Börse Frankfurt
Dax-Anleger vorsichtig vor Fed-Entscheid

Mit der Fed-Sitzung am Abend steht der wichtigste Termin des Jahres kurz bevor. Die Finanzwelt erwartet eine Zinserhöhung von Notenbankchefin Janet Yellen. Anleger halten sich zurück, der Dax gibt etwas nach.

FrankfurtEuropas Börsen haben während ihrer Jahresendrally eine Pause eingelegt. Am letzten Handelstag vor dem Jahreshöhepunkt unterbrechen die Anleger den aktuellen Aufschwung und warteten auf die Signale aus Washington. Dort tagt am Abend der Offenmarktausschuss der Federal Reserve, um über die Zinsen in den USA zu entscheiden. Auf dem Parkett gilt eine Erhöhung der Leitzinsen als ausgemachte Sache. Und so übten sich die Börsianer im Vorfeld in Zurückhaltung. Der Dax notierte beim Börsenschluss am Mittwoch 0,4 Prozent leichter bei 11.245 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 gab 0,6 Prozent nach auf 3217 Zähler.

Die Investoren wollten nicht viel riskieren, bevor Fed-Chefin Janet Yellen nach europäischem Börsenschluss um 20.30 Uhr vor die Presse tritt und die Ergebnisse der Sitzung, die schon um 20.00 Uhr bekannt gegeben werden, kommentiert. Nach den jüngsten Ankündigungen aus ihrem Hause, wäre alles andere als die erste Zinserhöhung seit genau einem Jahr eine Überraschung. Die US-Notenbank hatte im Dezember vergangenen Jahres die erste Anhebung nach der Finanzkrise beschlossen – der Eintritt in eine neue Phase der Geldpolitik.

Seitdem aber ist die Zinswende ins Stocken geraten. Das schwierige Jahr 2016 hatte die Straffung des monetären Umfeldes ein ums andere Mal verhindert. Die Unwägbarkeiten lösten sich nahezu im Monatswechsel ab. Ein Börsenbeben in China eröffnete das Jahr turbulent. Und plötzlich stellten sich Fragen nach der Konjunktur im Reich der Mitte. Im Frühjahr folgte der Höhepunkt eines Ölpreis-Absturzes, den so niemand auf dem Zettel hatte. Im Sommer schockten die Briten mit ihrem Nein zum Verbleib in der Europäischen Union und im November gewann ein Polit-Außenseiter das Rennen um das mächtigste Amt der freien Welt.

Bemerkenswert: Die politischen Paukenschläge sorgten nicht für die Verwerfungen, die im Vorfeld so oft an die Wand gemalt worden waren. Zumindest, was die Märkte betrifft. Brexit-Referendum und Trump-Wahl steckte das Parkett nach einem relativ kurzen Schreckmoment nicht nur überraschend gut weg, in Nachhinein erklommen die Kurse an den Börsen gar neue Höhen. Dass sich die alte Weisheit von der Kurzbeinigkeit politischer Börsen bestätigte, dass die Börsen anscheinend nur noch die nahe Zukunft im Blick haben, dürfte seine Gründe auch in der Geldpolitik haben, die so locker wie sie ist, immer weiter Geld in die Märkte spült.

Die Währungshüter des Dollars gingen bisher kein Risiko ein und hielten die Füße still – eine Sitzung nach der anderen. Per Satzung der Preisstabilität und einem möglichst hohen Beschäftigungsstand verpflichtet, war es die Finanzmarktstabilität, die in vielen Momenten den Ausschlag gegeben hatte. Zu groß die Sorge, dass aus der Volatilität an den Börsen eine Gefahr für die Realwirtschaft erwächst. In den USA kam die Konjunktur nach zwischenzeitlichen Dämpfern in Fahrt, der Arbeitsmarkt weist quasi Vollbeschäftigung aus. Doch die globale Dynamik bleibt fragil. Daher entschieden sich die für ihre Vorsicht bekannten Notenbanker fürs Abwarten.

Heute Abend aber dürfte das Warten ein Ende haben. Experten rechnen mit einer Erhöhung um ein Viertelprozent auf dann 0,50 bis 0,75 Prozent. Die Börsianer sind sich dessen so sicher, dass sie schon anderes im Blick haben. Sie interessieren sich vor allem für das Tempo der Straffung. Aktuell wird mit zwei weiteren Zinsschritten im Jahr 2017 gerechnet.

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