Börse Frankfurt: Dax beendet den Tag im Minus, die Woche aber im Plus

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Dax beendet den Tag im Minus, die Woche aber im Plus

Kurz vor Beginn des Wochenendes und machen Anleger Kasse. Der deutsche Leitindex verliert am Freitag knapp ein Prozent. Der wieder fallende Ölpreis drückt die Stimmung. Unter die Räder geraten vor allem Autotitel.

FrankfurtDer Dax hat am Freitag seiner jüngsten Erholungsrally Tribut gezollt und mit Verlusten geschlossen. Nach einem richtungslosen Start drehte der deutsche Leitindex ins Minus und verabschiedete sich letztlich 0,8 Prozent tiefer bei 9.388,05 Punkten aus dem Handel. Gegenüber vergangenem Freitag erreichte er dennoch einen Gewinn von 4,69 Prozent, das höchste Wochenplus des Jahres.

Der MDax der mittelgroßen Werte rutschte am Freitag um 0,60 Prozent auf 19.009,38 Punkte ab und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,42 Prozent auf 1.612,67 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,83 Prozent auf 2871,05 Punkte ein.

Sinkende Ölpreise haben die Kauflaune am US-Aktienmarkt zum Wochenschluss getrübt. Vor allem Papiere von Firmen aus dem Energie-Sektor gaben nach und belasteten damit den Dow-Jones-Index sowie den S&P 500.

Ein überraschend starker Anstieg der US-Verbraucherpreise im Januar schürte hingegen die Erwartung, dass die US-Notenbank nun doch an ihrem geplanten Kurs der schrittweisen Zinserhöhungen in diesem Jahr festhalten kann. Eine schwache Wirtschaftsentwicklung hatte dies zuletzt fraglich erscheinen lassen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte im Handelsverlauf 0,3 Prozent tiefer bei 16.368 Punkten. Der S&P-500 verlor 0,1 Prozent auf 1915 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte indes um 0,4 Prozent auf 4503.

Portfoliomanager Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel sprach von Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende. Dazu drückten negative Unternehmensnachrichten, die wieder fallenden Ölpreise und die erneut schwächelnden US-Börsen auf die Stimmung. Auch die spürbar gestiegene US-Inflation belastete, da sie eine baldige weitere Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed wahrscheinlicher macht.

Im Dax gerieten vor allem die Autotitel unter die Räder. Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) sanken um 3,22 Prozent, nachdem die Wolfsburger für den Rückruf von Fahrzeugen wegen des Abgasskandals weitere Starttermine für deutsche Kunden genannt hatten. Die VW-Tochter Audi ruft ab März ebenfalls betroffene Fahrzeuge zurück. Ärger wegen der Affäre hat VW auch im wichtigen Markt Südkorea. In den USA ist laut „Manager Magazin“ nicht vor Ende März mit einer Lösung zu rechnen, die zudem vermutlich teurer als erwartet ausfallen dürfte.

Die Daimler-Papiere mussten Verluste von 2,09 Prozent verkraften. Ein Autobesitzer in den USA strengt eine Sammelklage gegen die Stuttgarter wegen angeblichen Betrugs bei Abgaswerten an. Einem Händler zufolge scheint das angesprochene Problem aber nicht vergleichbar mit dem von VW, denn es gehe um Messwerte bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius. Allerdings würden wohl einige Anleger vorsichtiger - sie versilberten ihre Gewinne aus der jüngsten Kurserholung.

Die Anteilsscheine des Versorgers Eon rutschten kurz vor Börsenschluss mit minus 4,46 Prozent ans Dax-Ende. Händler verwiesen auf Aussagen des Finanzvorstands (CFO) Michael Sen über die Belastungen durch die niedrigen Großhandelsstrompreise, die abermals Sorgen über die Dividende des Energiekonzerns geweckt hätten. Echte Neuigkeiten hätten die Aussagen allerdings nicht enthalten.

Sen hatte den Branchenabschwung gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg als „Realitäts-Check“ für die Investitionsstrategie und die Dividendenpolitik der kommenden Jahre bezeichnet. Erst zu Wochenmitte hatte Eon-Konkurrent RWE die Anleger mit einer Streichung der Dividende für seine Stammaktien und einer drastischen Reduzierung der Ausschüttung für die Vorzugsaktien verärgert.

Für die Aktien der Allianz ging es nach Geschäftszahlen um 1,25 Prozent bergab. Der Versicherer hatte zwar seine Dividende angehoben, aber nicht so stark wie von Analysten erhofft. Dazu sorgten eine mäßige Gewinnentwicklung im abgelaufenen Jahr und ein vorsichtiger Ausblick für Ernüchterung.

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