Börse Frankfurt: Dax baut Verluste aus, Commerzbank schmiert ab

Börse Frankfurt
Dax baut Verluste aus, Commerzbank schmiert ab

Solide Konzernzahlen haben den Dax am Donnerstag über weite Strecken gestützt. Doch eine Vielzahl an Belastungsfaktoren bescherten dem Leitindex erneut Verluste. Besonders heftig traf es die Aktionäre der Commerzbank.
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FrankfurtTrotz vereinzelt positiver Unternehmenszahlen haben die Aktienbörsen am Donnerstag weiter nachgegeben. Trübe europäische Konjunkturaussichten und das drohende Schuldendrama in den USA verhinderten eine Erholung. Nach einem Tageshöchststand von 7287 Punkten am Vormittag, schloss der Dax am Abend 0,4 Prozent schwächer bei 7204 Punkten. Bereits am Mittwoch gab der Leitindex zwei Prozent nach. Auch in der zweiten Reihe gab es Verluste. Der MDax gab 1,2 Prozent auf 11.382 Punkte nach, der TecDax verlor 0,9 Prozent und rutschte auf 806 Zähler ab.

Mit der Vielfalt an derzeitigen Belastungsfaktoren begründete Händler Gregor Kuhn vom Broker IG die schlechte Stimmung der Anleger. Nach Ansicht von Marktanalysten Roger Peeters vom Bankhaus Close Brothers Seydler sind die Anleger nach ihrer Freude über die rasche und eindeutige Entscheidung der US-Präsidentschaftswahl wieder zurück in der Realität angekommen. Daher wären Belastungsfaktoren wie die sogenannte „Fiskalklippe“ in den USA, das konjunkturelle Umfeld oder die Bilanzsaison als Belastungsfaktor wieder in den Vordergrund gerückt.

In den USA laufen zum Jahreswechsel Steuererleichterungen aus und es stehen automatische Ausgabenkürzungen an, sofern sich Präsident und Kongress nicht auf einen neuen Haushalt einigen können. Nach Ansicht der Experten könnte die weltgrößte Volkswirtschaft über diese „Fiskalklippe“ in eine Rezession stürzen.

In Frankfurt gaben am Donnerstag vor allem Quartalsberichte den Ton an den Börsen an. Hinzu kam eine gut gelaufene Auktion spanischer Staatsanleihen, wogegen sich der Ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum im vierten Quartal erneut verschlechtert hatte. Seitens der Notenbanken gab es keine Überraschungen: Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bank of England beließen ihre Leitzinssätze erwartungsgemäß auf historisch niedrigen Niveaus.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten bei Börsenschluss die Aktien von Heidelberg Cement. Dank guter Quartalzahlen konnten die Papiere des Baustoffkonzerns 3,4 Prozent zulegen. Das Sparprogramm des Unternehmens zeigt erste Wirkungen und hat zu einer Umsatz- und Ergebnisverbesserung beigetragen. Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal um 8,9 Prozent auf 3,94 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Dazu trugen den Angaben nach auch steigende Preise und eine günstige Entwicklung der Wechselkurse bei. Das operative Ergebnis legte um 15,5 Prozent auf 649 Millionen Euro zu.

Der Heidelberg-Chef Bernd Scheifele sagte, die Ergebnisqualität habe sich im dritten Quartal vor allem dank der verordneten Einsparungen weiter verbessert. „Unser Programm 'FOX 2013' ist ein großer Erfolg und wir haben unser Einsparziel für 2012 bereits übertroffen.“ Unter dem Strich blieb dem Konzern ein Überschuss nach Anteilen Dritter in Höhe von 258,9 Millionen Euro, das waren 3,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Ebenfalls gestiegen sind die Papiere von Siemens. Sie verzeichneten ein Plus von 1,8 Prozent. Im abgelaufenen Quartal hatten die Münchener mit Umsatz und Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das honorierten die Anleger mit Zukäufen. Allerdings rechnet Siemens für das neue Geschäftsjahr 2012/2013 mit einem Rückgang des Gewinns. „Die Siemens-Zahlen für das Gesamtjahr sind besser als befürchtet“, urteilte ein Händler.

Ähnlich äußerte sich Analyst Jasko Terzic von der DZ Bank. Der Konzern habe die Erwartungen übertroffen. „In Bezug auf die Rentabilität zeigten alle Segmente eine gute Entwicklung.“ Siemens will in den kommenden zwei Jahren sechs Milliarden Euro sparen. Das teilte Siemens am Donnerstag in Berlin mit. Eine Zahl zum geplanten Stellenabbau nannte Siemens zunächst nicht. Das Umbauprogramm koste 2013 eine Milliarde Euro.

