Börse Frankfurt
Dax auf Erholungskur

Auch der fünfte Tag der Woche wird wohl im Plus enden. Auf Wochensicht legt der Dax knappe vier Prozent zu. Die Anleger hoffen auf weiterhin billiges Notenbankgeld – nach der Fed-Freude legte Mario Draghi heute nach.

FrankfurtDer Dax hat seine starke Woche fortgesetzt. Der Deutsche Aktienindex schloss am Freitag mit einem Plus von 0,3 Prozent und 11.085 Punkten zwar nur unwesentlich fester. Doch angesichts eines Wochenplus von knapp vier Prozent und einem leeren Terminkalender am Freitag war der Schwungabfall zum Wochenausklang zu verkraften. Grund für diese Erholung sind wieder mal die großen Notenbanken. Die Anleger hofften auch am Freitag auf weitere Impulse aus der Welt der Währungshüter. Nachdem die Fed-Protokolle zur Wochenmitte mit ihrer Aussicht auf mittelfristig weiterhin niedrige Zinsen frohlockt hatten, blickten die Börsianer nun auf das, was Mario Draghi zu sagen hatte.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank sprach am Morgen auf einer Bankenkonferenz. Und wenn der Italiener das Wort hat, wird es in den Handelssälen Europas schnell ganz still. Draghi hatte mit seiner Ankündigung vom Oktober, das Anleihenkaufprogramm der EZB bei Bedarf weiter aufzurüsten, für Kaufstimmung bei den Anlegern gesorgt. Zwar hielt sich der oberste Hüter des Euros heute mit konkreten Aussagen – der Tragweite seiner Worte wohl bewusst – routiniert zurück. Doch der oberste Hüter des Euro betonte einmal mehr die Bereitschaft, das geldpolitische Instrumentarium der EZB bei Bedarf intensiver in Anspruch zu nehmen, um das Euro-Inflationsziel von knapp zwei Prozent zu erreichen.

„Wir werden das tun, was wir machen müssen, um die Inflation so schnell wie möglich zu erhöhen“, sagte der oberste Hüter des Euros. Die Notenbank könne und werde es nicht ignorieren, dass die Teuerungsrate im Währungsraum schon länger niedrig liege. Umfang, Dauer und Zusammensetzung des laufenden Anleihekaufprogramms ließen sich ändern, um eine noch expansivere Geldpolitik zu erreichen. Auch eine Änderung des Einlagezinses sei eine Option. Neuen Schwung an den Märkten konnten die Beteuerungsformeln aber nicht entfachen. „Für mehr müssen den vielen Worten nun endlich Taten folgen“, betonte Andreas Paciorek, Analyst von CMC Markets. Mit nun noch größeren Erwartungen nähert sich die nächste Ratssitzung der Zentralbanker am 3. Dezember.

Anders als die Frankfurter Benchmark verbuchte der Leitindex des Währungsraumes, der Euro-Stoxx-50, größtenteils leichte Verluste. Im Späthandel trat er mit 3450 Zählern auf der Stelle. Auch der zweiten Reihe in der Mainmetropole gingen zum Wochenausklang die Kräfte aus. Der MDax legte minimal zu auf 21.279 Punkte. Der TecDax wirbelte bei 1826 Stellen ebenfalls nur Staub auf.

Der Konjunkturkalender blieb heute leer. Umso mehr richtete sich der Blick auf die Einzelwerte, allen voran Volkswagen. Der Aufsichtsrat des kriselnden Autobauers tagt derzeit in Wolfsburg und stellt nach den drohenden Strafen wegen des Abgas-Skandals sein gesamtes Investitionspaket auf der Prüfstand. Vor Verkündigung der Gesprächsergebnisse griffen Investoren beherzt zu. Die VW-Aktien verteuerten sich um 2,3 Prozent und standen damit – wie bereits gestern – an der Dax-Spitze.

Daran konnten auch Unkenrufe aus den Vereinigten Staaten nichts ändern. So muss Volkswagen womöglich die vom „Diesel-Gate“ betroffenen Fahrzeuge in den USA teilweise zurückkaufen. Die Chefin der kalifornischen Umweltbehörde CARB, Nichols, sagte dem Handelsblatt, es sei „ziemlich wahrscheinlich, dass VW wenigstens einen Teil der Flotte von den Besitzern zurückkaufen muss“. Deutsche Anwälte bereiteten Sammelverfahren gegen den Wolfsburger Konzern vor.

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