Börse Frankfurt
Dax beendet turbulenten Handelstag im Minus

Am Morgen hui, am Nachmittag pfui. So las sich die Bilanz des Dax. Nach einem Schnellstart bröckelten die Gewinne im deutschen Leitindex bis zum Mittag ab. Kurz nach Eröffnung der US-Börsen brach er plötzlich ein.
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FrankfurtWas für ein Tag an der Börse: Bis zum Nachmittag ließ sich der Dax kaum aus der Ruhe bringen. Nur sehr kleine Ausschläge nach oben und nach unten zeugten von Risikoscheu der Anleger vor der morgigen Konferenz der US-Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke. Vor Eröffnung der US-Börsen überschlugen sich dann die Ereignisse: Zunächst lastete die Zahl der Erstanträge zur Arbeitslosenhilfe aus den USA auf dem Index und zwangen ihn ins Minus. Kurz vor Eröffnung der US-Börsen wurde bekannt, dass Finanzguru Warren Buffett mit seiner Invesmentgesellschaft Berkshire Hathaway fünf Milliarden Dollar in die Bank of America investieren will, woraufhin der Dax augenblicklich ins Plus schoss. Doch die Zuversicht hielt nicht lange.

Spekulationen um ein mögliches Leerverkaufsverbot in Deutschland ließ den Dax fast vier Prozent abstürzen und zeigte, wie groß die Nervosität auf den Märkten ist. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums dementiere diese Pläne. Es gebe keine Pläne für ein solches Verbot. Eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) äußerte sich ähnlich und fügte hinzu, die Behörde habe auch keine Signale, die eine solche Maßnahme notwendig machten.

Neben dieser wilden Spekulationen bestätigte die Deutsche Börse indes, dass sie eine sogenannten Volatilitätsunterbrechung durchgeführt haben. Eine solche "Vola-Unterbrechung" ist in turbulenten Börsenzeiten nichts Ungewöhnliches. Ausgelöst wird sie, wenn der Aktienkurs eines Unternehmens zu stark schwankt und einen von der Börse festgelegten Preiskorridor verlässt. Der Handel mit der Aktie wird dann für mindestens zwei Minuten angehalten und anschließend zu einem zufällig gewählten Zeitpunkt per Auktion wieder gestartet. Die Länge der Unterbrechung und die Eckpunkte des Korridors werden von der Deutschen Börse nicht veröffentlicht, um zu verhindern, dass Spekulanten ihre Computersysteme entsprechend anpassen.

Zum Ende des heutigen Handelstages konnte der Dax sich ein bisschen erholen und verzeichnete zu Börsenschluss ein Minus von 1,7 Prozent auf 5.584 Punkte. In der zweiten Reihe fielen die Verluste etwas gemäßigter aus. Der MDax verlor 0,5 Prozent auf 8.704 Punkte, der Technologieindex TecDax lag mit 0,4 Prozent auf 716 Punkte im Minus.

Die Börsen in den USA eröffneten freundlich, konnten die Gewinne aber auch nicht lange halten: Der Dow Jones notierte zum Frankfurter Handelsschluss 0,9 Prozent auf 11.215 Punkten schwächer, der S&P500 verlor 0,8 Prozent auf 1.167 und der Technologieindex Nasdaq-100 lag 0,8 Prozent auf 2.127 Zähler im Minus.

„Ohne Steve Jobs ist Apple nicht Apple“

Im Vorfeld des Handels wurde angenommen, dass der Rücktritt von Apple-Chef Steve Jobs die Technologiewerte belasten würde. Die Aktie von Apple fiel an der New Yorker Börse um knapp zwei Prozent. „Apple ist Steve Jobs, und ohne Steve Jobs ist Apple nicht mehr Apple“, fasste ein Händler zusammen. „Für viele Anleger heißt das, sie trennen sich von den Aktien.“ Jobs hatte am Mittwochabend seinen Rückzug von der Apple-Spitze angekündigt, er will nun als Chairman arbeiten. Anleger vermuten, dass nun der Rivale Samsung Morgenluft wittert. Die Aktien der südkoreanischen Handy- und Computerschmiede zogen um 2,4 Prozent an. Dazu trug Händlern in Seoul zufolge auch ein Gerichtsurteil in einem Patentstreit bei.

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Bankentitel stärker als der Gesamtmarkt

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  • für day trader sind solche Tag ein Festmahl. Wer die Techniken beherrscht läuft zur Großform auf. Dennoch bleibt festzustellen: die Computervernetzung, speziell angloamerikanischen Unternehmen ist schlicht nicht akzeptabl. Es gehören Handelsschanken aufgebaut, die es unmöglich machen amerikanische Konjunkturdaten auf dem DAX zu spielen - völlig wahnsinnige Welt. Trading stops müssen her und zwar sofort. Sobald ein Index gegenüber dem Vortag 1% gewinnt oder verliert, muß der Future-Handel ausgesetzt werden - dann zählen nur noch wahre Werte: etwas verkaufen oder kaufen. Solange virutell rumgezockt wird, ändert sich nichts. Politiker werden das sowieso nicht begreifen, sonst kämen nicht so verquaste Forderungen wie nach einer Transaktionssteuer - völliger Schwachsinn

  • @blinse, das ist richtig! ist in etwa ein 1/3 meines durchschnittlichen monatsverdienstes.

  • @daytrader:
    Is klar, solider Schnitt und jeden Monat 1 KG Gold.

    Ich freu mich mit dir!

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