Börse Frankfurt
Dax auf Schlagdistanz zum Rekordhoch

Nach satten Gewinnen am Donnerstag verlief der Handel heute lange Zeit behäbig. Doch ab Mittag nahm der deutsche Leitindex an Fahrt auf, erlahmte etwas mit der Wall Street, und kam am Ende auf einen neuen Schlussrekord.
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FrankfurtDie Kauflaune hielt sich heute zunächst in Grenzen, der Dax gönnte sich eine kleine Ruhepause auf hohem Niveau. Am Donnerstag noch hatte der deutsche Leitindex im Nachmittagshandel einmal mehr kräftig zugelegt und am Abend ein Prozent höher bei 9150 Punkten geschlossen.

Doch im Laufe des Handels kletterte der Leitindex aus dem leichten Minus am Morgen heraus wieder in Richtung seines Rekordes von 9194 Punkten. Die Börsen der Wall Street öffneten nach den gestrigen Rekorden wieder im leichten Plus, dem Frankfurter Parkett brachte das aber keine Impulse.

So schloss der Dax den Wochenhandel mit 9168 Punkten ab, was ein Plus von 0,2 Prozent bedeutet. Auch in der zweiten Reihe konnten sich die Indizes festigen. Die Nebenwerte im MDax notierten 0,1 Prozent stärker auf 16.096 Punkten, der TecDax legte ganze 0,6 Prozent zu auf 1153 Zähler. Über Wochensicht legte der Dax 0,7 Prozent zu.

Es war ein ruhiger Handelstag. Die Berichtsaison neigt sich dem Ende zu, am Nachmittag kamen einige Konjunkturdaten aus den USA. So vermeldete die US-Wirtschaft überraschend einen leichten Rückgang der Industrieproduktion im Oktober. Doch das spielte an der Wall Street nur eine untergeordnete Rolle.

Die Vorgaben aus Amerika und Asien waren gut. Die von der künftigen US-Notenbankchefin Janet Yellen angekündigte weitere Konjunkturstützung durch die Fed hat die US-Börsen am Donnerstag auf Rekordstände getrieben. Auch in Asien zeigte das Wirkung: Die Tokioter Börse wurde auf den höchsten Stand seit sechs Monaten getrieben.

Vor diesem Hintergrund sagte Händler Mark Priest vom Brokerhaus ETX Capital weiter steigende Aktienkurse voraus. „Das einzige, was uns stoppen könnte, wäre eine Diskussion um eine vorzeitige Drosselung der Fed-Wertpapierkäufe. Das scheint derzeit aber in weiter Ferne.“

Die Preise für Exporte der US-Wirtschaft sind im Oktober überraschend gesunken und signalisieren eine schwächelnde globale Nachfrage. Die Ausfuhren verbilligten sich um 0,5 Prozent zum Vormonat, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Der Rückgang legt nahe, dass die US-Firmen wegen der Schwäche ihrer Handelspartner und der geringen Nachfrage kaum Spielraum für Preiserhöhungen haben.

Die Preise für US-Importe sanken um 0,7 Prozent - vor allem wegen billigerem Öl. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 0,4 Prozent gerechnet.

Für einige Ausschläge beim Dax sorgten die Besitzer von Derivaten. Denn heute war Stichtag für die Optionen auf den Dax. „Die Karten werden wohl erst nach dem kleinen Verfall neu gemischt“, schrieb Helaba-Analyst Christian Schmidt in einem Kommentar. Gegen Mittag liefen die Optionen auf Indizes und einzelne Aktien aus.

So wurde der Settlement-Kurs, bei dem die Optionen verfallen, auf 9192,25 Punkte festgesetzt. Anleger versuchten daher, die Preise für diejenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen.

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  • Noch ganze 10 Punkte,dann haben wir im DAX-Kursindex endlich das Hoch vom 20.Juli 1998 geschafft.Nächster Punkt sind dann die 5300 vom Juli 2007-dann die 6300 vom März 2000.6300 Punkte im Kursdax entsprechen dann 12 000 Punkte im Performance Dax.Dann hätten wir die MK aus 2000 wieder erreicht.Aber ich glaube,die 12000 schaffen wir dieses Jahr nicht mehr.

  • Es war auch heute ein ganz normaler Spieltag, morgens der Dax kurz im Minus, da kann man billig einsteigen und dann hoch. Siemens nun auch auch die 77 Puten abgeräumt, TH 77,01 Euro. Nur auf die Derivate ist für mich Verlass. Egal was kommt, sie können mittlerweile alles passend "programmieren". Schönes Wochenende und Montag hoffentlich gleich nach 8 Uhr die 9200, damit da auch endlich Ruhe ist:) Heute abend locken sie sicher noch genügend rein.

  • Habe gestern Nachmittag zufällig einen Kommentar von unsern X_Trader zu einem anderen Thema im Handelsblatt gelesen (wurde inzwischen aber gelöscht). Zum genießen habe ich ihn mir aber kopiert:


    Als IB (Prop-Trader) und mittlerweile selbst. Börsenhändler kann ich an meinen Fahrzeugen nicht einmal die Reifen selber wechseln. Habe bis jetzt aber weder Probleme mit meinem R8 V10-Plus, V10-Spyder, Cayenne Turbo und dem TT-Roadster. Allesamt mit S-Tronic bzw. Tiptronic-Getriebe.

    Kann nicht verstehen. wieso hier auf den VW-Konzern geschimpft wird. Super Qualität und exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Fertig.

    http://www.handelsblatt.com/auto/nachrichten/doppelkupplungsgetriebe-dq200-das-grosse-problem-des-vw-konzerns/v_detail_tab_comments/9074256.html?pageNumber=2&commentSort=debate


    Seine Armut kotzt mich an!

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