Börse Frankfurt Dax-Anleger wieder in Kauflaune

Die Entspannung im Korea-Konflikt hat den Anlegern in Europa am Mittwoch wieder Mut gemacht. Kursverluste des Euro halfen dem Dax zusätzlich. Wichtiges Thema auf dem Parkett war erneut die Insolvenz von Air Berlin.
Update: 16.08.2017 - 18:12 Uhr Kommentieren

„Für Air Berlin-Anleger und -Gläubiger ist alles verloren“

„Für Air Berlin-Anleger und -Gläubiger ist alles verloren“

FrankfurtDie wieder schwindende Furcht vor einem Krieg in Fernost und ermutigende europäische Konjunkturdaten haben Anleger am Mittwoch in Kauflaune versetzt. Kursverluste des Euro halfen Dax und EuroStoxx50 zusätzlich, weil dadurch Waren hiesiger Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger werden. Die beiden Aktienindizes gewannen jeweils 0,7 Prozent auf 12.263,86 und 3485,72 Punkte.

Der Streit zwischen den USA und Nordkorea sei zwar noch nicht beigelegt, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. „Aber da offenbar mehr auf Diplomatie als auf militärische Aktionen gesetzt wird, riskieren Anleger wieder mehr und kaufen Aktien.“ US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea vergangene Woche für den Fall weiterer Provokationen „Feuer und Zorn“ angedroht. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un konterte mit Plänen für einen Angriff auf eine US-Militärbasis im Pazifik.

Unabhängig davon wuchs die europäische Wirtschaft im zweiten Quartal zum Vorjahr überraschend stark um 2,2 Prozent. Dies könnte die Europäische Zentralbank (EZB) dazu bewegen, bald eine Straffung der Geldpolitik zu signalisieren, sagte Emmanuel Lumineau, Chef des Anlageberaters BrickVest. Einem Insider zufolge wird EZB-Präsident Mario Draghi das anstehende Notenbanker-Treffen kommende Woche aber nicht dafür nutzen. Er wolle der Diskussion in seinem Haus nicht vorgreifen.

