Börse Frankfurt: Dax beendet Börsentag auf Sechs-Monats-Hoch

Börse Frankfurt
Dax beendet Börsentag auf Sechs-Monats-Hoch

So gut wie seit August nicht mehr beendet der Dax den heutigen Handelstag. Positive Nachrichten aus Deutschland, Griechenland und den USA hievten den Leitindex über die 6.500-Marke. Im Ausland sorgte Nokia für Aufsehen.
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Frankfurt/DüsseldorfDank neuer Hoffnungen auf eine Einigung in Griechenland und des Zinsentscheids der US-Notenbank Federal Reserve konnten Europas Börsen ihre Gewinne am Donnerstag ausbauen. Auch der Dax profitierte von den positiven Nachrichten und notierte bei Börsenschluss 1,8 Prozent besser bei 6.539 Punkten. Bereits am Vormittag kletterte der Leitindex über die charttechnisch wichtige Marke von 6.500 Zählern und damit so hoch wie seit sechs Monaten nicht mehr. Zeitweise legte der Dax über zwei Prozent zu.

Auch die deutschen Nebenwerte notierten erfreulich. Der Index der mittelgroßen Unternehmenswerte MDax stieg um 1,5 Prozent auf 9.970 Punkte, der Tecdax legte um 0,8 Prozent auf 745 Stellen zu. Auch der Dow Jones nahm seinen Schwung vom Vortag mit und notierte bei Börsenschluss in Frankfurt mit 0,2 Prozent im Plus.

Zuversichtlich stimmte die Anleger, dass sich bei der Entscheidung über einen Schuldenschnitt für Griechenland eine Lösung zwischen Athen und seinen Schuldnern abzeichnet. Laut der griechischen Zeitung „Ethnos“ planen die Gläubigerbanken Griechenland ein neues Umschuldungsangebot vorzulegen. Darin wollen sie dem Krisenstaat das verbliebene Geld zu einem Zinssatz von 3,75 statt wie bisher gefordert für vier Prozent leihen. Die europäischen Finanzminister bestehen allerdings darauf, dass Griechenland maximal einen Zins von 3,5 Prozent akzeptiert.

Allerdings warnte Bill Dinning, Chef-Investmentstratege bei Kames Capital, eine Einigung ändere nichts an den langfristigen Aussichten für die Staaten der Euro-Peripherie. „Die Wettbewerbsfähigkeit Südeuropas verschlechtert sich weiter. Aus Investorensicht ist die große Frage, ob die Politik adäquat reagiert, um das Worst-Case-Szenario hinauszuzögern.“

Angesichts der sich nun fortsetzenden Rallye an den Märkten sollten Anleger laut Gregor Kuhn, Analyst bei IG Market, das latente Rückschlag-Potential berücksichtigen: Nach wie vor schwelt die europäische Schuldenkrise. Aktuell gibt Portugal wieder Anlass zur Sorge: Die Risikoprämien auf einen Kreditausfall klettern derzeit auf neue Höchststände. In diesem Kontext steigt auch die Spannung im Vorfeld des EU Gipfels in Brüssel. Hier stehen neben der Verabschiedung des Fiskalpaktes die Themen Wachstum und Beschäftigung im Mittelpunkt.

Am Vormittag hatte bereits das überraschend aufgehellte Konsumklima in Deutschland die Anleger zu Zukäufen animiert. Trotz Schuldenkrise und Konjunkturflaute geben die Deutschen wieder mehr Geld aus, teilte die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag mit. Besser sei die Stimmung zuletzt im März 2011 gewesen.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax beendet Börsentag auf Sechs-Monats-Hoch"

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  • Der Markt kann nicht Recht geben: das ist auch nicht seine Aufgabe.

    Bedenken wir lediglich, dass das "freie Spiel der Kräfte" Wesensbestandteil der Märkte sein soll.

    Das erklärte Volatilitäten der Gegenwart ebenso, wie jene der Vergangenheit.

    Kein Markt war je "fest" - wir Gegenwärtigen neigen dazu das zu überschätzen.

    Und wer heutzutage noch überrascht ist über "Innovationsgeschwindigkeiten" sollte sich nicht wundern, zu welchen Wundern "Dromologie" (die Lehre von der Geschwindigkeit, glaubt man nicht nur Virilio) in der Lage zu sein scheint.

  • Mal sehen, wer vom Markt Recht bekommt.

  • stimmt, aber vor 10.000 Punkten wird die BlödZeitung keine AktienTipps geben.
    Und zur Zeit wird noch soviel Schwarzgemahlt, dass genügend luft nach oben ist

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