Börse Frankfurt

Dax beendet Woche der Rekorde über 9400 Punkten

Der Dax schien eingeschlafen, so wenig bewegten sich die Kurse in Frankfurt. Dann endlich, mit dem Wall-Street-Auftakt, kamen die erhofften Impulse und der Leitindex markierte ein neues Allzeithoch.
Update: 29.11.2013 - 17:58 Uhr 56 Kommentare

US-Börsen schieben Dax über 9400 Punkte

FrankfurtJetzt hat er es doch geschafft. Nachdem der Dax gestern noch an der 9400er Marke gescheitert war, half ihm die stark gestartete Wall Street nach über weite Strecken trägem Freitagshandel nun doch über die nächste Hürde. Der deutsche Leitindex schloss bei 9405 Punkten, was ein Plus von 0,2 Prozent bedeutete.

Damit legte er über Wochensicht um 2,1 Prozent zu und beendete so die vierte Woche in Folge im Plus. Sein neues Rekordhoch von 9424 Punkten markierte er am frühen Abend. Kurz vor Handelsschluss drückten Gewinnmitnahmen die Deutsche Benchmark noch um einige Punkte.

Auch in der zweiten Reihe bauten die Indizes ihre hohen Stände vom Vortag weiter aus: Der MDax notierte 0,3 Prozent fester bei 16.332 Punkte, der TecDax zählte mit 1154 Punkten ein zartes Plus von 0,3 Prozent.

Allen schlechten - oder viel mehr - allen fehlenden Vorgaben zum Trotz, hielt sich der Dax im heutigen Freitagshandel seit dem Morgen in Lauerstellung. In Japan dominierten Gewinnmitnahmen die Kurse, nachdem der Nikkei ein Langzeithoch markierte. Außerdem blieben am gestrigen Donnerstag die US-Börsen wegen eines Feiertags geschlossen, so dass von der Wall Street keine Impulse kamen für den europäischen Handel.

Die Anleger zeigten sich davon aber unbeeindruckt und der Dax hielt sich oberhalb seines gestrigen Schlusskursrekordes von 9383 Punkten. An der nächsten runden Marke von 9400 Punkten war er gestern gescheitert, blieb heute aber auf Schlagdistanz. Doch weiter rauf ging es für die deutsche Benchmark bis dato auch nicht.

Generell verlief der Handel bis zum Nachmittag impulslos, zuweilen sprachen Händler gar vom "eingeschlafenen" Dax. Die Handelsspanne betrug gerade einmal 20 Punkte.

Das überraschende Umsatzminus der am Morgen veröffentlichten Zahlen der deutschen Einzelhändler sorgte am deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss für Ernüchterung. „Die Einzelhandelsdaten schüren Sorgen vor einem etwas schleppenden Weihnachtsgeschäft“, sagte Markus Huber, Händler beim Brokerhaus Peregrine & Black. Die Umsätze sanken im Oktober um 0,4 Prozent zum Vormonat und damit bereits zum zweiten Mal in Folge. Der Dax gab nicht groß nach, wohl aber bremste ihn dies aus.

Weitere große Kurstreiber standen heute nicht auf der Agenda, denn neue Daten waren Mangelware. In Tokio wurden Zahlen zum Arbeitsmarkt und zur Industrieproduktion im Oktober vorgelegt, die positiv ausgefallen sind. An den US-Börsen wird wegen Thanksgiving am Vortag kürzer gehandelt. Die Europäische Statistikbehörde Eurostat gab zum einen bekannt, dass sie Arbeitslosenzahl europaweit leicht zurückgegangen ist.

Die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone fiel im Oktober auf 12,1 %. Im Vormonat hatte sie bei 12,2 % gelegen. Damit stieg die Zahl der Beschäftigten in der Währungsunion das erste Mal seit 2011. Im Bereich der 28 EU-Mitglieder ist die Quote im Berichtsmonat unverändert bei 10,9 % geblieben. Außerdem schätzten die Statistiker die Inflation im November vorläufig auf 0,9 Prozent nach 0,8 Prozent im Oktober.

