Börse Frankfurt
Dax-Anleger werden aus Unternehmensdaten nicht schlau

Siemens enttäuscht mit schwachen Zahlen, SAP überzeugt, Google verzeichnet ein verbessertes Weihnachtsgeschäft, Apple steht in den Startlöchern. Die Flut an Zahlen irritiert einige Börsianer und bremst den Dax.
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FrankfurtHeute ließen es die Anleger gemütlich angehen. Der Dax zeigte den gesamten Handelstag über kaum Lebenszeichen. Am Ende ging er mit einem kläglichen Plus von 0,2 Prozent auf 7.708 Punkte aus dem Handel. Der TecDax hingegen beendete, getrieben von stark notierenden Aktien von Aixtron und Drägerwerk, den Handel mit einem satten Plus 1,9 Prozent auf 888 Zähler deutlich stärker. Der MDax wiederrum zeigte sich ähnlich träge wie der Dax. Er ging mit einem Aufschlag von 0,3 Prozent auf 12.606 Punkte aus dem Handel.

Allerdings herrschte bei den Einzelwerten mehr Bewegung, als die Dax-Tafel erahnen ließ. Denn heute hatten vor allem die Schwergewichte das Sagen. Banken, Siemens und SAP waren im Fokus und lenkten das Börsengeschehen.

Lange nahmen gegenläufige Kursbewegungen von Siemens und SAP dem Leitindex den Wind aus den Segeln. Denn während Siemens mit mauen Quartalszahlen die Anleger enttäuschte und dementsprechend schwach notierte, konnte SAP seine Investoren mit erreichten Zielen zufriedenstellen. Am späten Nachmittag holte das größte Unternehmen Deutschlands dann ein wenig auf. Die Pläne vom Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher, Siemens wieder zum Branchenführer machen zu wollen, bewog einige Börsianer zu Nachkäufen. Am Ende gingen die Siemens-Papiere unverändert aus dem Handel heraus.

Bei SAP reichte es für ein Plus von 2,4 Prozent. Nur Merck-Papiere stiegen mit 2,44 Prozent stärker als SAP. Die Software-Lizenz- und Wartungs-Erlöse legten 2013 ohne Sondereffekte bei konstanten Wechselkursen voraussichtlich um elf bis 13 Prozent zu. 2012 hatten sich diese Erlöse auf 13,25 Milliarden Euro summiert und lagen damit 13 Prozent über Vorjahr.

Der mit milliardenschweren Zukäufen aufgebaute Geschäftsbereich Cloud-Software werde voraussichtlich einen Umsatz von rund 750 Millionen Euro beisteuern, 2012 waren es 342 Millionen Euro. Der operative Gewinn werde im laufenden Jahr ohne Sondereffekte bei konstanten Wechselkursen in der Spanne von 5,85 bis 5,95 Milliarden Euro liegen, 2012 waren es 5,21 Milliarden Euro.

Die starke SAP-Performance ließ auch die Aktien des Chipherstellers Infineon steigen. Die Papiere des Münchner Unternehmens stiegen um ein Prozent und positionierten sich damit direkt hinter SAP. Auftrieb bekamen sie zudem von einem verbesserten Rating der Commerzbank.

Die Bank-Aktien zeigten sich heute in schwacher Form und sorgten, zusammen mit der bescheidenen Performance der Siemens-Aktien, weitgehend für Stagnation im Dax. Mit einem Minus von 1,5 Prozent rutschten die Titel der Commerzbank zu den Verliererwerten. Die Deutsche Bank schloss sich mit einem Abschlag in Höhe von 1,5 Prozent den schwächsten Titeln an. "Offenbar fürchten vor allem angelsächsische Investoren, die Aufsicht in Deutschland könnte es mit der Einführung eines Trennbanksystems ernst meinen", kommentierte ein Börsianer. Die "Börsen-Zeitung" hatte am Dienstag berichtet, die BaFin habe zwei große Banken - Deutsche Bank und die LBBW- aufgefordert, so etwas mal durchzuspielen.

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  • Heidi, Heidi, Deine Welt ist das Abflussrohr...

  • Spanien rutscht tief in die Rezession!!!
    Und dieses Niveau sollen jetzt wirklich Kaufkurse sein?

  • immer wieder ein Genuß,
    die Meinung der spitzen Kräfte im Forum zu hören.
    Das erhöht die Kundenbindung ans HB.

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