Börse Frankfurt
Dax beendet kraftlosen Handel leicht im Minus

In Frankfurt war mit Aktien heute nicht viel zu holen. Viele Anleger ließen ihre Aktivitäten heute gänzlich ruhen. Sie warten auf eindeutigere Impulse. Der Dax kam kaum vom Fleck und schließt mit leichten Verlusten.
  • 10

FrankfurtEin Mischung aus fehlenden Impulsen, einem hohen Dax-Niveau und unspektakulären Wirtschaftsdaten haben dem Dax am Donnerstag den Wind aus den Segeln genommen. Den ganzen Tag über ging es kaum vor- noch rückwärts. Viele Anleger blieben dem Handel gleich ganz fern. Die Umsätze erreichten noch nicht einmal die Marke von zwei Milliarden Euro.

Der Dax ging am Ende des kraftlosen Handelstages mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent auf 9939 Punkten aus dem Handel. Dass sich der Leitindex von der 10.000-Punkte-Marke entfernt hat, lag an der desaströsen gestrigen Notierung der Lufthansa, die zeitweise über 16 Prozent nachgegeben hatte.

In der zweiten Reihe herrschte am Nachmittag zeitweise etwas mehr Bewegung. Zu Handelsschluss ging aber auch den kleineren Indizes die Luft aus. Der MDax schloss mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 17.059 Punkten. Der TecDax beendete den Handel 0,4 Prozent fester auf 1320 Zähler.

Das sei nicht der rechte Moment, um weiter zuzukaufen, begründete ein Börsianer die Lethargie im Dax-Handel. Entsprechend dünn waren die Umsätze, was einige Börsianer auch mit der beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft begründeten. „Zumindest zu Beginn der WM ist eine geringere Handelsaktivität auf dem Parkett wahrscheinlich“, sagte Analyst Roger Peeters von Close Brothers Seydler Bank. Schließlich sei ab Donnerstag Brasilien der Nabel der Welt.

Insgesamt bewege sich der Dax weiterhin auf einem hohen Niveau, sagte Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Broker GKFX. Er hält es allerdings für möglich, dass sich die kleinere Korrektur vom Mittwoch zwar kurzfristig noch etwas ausweiten könnte. Anschließend könnte der Leitindex aber wieder an Schwung gewinnen und deutlich über die 10.000-Punkte-Marke klettern.

Diesen Optimismus teilte auch Christian Henke vom Brokerhaus IG Markets: „Der deutsche Leitindex befindet sich saisonal betrachtet seit dem 21. Mai in einer sehr starken Marktphase. Statistisch betrachtet hält diese seit rund drei Jahrzehnten bis Anfang Juli an.“

Konjunkturmeldung konnten dem Dax heute keinen neuen Schwung geben. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) geht im laufenden Jahr von einem deutschen Wirtschaftswachstum in Höhe von zwei Prozent aus, 2015 soll es sogar 2,5 Prozent betragen. „Alles in allem steuert die deutsche Wirtschaft – wenn nichts dazwischen kommt – auf eine Hochkonjunktur zu“, erklärte das IfW. Die Verbraucher dürften mehr konsumieren, die Unternehmen stärker investieren. Auch die Preise dürften im Aufschwung wieder stärker steigen. 2015 soll die Inflationsrate bei 2,2 Prozent liegen, in diesem Jahr dagegen nur bei 1,2 Prozent.

Treiber sei vor allem die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Allerdings äußerten sich die Forscher auf kritisch zu der Geldpolitik der EZB. Die Erhöhung des monetären Expansionsgrades werde die konjunkturelle Überhitzungsgefahr für Deutschland steigern. Auch dem Euro-Raum drohen den Forschern zufolge Stabilitätsrisiken. „Das Risiko von Fehlentwicklungen vergrößert sich weiter, das wiederum ein erhebliches Rückschlagpotenzial für die wirtschaftliche Entwicklung birgt“, warnt das Institut.

Seite 1:

Dax beendet kraftlosen Handel leicht im Minus

Seite 2:

Deutsche Bank muss mit Milliardenstrafe rechnen

Kommentare zu " Börse Frankfurt : Dax beendet kraftlosen Handel leicht im Minus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Versicherungsschäden sind etwas höher als gedacht. Lieber abwarten um damit zu zocken. Nicht das da noch ein paar Bigplayer ihre Gewinne sichern.
    Ich sage ja immer das beste sind Schulden und damit zocken:)

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/altersvorsorge-sparen/anreiz-zum-ausgeben-das-selbstentwertende-geld/10020414.html

  • Scharrschmidt
    es handeln keine denkende Menschen, sondern Programme die mathematisch gesteuert werden. Solange nicht ein paar große Adressen auf die Gewinnmitnahmen setzen, passiert nichts. Da kann Krieg sein und die Maschinen kaufen und verkaufen weiterhin die Futurekontrakte....

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/hochfrequenzhandel-staatsfonds-fluechtet-vor-den-flash-boys/v_detail_tab_comments/10019622.html?ajaxelementid=%23hcf-add-comment-id&pageNumber=0
    Oder glauben sie Menschen würden in Nanosekunden denken und handeln können

  • Auch das wird sicherlich niemanden interessieren:

    www.faz.net/aktuell/politik/ausland/nach-geiselnahme-tuerkei-erwaegt-militaereinsatz-gegen-islamisten-im-irak-12986194.html

    Sind aber gute Nachrichten für die US-Wirtschaft. Man braucht dringend einen Krieg, um einige Unternehmensgewinne zu steigern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%