Börse Frankfurt
Dax Anleger setzen auf ein „Happy End“

Das Gezerre um die Rettung Zyperns belastete den Dax nur wenig. Der große Kurssturz blieb aus. Die Anleger ließen sich auch vom schwachen Ifo-Index nicht verunsichern. Einige Einzelwerte schmierten jedoch ab.
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Investoren am deutschen Aktienmarkt haben sich am Freitag sehr dickhäutig gezeigt. Die Zypern-Krise und ein gefallener Ifo-Index konnten den Dax nur leicht ins Minus drücken. Die Hoffnung auf eine Lösung im Streit um das Zypern-Hilfspakets half auch dem Euro. In der Spitze stieg die Gemeinschaftswährung am Freitag bis auf 1,3010 US-Dollar.

Der Dax schloss 0,3 Prozent schwächer bei 7.911 Punkten. Auf Wochensicht hat der Leitindex mehr als 100 Punkte verloren. Der Dow-Jones verzeichnete am Freitag Abend ein Plus von 0,5 Prozent.

Showdown in Zypern

Die Regierung in Nikosia sucht nach einer Lösung für ein Rettungspaket und spielt alle Möglichkeiten durch (Hier zum Live-Ticker). Unter anderem erwägt die Regierung die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen sowie die Einrichtung eines Solidaritätsfonds über staatliche Vermögenswerte vor. Zuletzt kam auch wieder die Zwangsabgabe wieder ins Gespräch.

Zypern stehe kurz vor einer Einigung mit der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, sagte der stellvertretende Chef der konservativen Partei Demokratische Gesamtbewegung, Averof Neofytou am späten Freitagnachmittag. Gleichzeitig rief er die Bürger auf, Ruhe zu bewahren. Wann das zyprische Parlament zusammenkommt, um ein Rettungspaket zu beschließen, blieb weiterhin unklar. Die Rede war zuletzt von Freitagabend.

Das größte zyprische Geldhaus, die Bank of Cyprus, warnte vor einem Austritt aus der Euro-Zone und warb für die von der EU vorgeschlagene Sonderabgabe auf Bankeinlagen über 100.000 Euro. Die Europäische Zentralbank drohte den Banken damit, ab Dienstag den Geldhahn zuzudrehen, sollte bis dahin kein Programm zur Sanierung von Staat und Großbanken vorliegen.

Anleger jedenfalls gingen von einem glimpflichen Ausgang der Zypern-Krise aus. Genährt wurde die Hoffnung der Anleger auch davon, dass Griechenland die Töchter zyprischer Banken kaufen will und sich damit gegen die Krise auf dem benachbarten Inselstaat abzuschirmen versucht.

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  • Ach was ... Griechenland will Banken in Zypern kaufen? Von was und von welchem Geld soll das bezahlt werden?

  • Mein Bankster hat mir heute morgen empfohlen intensiv in Aktien bzw. Derivate einzusteigen.

    Gute Idee dachte ich und habe sponton mein Konto & Depot bei meiner langjährigen Bank gekündigt.

  • Zypern ist zu klein,bei allem Respekt,aber Zypern ist nicht Italien,Spanien oder Frankreich.Auch der genannte Vergleich mit Griechenland hinkt.Damals ging es um eine Eigenbeteiligung der privaten Gläubiger von 110 Mrd ,bei einer Gesamtverschuldung des Landes von 330 Mrd.Heute um eine Eigenbeteiligung auf Bankeinlagen von 5,8 Mrd,bei einer Gesamtverschuldung Zyperns von 17 Mrd.Damals musste das Geld praktisch "über Nacht" von den Großbanken aufgebracht werden.Das und Basel 3 versauten dann die Gewinne für mindestens 1 Jahr.Heute wäre eine z.B. SocGen,DBK oder BNP kaum noch betroffen.Eher griech.Banken,aber die sind eh kaum noch was wert.Nein,Nein ich betone es immer wieder,da müssen schon größere Kaliber kommen, um einen wirklichen Stimmungsumschwung einzuleiten,z.B.: die Ablösung Bernanke´s durch einen "Falken", die Ablösung Draghi´s durch Weidmann,Eskalation´s des US-Haushaltsstreits bis hin zur Pleite ,Austritt eines großen Eurolandes,Pleite einer internat.Großbank wie Lehman seinerzeit,alles nicht in Sicht....bis jetzt!
    Deshalb wirkt sich Zypern zwar stimmungsdämpfend,aber eben noch nicht stimmungsdrehend auf die Marktteilnehmer aus.

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