Börse Frankfurt
Dax-Anleger schöpfen wieder Mut

Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank die Hilfen für Griechenland verlängert, haben den Dax am Dienstag gestützt. Der Index drehte ins Plus. Dabei geben EU-Politiker-Aussagen wenig Grund für Optimismus.
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FrankfurtOb als Schrecken oder Grund für Spekulationen - Griechenland lässt die Märkte nicht los. Heute schienen die Anleger im Hinblick auf das Land wieder hoffnungsvoll gestimmt zu sein. Nach anfänglichen Verlusten drehte der Dax ins Plus und ging 0,8 Prozent fester auf 10.753 Punkten aus dem Handel. Grund dafür waren Spekulationen auf eine Verlängerung der EZB-Hilfen für Griechenland.

Die Nachrichtenagentur MNSI hatte unter Berufung auf ungenannte Quellen gemeldet, die EU-Kommission wolle eine sechsmonatige Verlängerung für die Griechenlandhilfe anbieten. Die EZB wäre unter solchen Bedingungen bereit, von griechischen Banken wieder Staatsanleihen des Landes als Sicherheiten für einen Kredit zu akzeptieren. Von der EU-Kommission in Brüssel war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

Zugleich seien die meisten Investoren beim Krisenthema Griechenland merklich abgestumpft, sagte ein Händler. Zudem habe die Europäische Zentralbank EZB mit ihrer Geldspritze im Januar eine Brandmauer an der Börse eingezogen. Das limitiere derzeit das Abwärtsrisiko. Zugleich würden aber positive Impulse für den Kauf von Aktien fehlen. Die Aufwärtsbewegung dürfe somit wohl nur von kurzer Dauer sein.

Doch ob abgestumpft oder nicht - Griechenland wird in den kommenden Tagen und Wochen auch auf den Märkten Thema bleiben. Heute stellt sich der neue griechische Premier der Vertrauensabstimmung im Parlament in Athen. Danach steht die Wahl eines Präsidenten durch die Volksvertreter an.

Die Fronten in der Hellas-Debatte scheinen immer mehr verhärtet. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat deulich gemacht, dass er ohne Reformzusagen nicht zu weiteren Hilfen für Griechenland bereit sei. Die britische Regierung spielt bereits auf höchster Ebene die Folgen eines Euro-Austritts durch. Die EU-Kommission gab heute bekannt, dass sie nicht mit einer baldigen Lösung des Schuldenstreits rechne. „Unsere Erwartungen an eine endgültige Vereinbarung bei der morgigen Eurogruppe sind gering”, sagte eine Sprecherin der Behörde. Das gleiche gelte für den informellen EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel.

Auch Wirtschaftsexperten äußern sich kritisch zum Vorgehen der neuen griechischen Regierung, zum Beispiel der Wirtschaftsweise Lars Feld. „Es gibt Situationen, in denen das politische Verhandlungsergebnis kein Kompromiss zwischen zwei Positionen, sondern einfach die geltende Rechtslage sein muss“, sagte Feld dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Die neue griechische Regierung sollte einsehen, dass nur die Fortführung der bisherigen Rettungspolitik mit den europäischen Partnern machbar ist oder das Land sich aus eigener Kraft refinanzieren müsste.“

Für zusätzliche Unruhe sorgt der der Eskalation nahe Konflikt in der Ukraine. Einen Tag vor dem geplanten Ukraine-Gipfel in Minsk haben ukrainische Truppen nahe der Hafenstadt Mariupol im Süden des Landes eine Offensive gegen prorussische Separatisten begonnen. Zugleich führt Moskau ein Militärmanöver auf der Krim durch. Auf dem Gipfel am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel und dem Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Frankreichs Präsidenten, François Hollande, soll ein neuer Waffenstillstand ausgehandelt werden. Das Treffen gilt als entscheidend für die Zukunft der Ukraine. Dass es zustande kommt, ist aber nicht garantiert.

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Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax-Anleger schöpfen wieder Mut"

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  • Sehr schön, Herr Bauer. Verwandt oder verschwägert mit einem gewissen Tom Bauer?

  • @herr Veldung - irgendwas sagt mir, dass ein neues QE in den USA wahrscheinlicher ist als eine Anhebung der Zinsen und somit weiteren Verteuerung des USD (=Wettbewerbsnachteile für die US-Multis).

  • Ein Tipp an dieser Stelle: Lernen Sie weniger in die Breite, sondern vielmehr in die Tiefe.
    Dadurch werden Foristen reich.

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