„Man sollte der Börse jetzt nicht hinterherrennen“

„Die Stimmung an der deutschen Börse ist so gut, dass selbst kleinste Rücksetzer als neue Kaufgelegenheit angesehen würden“, kommentierte Marktstratege Gregor Kuhn vom Broker IG. Gestützt hätten nicht nur Konjunkturdaten aus der Eurozone, sondern auch weiterhin die erfolgreich abgeschlossenen Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD.

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56 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax beendet Woche der Rekorde über 9400 Punkten "

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  • Ist ja immer so. War 2000 so, War 2007 so und wird jetzt auch wieder kommen.

    Aber man sieht ja, was für Leute hier so posten. Es geht UP!!!. Da werde ich immer ganz vorsichtig. Insbesondere, wenn mir das jemand erzählt, nachdem wir ein extrem gutes Börsenjahr hatten und nachdem der DAX schon seit etlichen Wochen keinen ordentlichen Zwischenstop mehr eingelegt hat.

    Jeder der sich mit Märkten beschäftigt sollte wissen, dass ein langfristiger Aufwärtstrend immer starke Steigungen und wieder Rücksetzer hat. Das ist normal. Und der DAX hatte das nun schon länger nicht mehr.

  • Das war der DB-X Tracker ETF, oder?

    Ob da jemand die Deutsche Bank nicht mochte? Hat der nich von seinen 7Mrd 5Mrd verloren?

  • Passt ins Bild.
    Man rennt weiter blind in den DAX, obwohl der den DOW & Co. schon ausreichend outperformed hat.
    Der DOW kletterte eher vorsichtig und bleibt möglicherweise an der 16.1k hängen, aber der DAX ist halt was Besseres ... na, hoffentlich gibt's nicht allzu bald ein böses Erwachen.

  • Damit der andere kaufen kann.. natürlich

  • Ich bin heute ausgestiegen. Man muss das Chance-Risiko-Verhältnis sehen. Kursziel maximal für dieses Jahr 9600 Punkte. 2-3 % Gewinn sind das Risiko nicht wert, wenn man schon länger investiert ist. Black Friday ?? Die großen Adressen haben sich schon rechtzeitig positioniert. Deswegen die Rallye in den lezten Tagen. Und diese Profis wissen, dass der Kleinanlegre von der Presse dahingehnd überzeugt wird, dass der Dezember statistisch gesehen der beste Monat für Aktiengewinne ist. Einer muss verkaufen, damit der andere verkaufen kann. So wird der Kleinanleger den großen Adressen die Aktien teuer abkaufen, die großen Adressen gehen dann mit Milliarden short,(fallende Kurse) lösen eine Panik, eine Stop-Lawine und ein Verkaufsmassaker ein. Aber soll jeder selbst entscheiden.

  • Augen auf !! Gravestone Doji im Dow Jones heute !!! Warum der wohl so heißt :-) ??? Weil er oftmals einen Trend zu Grabe trägt. Muss nicht sein, aber ein erster Warnschuss !! Und wenn die Europhie beim Kleinamleger ausbricht und die Presse dauernd neue Höchsstände öffentlichkeitswirksam feiert, dann ist die Hausse bald vorbei !!

  • Keinen Vertrag, keinen Waffenstillstand mit den Menschen, die nur auf Ausplünderung des Volkes bedacht waren, die diese Ausplünderung ungestraft zu vollbringen hofften, für die die Republik eine Spekulation und die Revolution ein Handwerk war.

    Georg Büchner (1813 - 1837), deutscher Anatom, Dramatiker, Lustspielautor und Novellist

  • http://www.youtube.com/watch?v=GRRemRXmy9g

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Den Tag weiß ich auch nicht, aber eines ist sicher - es wird alles an nur einem Tag passieren. Direkt von den 10000 auf die 7000.

    Und wer wird gefeiert? Richtig. Dirk Müller. Germany's next Finanzminister.

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