Börse Frankfurt
Dax-Anleger versilbern ihre Anteile

Vergangene Woche ging es rasant aufwärts, das billige Geld der Notenbank wirkte. Doch am Montag ist die Kauflaune schnell verflogen. Jetzt hoffen Anleger wieder einmal auf Draghi – und warten auf Unternehmenszahlen.
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DüsseldorfDer japanischen Notenbank sei Dank ging es zum Wochenschluss noch kräftig aufwärts. In der neuen Woche konnte der Dax allerdings nicht an die Rally anknüpfen und ging 0,8 Prozent tiefer bei 9.251 Punkten aus dem Montagshandel. Börsianern zufolge drückten chinesische und europäische Konjunkturdaten auf die Stimmung. Zudem dürften einige Investoren nach dem steilen Anstieg der vergangenen Tage und Wochen nun Gewinne realisiert haben.

Um die lahmende Wirtschaft anzukurbeln, will die japanische Zentralbank ihr Wertpapierkaufprogramm weiter aufstocken. Das schob die Märkte zuletzt weltweit an: Der Dax legte allein am Freitag um mehr als zwei Prozent zu.

Die Konjunktursorgen bleiben

Doch am Montag kippte die Stimmung schnell, da die Konjunktursorgen wieder in den Vordergrund rückten. Die Stimmung in den chinesischen Industrieunternehmen hatte sich im Oktober überraschend verschlechtert. Das belaste etwas, erklärte Analyst Joshua Mahony vom Broker Alpari UK. In der Eurozone lag der Einkaufsmanagerindex für die Industrie leicht unter der Erwartung. Die Konjunktursorgen würden mit den Stimmungsindikatoren des Verarbeitenden Gewerbes nicht verdrängt, sagte Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba.

Gemischte Signale kamen aus der deutschen Wirtschaft. Die deutsche Industrie wächst zwar wieder – der Einkaufsmanagerindex kletterte im Oktober um 1,5 auf 51,4 Punkte, wie das Markit-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte – doch das Neugeschäft ließ den zweiten Monat in Folge nach.

Hoffen auf die Notenbanken

„Die Anleger werfen Wachstumszweifel über Bord und setzen wieder auf Aktien“, sagt Markus Reinwand, Aktienexperte der Helaba. Die jüngste Erholung stehe allerdings auf schwachem Fundament. Die zunehmende Sorglosigkeit insbesondere der US-Anleger berge daher beachtliche Kursrisiken, mahnt er. Fundamental hat sich die Situation für Aktien zuletzt nicht wirklich verbessert.

Daher setzen die Anleger auch in der neuen Woche darauf, dass die internationalen Notenbanken die Märkte weiter stützen werden. Besonders im Fokus steht daher die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und die anschließende Pressekonferenz am Donnerstag.

Die marktbasierten Inflationserwartungen seien nochmals gesunken, betont Michael Schubert von der Commerzbank: „Sollten auch die umfragebasierten Erwartungen weiter nachgeben, würde der Druck auf die Notenbank zunehmen, weitere Maßnahmen wie Staatsanleihenkäufe zu beschließen.“ Für kommenden Donnerstag signalisierten EZB-Ratsmitglieder allerdings eine noch abwartende Haltung, meint der Experte.

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Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax-Anleger versilbern ihre Anteile"

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  • Einen Crash gibt es nicht.Aber auch keine Performance mit 25% wie in den beiden Vorjahren.Das lässt sich heute schon sagen.

  • 2007 war der Markt auch nicht euphorisch.Der Abstieg ging vom US Immobilienmarkt aus.Das hatte mit den Aktien,speziell denen in Deutschland sehr wenig zu tun.DAS KGV lag 2007 mit 12 unter dem von heute-15,weil die Gewinne der DAX 30 Unternehmen im Schnitt höher waren,als heute.Besonders bei den Banken und Versicherungen.Eine Deutsche Bank war 2007 mit einem KGV von unter 10 bewertet,ebenso eine Commerzbank,Münchner Rück oder Allianz.

  • DAX und Kauflaune?
    Hat nichts miteinander zu tun. Was soll diese hektische Berichterstattung auf jede Daxbewegung`. Der DAX wird von den Investmentbanken nach Interessenlage gesteuert.

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