Börse Frankfurt
Dax-Ausverkauf geht weiter

Die Verschnaufpause bei der Talfahrt der europäischen Börsen hat sich als sehr kurzlebig erwiesen. Die Zinsentscheidungen in Japan und den USA sowie die Brexit-Angst ziehen die Deutsche Bank auf ein Rekordtief.

Düsseldorf/FrankfurtDie zaghafte Erholung am deutschen Aktienmarkt ist am Donnerstag von den Notenbanken Japans und der USA zunichte gemacht worden. Ihr Stillhalten in Sachen Geldpolitik und geäußerte Sorgen über die Weltwirtschaft sorgten für erneut markante Verluste an den Börsen. Hinzu kamen wieder zunehmende Ängste vor einem Ausstieg Großbritanniens aus der EU.

Der Dax beendete den über weite Strecken sehr trüben Handel letztlich aber mit einem vergleichsweise geringen Abschlag. Er sank um 0,59 Prozent auf 9550,47 Punkte, nachdem er am späteren Nachmittag noch um 1,8 Prozent gefallen war. Unterstützung kam vor allem durch den Eurokurs. Die Gemeinschaftswährung sackte Richtung 1,11 US-Dollar ab und kostete zuletzt 1,1141 Dollar. Ein schwächelnder Euro stützt exportorientierte Unternehmen, da diese ihre Waren außerhalb der Eurozone leichter absetzen können.

Der MDax sank am Donnerstag um 1,05 Prozent auf 19 468 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,46 Prozent auf 1559 Punkte ein. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 fiel um 0,3 Prozent auf 2822 Punkte.

Der Markt bleibe auch in den kommenden Tagen ein Seismograph der Brexit-Ängste, sagte Börsenfachmann Daniel Saurenz von Feingold Research. „Nehmen diese ab und bleibt er final aus, wird die Volatilität einbrechen und der Dax sich deutlich erholen.“

Unter den Einzelwerten reagierten die Vorzugsaktien von Volkswagen mit Verlusten auf die Bekanntgabe der neuen „Strategie 2025“. Zum Schluss wurden sie mit einem Minus von 2,12 Prozent gehandelt. VW will eine neue Sparte für Mobilitätsdienste gründen. DZ-Bank-Analyst Michael Punzet bemängelte fehlende Details zu den geplanten Maßnahmen und auch zur Abgas-Affäre und schätzt die VW-Papiere weiter skeptisch ein.

Am unteren Ende des Leitindex fanden sich hingegen die Anteilsscheine der Deutschen Bank, die zu Schluss um 1,84 Prozent auf 13,04 Euro absackten. Nachmittags waren sie auf ein Rekordtief bei 12,69 Euro gesunken. Seit Ende Mai steht der gesamte europäische Bankensektor wegen rasant fallender Anleiherenditen und Brexit-Befürchtungen stark unter Druck.

Nach dem offiziellen Übernahmeangebot der chinesischen Midea gewannen die Papiere des Roboter- und Anlagenbauers Kuka zuletzt 1,74 Prozent und waren damit Top-Wert im MDax.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf von minus 0,11 Prozent am Vortag auf ein neues Rekordtief von minus 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,11 Prozent auf 143,25 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,08 Prozent auf 165,47 Punkte vor. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1174 (Mittwoch: 1,1230) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8949 (0,8905) Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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