Das wurde im ersten Halbjahr 2017 aus 100.000 Euro
Platz 25: Zucker
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Wie gewonnen, so zerronnen. Im vergangenen Jahr gehörte Zucker mit einem Plus von 28 Prozent zu den lukrativsten Anlageformen, im ersten Halbjahr 2017 machten Investoren aber deutliche Verluste. Der Preis für eine Tonne Rohrzucker brach in New York um mehr als 35 Prozent ein. Zucker wird – wie alle Rohstoffe - in Dollar gehandelt wird. Der zum Euro gefallene Dollar vergrößerte die Verluste für hiesige Investoren noch. Wer Anfang des Jahres einen Terminkontrakt für 100.000 Euro auf Zucker kaufte, hat so jetzt – ohne Transaktionskosten - nur noch 59.740 Euro auf dem Konto. Hauptgrund für den Verfall sind globale Produktionsüberschüsse und wachsende Lagerbestände.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 24: Öl
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Hohe Lagerbestände sind auch ein Grund dafür, dass der Ölpreis in diesem Jahr wieder auf Talfahrt gegangen ist. Dazu kommt die steigende Förderung in den USA, nicht nur von traditionellem, sondern auch von aus Schiefergestein gewonnenem Öl. Seit Januar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseeölsorte Brent um 16 Prozent, aus 100.000 in Ölkontrakten angelegten Euro wurden sogar nur 77.520 Euro – ein Minus von 22,48 Prozent. Die seit November vergangenen Jahres geltende Förderbremse der Organisation Erdölexportierender Länder (Opec) und zehn weiterer Nationen zieht damit nicht. Die USA machen bei den Beschränkungen nicht mit.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 23: Aktien Katar
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Das reichste Land der Welt wird von seinen Nachbarn isoliert. Saudi-Arabien und seine Verbündeten Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Ägypten und Jemen warfen Katar Anfang Juni vor, Extremisten zu unterstützen und haben ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Wüstenstaat abgebrochen. Darauf reagierte auch die Börse. Die Verluste des QE-Index in Doha summieren sich so seit Jahresanfang auf 13,5 Prozent, dazu wertete die Landeswährung Katar-Riyal zu Dollar und Euro ab. Von 100.000 in den QE-Index investierten Euro sind so nur noch 79.500 Euro übrig.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 22: Aktien Russland
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Die Erholung der russischen Börse aus dem vergangenen Jahr ist schon wieder zu Ende. 100.000 in den Leitindex Micex investierte Euro schrumpften seit Januar auf 81.200 Euro – ein Verlust, der durch die Abwertung des Rubels noch verstärkt wurde. Hauptgründe für den neuen Einbruch der Börse sind der wieder fallende Ölpreis. Dazu belasten nach wie vor die wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen die russische Wirtschaft.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 21: US-Dollar
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Vor allem am Devisenmarkt zeigt sich, dass die Euphorie um US-Präsident Trump verflogen ist. Die Hoffnungen schwinden, dass er seine angekündigten Steuersenkungs- und Investitionsprogramme zügig durchgesetzt bekommt. Auch die Politaffären rund um FBI und Russland lassen den Dollar schwächeln. Und das nicht nur zum Euro, sondern zu den meisten wichtigen Währungen. Der Euro dagegen legte zu vielen Währungen zu. Die Folge: Aus 100.000 zu Jahresbeginn in den Dollar investierten Euro sind in den ersten sechs Monaten des Jahres nur noch 81.200 Euro geworden, ein Minus von über sieben Prozent.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 20: Aktien Brasilien
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Mit vielen Vorschusslorbeeren war Brasiliens Präsident Michel Temer Ende 2015 ins Amt gestartet. Doch im März kam heraus, dass auch Temer in den seit Jahren schwelenden landesweiten Bestechungsskandal rund um die Konzerne Petrobras (Öl- und Gas), Odebrecht (Bau- und Chemie) sowie JBS (Fleisch) verwickelt ist. Das ernüchterte die Investoren. In Real gerechnet legte der Ibovespa-Index zwar knapp drei Prozent zu, aber der Real wertete deutlich ab. Von 100.000 in den Ibovespa investierten Euro verloren Anleger somit in diesem Jahr 5.595 Euro auf 94.050 Euro.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 19: US-Staatsanleihen
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Für Dollar-Anleger haben sich US-Staatsanleihen besser entwickelt als erwartet. Obwohl die US-Notenbank Fed den Leitzins in diesem Jahr bereits zweimal auf ein Band von jetzt 1,00 bis 1,25 Prozent erhöht hat, stiegen die Kurse von US-Staatsanleihen mit langer Laufzeit. Das liegt vor allem an den gesunkenen Inflationserwartungen. Quer über alle Laufzeiten erzielten Anleger im ersten Halbjahr mit US-Staatsanleihen so einen Gesamtertrag aus Zinseinnahmen und Kursveränderungen von immerhin gut zwei Prozent. Der Verlust des Dollars zum Euro zehrte diesen Gewinn aber für Euro-Anleger mehr als auf. Aus 100.000 in US-Staatsanleihen investierten Euro bleiben so nur 94.970 Euro übrig.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Das Pfund Sterling verteuerte sich dagegen dank starker Konjunkturdaten binnen Minuten um rund einen halben US-Cent auf bis zu 1,2903 Dollar. Zwar fiel die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Stand seit 42 Jahren und die Löhne legten überraschend stark um 2,1 Prozent zu. Da die Inflation allerdings noch höher liege, hätten Arbeitnehmer real weniger Geld in der Tasche, erklärte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Daher werde die Bank von England die Zinsen auf absehbare Zeit nicht anheben.

Das Pfund konnte seine anfänglichen Gewinne jedoch nicht halten und kostete mit 1,2861 Dollar wieder ungefähr so viel wie kurz vor Bekanntgabe der Konjunkturdaten.

Für Air Berlin geht es weiter abwärts
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