spielt man in USA wieder mal die Fedkarte.Man glaubt,solange wie Amerika außenpolitisch wegen Syrien unter Druck steht,verbiete sich aus patriotischen-wie makroökonomischen Gründen jede Leitzinserhöhung oder Straffung der QE´s.
    Mal sehen wie lang dieser Glaube diesmal anhält... .

  • Was für ein Traum Tag für's Daytrading ;-)
    Endlich mal wieder richtig Bewegung im Laden.

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