Börse Frankfurt: Dax beendet Handelstag sang- und klanglos

Börse Frankfurt
Dax beendet Handelstag sang- und klanglos

Am Freitag war der Jubel groß, als der Dax kurz über die 8.000-Punkte-Marke stieg. Doch nun zeigt der Leitindex erste Ermüdungserscheinungen. Ist es nur eine Konsolidierungsphase oder schon der Anfang vom Ende der Rally?
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FrankfurtMission 8.000 Punkte wieder gescheitert. Der heutige Handelstag war alles andere als spektakulär – dafür aber erkenntnisreich. Er zeigte, dass die Aktienmärkte rund im Hype um die mystische Marke doch nicht das grenzenloses Vertrauen der Anleger genießen. Viele zeigten sich heute sehr defensiv, einige mischten im Börsengeschehen gar nicht erst mit. Das belegen die niedrigen Umsätze.

Am Ende durften sich die Investoren über einen Miniplus von 0,1 Prozent auf 7.971 Punkte erfreuen. In der zweiten Reihe tat sich ebenfalls nicht besonders viel. Der MDax schloss 0,2 Prozent fester auf 13.400 Punkte und der TecDax beendete den Handelstag 0,4 Prozent schwächer auf 923 Zähler.

Die Börsen in den USA boten ein Spiegelbild des Handels in Deutschland. Der Dow Jones verzeichnete am Abend ein leichtes Plus von 0,1 Prozent auf 14.457 Punkte, der S&P 500 kam ebenfalls auf einen Aufschlag von 0,1 Prozent und der Nasdaq notierte unverändert.

Die am Vormittag mit Spannung erwartete Italien-Auktion verlief den Umständen entsprechend erfolgreich. 15-jährige Staatsbonds wurden mit einer durchschnittlichen Rendite von 4,9 Prozent platziert. Für Laufzeiten bis Dezember 2015 nahmen Anleger Anleihen im Volumen von 3,323 Milliarden Euro zu einer Rendite von 2,48 Prozent ab. Der 15jährige Italien-Bond war 1,278-fach überzeichnet, die Anleihe mit einer Laufzeit bis Dezember 2015 war 1,284-fach überzeichnet. Der Deutsche Aktienindex zeigte sich von der Anleihe-Auktion allerdings weitestgehend unbeeindruckt.

Bundesanleihen hingegen verbesserten sich nach der Ausgabe der Anleihen in Italien. Die Renditen sanken am Mittwochabend auf 1,47 Prozent. Der Euro konnte kein Kapital aus der Auktion herausschlagen. Die Gemeinschaftswährung vergrößerte ihr Minus auf 0,6 Prozent und wurde zur Mittagszeit mit 1,2952 Dollar bewertet.

Trotz der zufriedenstellend notierenden Italien-Bonds bleibt das südeuropäische Land ein Sorgenkind der Euro-Zone. Nach dem Wahlpatt vor mehr als zwei Wochen fürchten Investoren, dass die Euro-Krise wegen der unsicheren politischen Entwicklung neu aufflammen könnte.

Die Ängste sind angesichts der Zahlen zur Industrieproduktion in der Euro-Zone berechtigt. Laut dem europäischen Statistikamt Eurostat in Luxemburg sank die Industrieproduktion im Januar um 0,4 Prozent und damit stärker, als der von den Analysten prognostizierte Rückgang von 0,1 Prozent.

Nach der starken Rally des Dax im März dürften sich an den Börsen nun leichte Ermüdungserscheinungen breit machen. „Die Aktienmärkte erscheinen überkauft“, schreibt LBBW-Analyst Berndt Fernow. „Sie haben eine Konsolidierung verdient, deren Auslöser von der stark gelaufenen Wall Street kommen könnte.“

„Es geht um deutlich mehr als 800 Millionen Euro“

Die Commerzbank muss auch heute wieder eine erhebliche negative Kurskorrektur hinnehmen. Schon gestern präsentierten sich die Papiere des Finanzinstituts nach Meldungen über eine mögliche weitere Kapitalerhöhung schwach. Die zweitgrößte deutsche Bank wolle mit dem Schritt ihre Eigenkapitalquote schneller auf ein Niveau bringen, das den künftigen Anforderungen der Aufseher (Basel III) entspricht, sagte eine mit den Beratungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

„Es geht um deutlich mehr als die 700 bis 800 Millionen Euro, über die am Dienstag spekuliert wurde“, sagte der Insider. Welcher Art die Maßnahme ist, wollte er nicht sagen. Am Ende stand bei der Commerzbank ein sattes Minus von 9,7 Prozent. Gestern sank der Kurs bereits um drei Prozent.

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Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax beendet Handelstag sang- und klanglos"

Alle Kommentare
  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Btw, der Tagesschnitt hängt logischerweise mit der Vola zusammen. Bei 15 ist er eben niedriger. Logisch, gelle ?!

  • Meld dich erst einmal an, wenn du mich das nächste Mal anschreibst.

    Schönen Abend noch. Gleich ist Feierabend, und Work-Life-Balance.

  • @X_TRADER
    Letztens noch 3.500 Euro, heute mal wieder 3.000 Euro,

    was geht so in Ihren Ganglien vor sich ?

  • Professionelles Trading ist aber nun Mal leider nur ein Job mit Verfallsdatum. Ab Mitte, Ende 40 sollte man so viel Kapital für den Lebensabschnitt danach zusammen haben, um aussteigen und die Beine hochlegen zu können. Ähnlich Profi-Fußballern.

  • wenn man gut ist, vielleicht 10% davon. aber ganz ehrlich was will ich mit 3000 euro am tag?

    soviel geld werde ich im leben nie ausgeben und reich bin ich schon, wenn ich mehr einnehme als ich ausgebe. ich fühle mich sehr reich. meine familie und ich haben alles, was wir uns wünschen. reich genug für heute, morgen und übermorgen.

    also warum dem ganzen schotter hinterherlaufen? geld ist doch nur mittel zum zweck und nicht mein "lebenselexier", über das ich mich definiere und ohne das ich nichts bin.

    ich für meinen teil bin angekommen und lebe lieber voller leidenschaft. was sehe ich denn vom leben, wenn ich den ganzen tag damit verbringe, auf monitore zu starren, auf denen ich bunte pünktchen und striche verfolge, weil ich denke, dass ich immer mehr und mehr brauche um wer und etwas zu sein.

  • Kann man damit auch 3.000 € am Tag im Schnitt verdienen ?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Frage: Woran misst man die Leistung von Topmanagern?
    Antwort: Am Aktienkurs.
    Seit fast fünf Jahren Minus 92% Commerzbank.

  • Schlachtfest bei der Coba. Da freut sich der Steuerzahler aber wieder. Bleibt nur, ein paar Stücke aufzusammeln und den Schrott nach schnellen 10% wieder zu geben.

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