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Commerzbank-Aktien brechen ein

Kommentare zu "Dax baut Verluste aus, Commerzbank schmiert ab"

Alle Kommentare
  • Jo, Meister, können ja nicht alle so schlau sein wie Du.

    Logo, gibt's jetzt mehrere Szenarien (wobei für mich alles mit dem S&P steht oder fällt):

    a) Kurzer Drop und danach wieder Gas geben

    b) Weiter "langweiliges" Rumeiern wie die letzten 2 Monate

    c) Crash

    Wie gesagt, schaun mer mal, ob die 200ter im S&P halten.

    Fundamental sind die Börsenstände eigentlich eine Farce, nur gestützt durch krankes Gelddrucken, Alternativlosigkeits-Ausrede & mega-getürkte Zahlen.

    Irgendwann knallt's gewaltig ... ist nur die Frage, ob's jetzt schon losgeht ... im Moment noch still ruht der See ???

  • "Sülz" von Herrn Löscher: mal wieder oder immer noch Rieseneinsparungen aus dem Einkauf? Show me the money, Peter! Time for talks is over....

  • bei vielen her habe ich den eindruck, dass sie überhaupt keinen schimmer haben, wie der hase springt und läuft. allein aus logischer konsequenz sollte jedem der handelt, auffallen, wann der dax z.b. dreht, welche faktoren noch zu berücksichtigen sind usw. wer sein handwerk nicht beherrscht, ist geraten noch mal die schulbank, am besten bei der school of finance, frankfurt, drücken.

    nun mal zur zocker "commerzbank". wer diese klitsche noch für voll nimmt, kann auch gleich den obligatorischen börsenbriefen und sonstigen "kampfstrategen" folgen.

    die commerzbank hat seit den 1950ern ihr "eigenkapital" mehrmals in den sand gesetzt. alles verspielt im laufe der zeit. die haben mehr "kapital-eröhungen" durchgeführt, als sie jemals als gewinn erwirtschaftet haben. die sind das beste beispiel einer zombi-bank.
    das heutige "eigenkapital" besteht aus einem kredit der brd-verwaltung; und so dämlich wie diese verwaltung eben ist, gaben die denen den dreifachen "marktwert" als einlagekredit.
    nachdem was der quaksalber blessing von sich gibt, dürfte dem honorigen bankencasino das geld schon wieder ausgehen. zum staat kann er ja nun nicht mehr, die verschleierung ist auch schon ziemlich schwierig, also werden die leute, oder besser die finanakrobaten und nieten auf die strasse gesetzt und die "dividende" erst mal gestrichen. als wenn die aus irgend einem gewinn "dividende" zahlen könnten. was die ausbezahlt haben war ein teil des kreditgeldes, damit es "schön und erfolgreich" aussieht.
    daraus folgt: die abwicklung der commerzbank hätte schon längst vorgenommen werden müssen. also hier, regierungsgedeckte konkursverschleppung.

  • Neue Headline in Kürze

    Dax macht den Ifo-Indikator und die Bank of England

  • Was du machst, nennt man Meinungshandel, also ein Ratespiel. Hat aber nix mit dem Future-Trading nach meinem Verständnis zu tun.
    Ich kenne auch niemanden der mit Meinungshandel langfristig erfolgreich arbeitet und solide, konstante Ergebnisse von 3.500 (Soll) - 5.000 € pro Tag (Schnitt) im Schnitt über 250 Handelstagen im Jahr damit erwirtschaftet (vor Overhead wie Reuters, etc. und Steuern, bei einem intraday-VaR von ca. 1,0 - 1,5 Mio. € und einer durchschnittlichen Haltezeit von ca. 30 Minuten pro Position), aber ohne Overnight-Risiko.

  • Neue Headline in Kürze:

    "DAX macht den Baumgartner"

  • Sind sie gar nicht,Gerüchte hin oder her,nach so einem Drop wie gestern weiss man was man um kurz vor 10 abends zu tun hat,denn wer verkaufen wollte hat dies entweder schon morgens gemacht,spätestens aber mit dem US Sog.ebenso wie wenn der Markt um 1,5-2% steigt.

    eben,was bringt es wenn die das "leicht verständlich" erklären?wenn die so intelligent wären könnten die ja selber traden und müssten nicht im zweifel morgens um 4 in die Maske kommen.denn ob es rückblickend immer so ist wie geschildert ist auch immer so eine Frage.aber ja N-TV

  • @schaaf: 3 € mit 3K über Nacht, ist besser als Tagesgeld.
    Warum wurde der andere Kommentar bitteschön gelöscht???

  • erstmal glückwunsch an die silikonbrüste ;-)

    der siemens-deal ging wohl auf!

  • Besser den Buchwert und die cash stockpiles Ende November so berechnen, als zu shaking hang im dezember und im Neuen Jahr so.

    Habt Vernunft statt Sozialismus!

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