Börse Frankfurt
Dax-Anleger zeigen Nerven

Die Unsicherheit über den Ausgang der US-Wahlen macht deutsche Anlegern merklich zu schaffen. Auch am Donnerstag agierten sie eher lustlos. Da halfen auch gute Bilanzzahlen wenig.
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FrankfurtEuropas Anleger haben sich am Donnerstag weiter zurückgehalten. Zwar konnte sich die Abwärtsdynamik nach den großen Verlusten vom Vortag verlangsamen, zeitweise trauten sich die Börsianer etwas aus der Deckung. Doch die Verunsicherung ist groß. So kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen ergeben sich wenig Gründe, ins Risiko zu gehen. Der Dax verlor 0,4 Prozent auf 10.326 Punkte und gab damit den fünften Tag in Folge nach. Damit hat das wichtigste Marktbarometer der Bundesrepublik seit Freitag bereits etwa drei Prozent verloren.

Die Sorge, dass die Wahlen in den Vereinigten Staaten zu Ergebnissen führen, die die Börsen belasten könnten, stellt alle anderen Themen in den Schatten. Die vielen guten Zahlen aus der aktuellen Berichtssaison die die Märkte heute erreichen, müssen um Beachtung ringen. Und sogar die Geldpolitik, das ewige Thema des Jahres – bei ehrlicher Betrachtung: das ewige Thema der vergangenen zwei bis drei Jahre –, wird zur Nebenrolle degradiert. Wie von allen Seiten erwartet, hielt die US-Notenbank Fed in Sachen die Finger still. So kurz vor den Wahlen vertagten die Währungshüter jede Veränderung des geldpolitischen Umfeldes.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat entwickelt sich zum richtigen Börsenschreck. Die Finanzwelt fürchtet seine politische und wirtschaftliche Unberechenbarkeit. Sie setzt auf Hillary Clinton. Bei ihr könne man besser absehen, was sie vorhat, heißt es auf dem Parkett. Nach den Duellen im TV und einem handfesten Videoskandal schien ein Sieg der Kandidatin des Establishment nach langem und aggressiven Wahlkampf fast klar. Zumindest hatten die Börsianer es so gesehen. Der ein oder andere Experte hatte gar von einer Wahlrally gesprochen, sollte Clinton ihrem Kontrahenten in den Umfragen davonlaufen. Doch es kam anders.

Neue Enthüllungen brachten in der Email-Affäre brachten die Kandidatin der demokratischen Partei in Bedrängnis. Trump feierte in der vergangenen Woche ein Comeback in den Umfragen. Und auch wenn diese oft nur die bloße Zustimmung erfragen – viel entscheidender ist es, wer die meisten Stimmen bei den Wechselwählern in den wiederum entscheidenden Staaten holt –, reicht die Nachricht aus um für eine Talfahrt zu sorgen. Seit seinem Jahreshoch der vergangenen Woche hat der Dax mehr als vier Prozent verloren.

Womöglich sind es nicht nur die vielen Fragen, die bei einem Sieg des Politik-Außenseiters Trump auf Antworten warten, die für die Flucht vom Parkett sorgen. Es könnte auch die generelle Unsicherheit sein, wer denn nun endlich das Rennen macht. Die Anspannung wird in den noch wenigen Tagen bis zur Wahl am Dienstag weiter zu nehmen. Konjunkturdaten wie der morgen erscheinende US-Arbeitsmarktbericht, sonst ein Highlight des Monats, ändern daran nichts. Der Kampf um das wirkmächtigste politische Amt der Welt bleibt das Thema. Politische Börse sind kurze Börsen, aber es sind intensive Börsen.

Auch die europäischen Titel musste am Ende des Börsentages Verluste hinnehmen. Der EuroStoxx50 büßte 0,2 Prozent auf 2.974 Zähler ein.

Auch die zweite Frankfurter Reihe zeigte sich besser gelitten als die Nummer eins im Lande. Der MDax holte 0,4 Prozent zurück und kam auf 20.796 Punkte, der TecDax rückte 1,3 Prozent vor auf 1707 Zähler.

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  •  Wenn ich nachts an Deutschland denke....ja dann mach ich auch dicke Backen.
    Wen interessieren denn ein paar Börsianer in diesem Land???????
    Wir haben aber mal ganz andere Probleme....DANKE Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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