Börse Frankfurt
Dax bewegt sich nach starkem Wochenstart kaum

Der Dax hat nach dem starken Wochenauftakt erst einmal eine Ruhepause eingelegt. Die Anleger sorgten sich am Dienstag weiter um die politische Lage in Europa. Der Leitindex ging praktisch unverändert aus dem Handel.
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FrankfurtDie Ankündigung der US-Notenbankchefin Janet Yellen, dass in den USA schon bald weitere Leitzinsanhebungen vorgenommen werden könnten, falls die Wirtschaft wie erwartet auf Kurs bleibe, hat deutsche Anleger weitgehend unbeeindruckt gelassen. Der Dax verharrte annähernd auf dem Niveau des Vortags und schloss bei 11.772 Punkten (plus 0,02 Prozent). Der EuroStoxx50 ging kaum verändert mit 3.305 Punkten aus dem Handel. Daran änderte auch der mögliche Verkauf von Opel an Peugeot nichts.

Die Stimmung dämpfte auch das schwächer als erwartet ausgefallene Wirtschaftswachstum in Deutschland Ende 2016. Zwar legte das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, doch Analysten hatten speziell im Oktober und November mit mehr gerechnet. „Das war nicht der erhoffte starke Jahresausklang“, sagte Dekabank-Volkswirt Andreas Scheuerle. Negativ sei auch, dass der private Konsum und die Exporte nur verhalten zugenommen hätten. Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer ist dennoch zuversichtlich für das erste Quartal 2017. „Die auf Umfragen basierenden Stimmungsindikatoren sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, auch die Auftragseingänge weisen im Trend nach oben.“

Die Aussicht auf eine baldige US-Zinserhöhung hat dem Dollar am Dienstag Auftrieb gegeben. Dies drückte den Euro zeitweise auf ein Fünf-Wochen-Tief von 1,0561 Dollar. Genährt wurden diese Spekulationen von Aussagen der US-Notenbankchefin Janet Yellen, die einen solchen Schritt auf einer der nächsten Fed-Sitzungen sei „wahrscheinlich angebracht“ bezeichnete. An der Wall Street kamen Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 kaum vom Fleck.

Peugeot und General Motors (GM) verhandelten über einen Verkauf der GM-Tochter Opel, bestätigten die beiden Autobauer einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Insidern zufolge ist eine Einigung binnen Tagen möglich. Peugeot-Aktien stiegen daraufhin in Paris um bis zu 6,9 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Hoch von 19,17 Euro. GM legten an der Wall Street zeitweise 5,3 Prozent zu.

Analysten beurteilten einen Zusammenschluss allerdings skeptisch. „Von Seiten GM wäre der Verkauf ein Bruch mit der Tradition“, sagte NordLB-Analyst Frank Schwope. „Die Amerikaner haben in den vergangenen 90 Jahren viel Schweiß und Herzblut in die Sanierung von Opel gesteckt. Peugeot hat dann drei Marken unter einem Dach, die sich gegenseitig das Wasser abgraben.“ Der französische Konzern verkauft bislang Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroen.

Die Aussicht auf einen Opel-Deal schürte Fusionsfantasien in der Branche. Renault, Volkswagen und Fiat Chrysler stiegen um bis zu 4,1 Prozent. Letztere notierten mit 10,81 Euro so hoch wie zuletzt vor knapp 19 Jahren. Der europäische Autoindex gewann ein Prozent. An der Wall Street legte der GM-Rivale Ford um rund ein Prozent zu.

Die Aussicht auf steigende Zinsen und damit höhere Einnahmen aus dem Kreditgeschäft gab den Banken Auftrieb. Der US-Branchenindex stieg um bis zu ein Prozent auf ein Neun-Jahres-Hoch von 402,41 Punkten. Sein europäisches Pendant gewann ein Prozent. Die Aktie der Deutschen Bank, die seit Jahrzehnten in den USA aktiv ist, schloss 1,6 Prozent im Plus.

Neben den Autobauern trieben wieder aufgeflammte Fusionsfantasien auch die Kurse der französischen Telekom-Anbieter. Bouygues, Iliad, Orange und SFR stiegen um bis zu 3,2 Prozent. Medienberichten zufolge soll die Telekom-Sparte von Bouygues unter den drei anderen Firmen aufteilt werden. Der französische Mischkonzern dementierte allerdings derartige Gespräche. Iliad, Orange und SFR waren vor einen Kommentar zunächst nicht erreichbar.

Hierzulande standen die Geschäftsberichte einiger Unternehmen im Fokus. Am Dax-Ende büßten Aktien von Heidelbergcement 3,89 Prozent ein, nachdem der Baustoffkonzern Eckdaten für das vergangene Jahr vorgelegt hatte. Auf den ersten Blick lägen Umsatz und operatives Ergebnis unter den Konsensschätzungen, sagte ein Börsianer.

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