Börse Frankfurt
Dax-Anleger setzen auf Hellas-Einigung

Die Anleger wünschen sich ein Ende der griechischen Schuldendebatte - egal wie. Ein Brief des griechischen Premiers gab ihnen zuletzt Hoffnung. US-Jobdaten hoben zusätzlich die Stimmung. Der Dax schließt im Plus.
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FrankfurtNach den Verlusten der vergangenen Tage atmeten die Dax-Anleger am heutigen Mittwoch spürbar auf. Zuletzt haben die US-Jobdaten dem Index Auftrieb verliehen. Die US-Firmen haben im Juni so viele neue Arbeitsplätze geschaffen wie seit Ende vorigen Jahres nicht mehr, insgesamt 237.000 Jobs, wie der private Arbeitsvermittler ADP mitteilte. Am Donnerstag wird der offizielle Arbeitsmarktbericht der Regierung fällig, der ADP-Bericht gilt allerdings als zuverlässiger Frühindikator.

Der Dax reagierte beschwingt: Der Index stieg um bis zu 3,1 Prozent, gab später aber etwas nach und schloss 2,2 Prozent höher auf 11.181Punkten. Dagegen geriet der Euro nach der Veröffentlichung der US-Jobdaten unter Druck. Die Gemeinschaftswährung verlor 0,4 Prozent auf 1,1091 Dollar, nachdem sie sich zuvor knapp über der 1,11 Dollar gehalten hatte.

Das bestimmende Thema an den Märkten blieb nach wie vor Griechenland. Hinter den Kulissen brodelt die Gerüchteküche über die nächsten möglichen Schritte Griechenlands und der internationalen Geldgeber. Wie angekündigt hat das Land die ausstehende Rate von 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds nicht zurückgezahlt.

Dennoch blieben die Börsianer heute gelassen. Sie hoffen auf eine Entscheidung. Wie sie ausfällt, ist beinahe schon egal. „Ich gehe persönlich weiter davon aus, dass man sich am Ende zusammenraufen und eine Lösung präsentieren wird, denn die Devise gilt derzeit besonders für Merkel und Co. mehr denn je: lieber ein schlechter, als gar kein Deal”, schreibt FXCM-Analyst Jens Klatt in einem Kommentar. Als Grund für einen Optimismus nennt er neben den „immensen und unkalkulierbaren” Kosten eines Grexits auch den zunehmenden Druck seitens der USA auf die europäische Politik.

Zuletzt lieferte auch ein Brief des griechischen Premiers Alexis Tsipras an die Gläubiger den Börsianern einen Grund zur Zuversicht. „Die hellenische Republik ist bereit, dem Staff level agreement zuzustimmen“, schreibt Tsipras darin. Doch auch in diesem Brief stellt der Premier seinerseits Bedingungen. Auf den griechischen Inseln will der Premier zum Beispiel die Mehrwertsteuer von 30 Prozent reduzieren. Kürzungen von Sonderrenten und Militärausgaben sollen zu einem späteren Zeitpunkt kommen als von den Gläubigern verlangt. Wie es mit Griechenland weitergeht, entscheidet sich heute in Brüssel. Dort wird die EU-Kommission zu einer Sitzung laden, in der Griechenland sicherlich das Top-Thema sein wird.

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