Börse Frankfurt
Dax beendet Gewinnserie

Nach fünf Tagen mit Kursgewinnen haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dax pendelte am frühen Nachmittag um seinen Vortagesschluss von 5 619 Zähler. Der schwache ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen belastet den Markt. Für Kursturbulenzen bei VW-Aktien sorgen Scheichs aus Katar.
  • 0

HB FRANKFURT. Die Serie ist beendet: Nach fünf Tagesgewinnen in Folge haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt heute eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dax schloss erstmals wieder leicht im Minus. Die Gründe: Ein enttäuschender ZEW-Index sowie die schwächelnde Wall Street haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag ins Minus gedrückt. Der Dax hatte es am Nachmittag dank eines freundlichen Auftakts in New York kurzzeitig wieder in die Gewinnzone geschafft. Als die Gewinne dort verpufften, ging auch dem deutschen Leitindex wieder die Puste aus. Mit Abschlägen von 0,12 Prozent auf 5 613 Punkte hielt sich das Minus aber in Grenzen. Der MDax der mittelgroßen Werte fiel um deutlichere 0,56 Prozent auf 7 186 Zähler, und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 1,05 Prozent auf 752 Punkte. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 86,3 (Vortag 94) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,5 (2,6) Milliarden Euro.

"Der schlechtere ZEW bot einen Vorwand für den Dreh ins Minus", sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Nach der jüngsten Erholung gebe es nun Gewinnmitnahmen. Der ZEW-Index sackte im November um 4,9 auf 51,1 Zähler ab. "Diese Entwicklung zeigt, dass trotz wieder etwas besserer Wirtschaftszahlen eine gesunde Portion Skepsis durchaus angebracht bleibt", fasste NordLB-Analyst Mario Gruppe zusammen. Andere sprachen von rückkehrendem Realismus nach einer vielleicht zu euphorischen Phase. Schätzungen in Regierungskreisen, wonach in Deutschland die Wirtschaft im dritten Quartal um 0,8 bis 1,0 Prozent gewachsen sein könnte, gaben den Optimisten Rückenwind

Am Dax-Ende büßten die Stammaktien von Volkswagen (VW) 8,04 Prozent auf 102,00 Euro ein. Die nicht im Leitindex gelisteten Vorzüge brachen nach Bekanntwerden des Platzierungspreises durch Katar weiter ein und schlossen 15,78 Prozent tiefer bei 60,22 Euro. Laut einem Händler platzierte der Staatsfonds des Emirats durch Goldman Sachs und Credit Suisse 25 Millionen Vorzugsaktien des Autobauers zu je 60 Euro - damit lag der Preis am unteren Ende der zuletzt am Markt genannten Spanne von 60 bis 63 Euro.

Ansonsten dominierte eine Zahlenflut in den Nebenwerte-Indizes gelisteter Unternehmen das Börsengeschehen. Nach anfänglichen Gewinnen drehten Leoni-Titel schnell ins Minus und gingen letztlich 5,91 Prozent tiefer bei 14,00 Euro aus dem Markt, was den letzten Platz im MDax bedeutete. Laut Analyst Heino Ruland von Ruland Research machten die Anleger nach den guten Zahlen des Autozulieferers erst einmal Kasse. Eine ähnliche Entwicklung nahmen Aktien der ebenfalls im Autozuliefer- sowie im Rüstungsgeschäft tätigen Rheinmetall , die 2,03 Prozent auf 38,20 Euro verloren. Für Tognum-Papiere ging es ungeachtet weniger schlecht als erwarteter Zahlen und trotz der bestätigten Jahresziele um 3,48 Prozent auf 10,82 Euro bergab. Ein Börsianer lobte die Profitabilität des Motorenbauers, wertete aber den Auftragseingang und den Umsatz als enttäuschend.

Anteilsscheine von Gagfah verbilligten sich um 2,12 Prozent auf 6,47 Euro. Das Immobilienunternehmen hatte im dritten Quartal ein rückläufiges Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verzeichnet, konnte aber die sogenannten Funds from Operations (FFO) - eine Kenngröße zur Darstellung der Entwicklung des operativen Geschäfts - steigern. Zudem sieht sich Gagfah auf Kurs zu seinen Jahreszielen.

Dank guter Zahlen und der Ankündigung eines Konzernumbaus setzten sich Titel von Bilfinger Berger mit plus 7,64 Prozent auf 52,00 Euro an der MDax-Spitze fest. Das Bau- und Dienstleistungsunternehmen will das schwankungsanfällige Baugeschäft um zwei Drittel einstampfen und den Konzern damit grundlegend zum Dienstleister umgestalten. Neben einer organischen Reduzierung wird ein Börsengang der Aktivitäten in Australien mit einer Leistung von rund 2,6 Milliarden Euro geprüft. Experten lobten insbesondere die Entwicklung der Dienstleistungssparte und den geplanten Strategiewechsel. Papiere des Konkurrenten Hochtief rückten um 1,53 Prozent auf 57,87 Euro vor. Ein Börsianer verwies auf einen Medienbericht zum geplanten Börsengang der Tochter Concessions.

Seite 1:

Dax beendet Gewinnserie

Seite 2:

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax beendet Gewinnserie"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%