Börse Frankfurt
Dax-Anleger vor US-Wahl skeptisch

Kurz vor den US-Wahlen haben sich die Investoren am deutschen Aktienmarkt nicht aus der Deckung getraut. Auch Diskussionen um Griechenland belasteten die Stimmung und ließen Finanzwerte einknicken.
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FrankfurtDie bevorstehende US-Wahl hat bei Anlegern zum Wochenstart europaweit für Unbehagen gesorgt. „Die beiden entscheidenden Fragen sind: Wie wird die Wahl ausgehen und wie werden die Märkte reagieren?“, sagte Marktanalyst Roger Peeters vom Bankhaus Close Brothers Seydler. Der Dax lag den ganzen Handelstag im Minus und schloss 0,51 Prozent tiefer bei 7.326 Punkten, der Euro-Stoxx verlor rund ein Prozent.

Die Investoren scheinen keine klaren Präferenzen zu haben. „Offenbar gehen sie davon aus, dass beide die Probleme ähnlich angehen werden.“ Anderen Experten zufolge wäre den Händlern ein Sieg von Obama lieber als der seines republikanischen Herausforderers Romney: Ein Machtwechsel würde schon allein wegen Romneys Kritik an Fed-Chef Bernanke am Markt für Unsicherheit sorgen, sagen sie.



Ob US-Präsident Barack Obama oder sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney gewinnt, spiele nur eine untergeordnete Rolle, bemerkte hingegen Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. „Das wirkliche Worst-Case-Szenario wäre ein Patt oder ein langer Streit um das Wahlergebnis.“ Dieses politische Vakuum könnten sich die USA angesichts der wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Probleme kaum erlauben.

Daniel Zindstein, Portfolio-Manager des Fondsanbieters Gecam, wies zudem darauf hin, dass der neue Präsident voraussichtlich einem gespaltenen US-Kongress gegenübersteht, dessen beide Kammern von jeweils einer der großen Parteien dominiert wird. „Es ist also ein Moderator im Weißen Haus gefragt, der mehr verbindet als spaltet und fähig ist, Kompromisse zu schließen, auch wenn dies der Parteilinie widerspricht.“

Bis Januar müssen sich Präsident, Repräsentantenhaus und Senat auf einen Plan zum Schuldenabbau einigen. Sonst droht der weltgrößten Volkswirtschaft wegen auslaufender Steuererleichterungen und automatischer Ausgabenkürzungen eine Rezession: Die USA würden über die sogenannte „Haushaltsklippe“ (Fiscal Cliff) stürzen.

Die Furcht hiervor war auch an den Terminmärkten zu spüren: Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, stiegen um jeweils knapp sechs Prozent. Insgesamt hielten sich die Anleger allerdings mit Engagements zurück. Der Umsatz aller gehandelten Dax-Werte lag am Montagvormittag mit gut 500 Millionen Euro rund ein Drittel unter dem Niveau zur gleichen Zeit am Freitag.


Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax-Anleger vor US-Wahl skeptisch"

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  • Kann man den DAX verunsichern? Ist ja nicht so, als ob das eine Person wäre, der der Selbstwert fehlte. Ist halt alles nur noch Automaten-getradete Aktien-Weichwährung. Zuviele Shorts und Longs klopfen die Kurse eben weich, insbesondere bei dem wenigen Handel, den wir da sehen.

  • Wahl verunsichert DAX??? Was für ein Quatsch! Kein mensch ist verunsichert!

    Auch von einem ´"Abwarten" kann keine Rede sein. Im Gegenteil, die Kurse haben sich allen Unkenrufen zum Trotz in den letzten Monaten recht kontinuierlich entwickelt. Da ist ein Minus des heutigen Maßes einfach n ur normal. Warum schreint das HB nicht einfach mal die banale Sachlage auf, wie heute z.B.:

    "Nix Besonderes von der Börse. Bussines as usual!"

  • Falls bereits nach der ersten US-Stimmenzählung ein Ergebnis feststeht, gibt es für den Gewinner keinen Grund mehr, die Märkte noch länger oben zu halten. DAX follows DJ.

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