Börse Frankfurt
Dax bleibt im Kriech-Modus

Der Dax-Handel gestaltet sich zäh. Vielen Aktionären fehlen schlicht die Impulse, um Anlageentscheidungen zu treffen. Mit der weiter brodelnden Situation in der Ukraine im Hinterkopf neigen einige auch zu Gewinnmitnahmen.
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FrankfurtDer Dax kommt einfach nicht voran. Neben der Skepsis bezüglich der Krise in der Ukraine machen viele Anleger einen Bogen um die Börsen, weil kaum Impulse vorhanden sind, die eine Anlageentscheidung rechtfertigen würden. Der Dax dümpelt daher seit Wochenbeginn vor sich hin. Nach einem schwachen Morgen- und einem stärkeren Mittagshandel schloss der Dax den Handelstag bei 9700 Punkten lediglich 0,1 Prozent tiefer ab.

In der zweiten Reihe hingegen sah es etwas schlechter aus. Der MDax gab 0,7 Prozent nach auf 16.167 Punkte. Der TecDax fiel um 0,7 Prozent auf 1249 Zähler.

Neben mangelnden kurstreibenden Signalen setzen neue Spekulationen über eine frühe US-Zinserhöhung den Kursen leicht zu. Börsianern zufolge resultieren die aktuellen Zinsspekulationen aus einem Papier zweier Ökonomen der regionalen Notenbank von San Francisco, die sich über die geringen Markterwartungen in puncto Zinserhöhung wunderten. Zudem geht auch der große Vermögensverwalter Blackrock davon aus, dass die Fed die Zinsen früher anheben könnte, als bisher am Markt prognostiziert.

Im Durchschnitt gehen die Marktbeobachter derzeit von einer ersten Leitzinsanhebung Mitte 2015 aus. Nach Aussage von Lutz Karpowitz, Devisenexperte der Commerzbank, dürfte dieses Thema noch an Dynamik gewinnen, wenn die Fed ihr Anleihekaufprogramm im Oktober beendet.

Im Hinterkopf der Anleger bleibt auch am Mittwoch die Krise in der Ukraine. In der vergangenen Woche hatte etwa die beschlossene Waffenruhe zwischen den russischen Separatisten und den ukrainischen Truppen die Kurse in Bewegung versetzt. Inzwischen bröckelt diese Waffenruhe allerdings. Immer wieder fallen Schüsse in der Region. Bei einer Eskalation der Situation könnte es auch erneut zu größeren Kursverlusten kommen.

Für Aufsehen sorgte am Morgen die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet. Das Unternehmen der Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer kündigte an, am Mittwoch eine Aktienplatzierung zu wagen. Bereits in vergangenen Tagen haben sich Meldung diesbezüglich verdichtet. Geplant sei zunächst eine Notierung im unregulierten Frankfurter Entry Standard, teilte Rocket mit. Der Börsengang werde ein Volumen von etwa 750 Millionen Euro haben, das Geld solle in weiteres Wachstum fließen. Damit werden knapp 15 Prozent der Anteile platziert, wie Reuters bereits am Vorabend von Insidern erfahren hatte. Von der Ankündigung bis zum ersten Handelstag vergehen in der Regel vier Wochen.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Schwester-Unternehmen Zalando seine Börsenpläne offiziell gemacht. Damit könnten in Kürze die beiden größten Internet-Börsengänge in Deutschland seit den Zeiten des Neuen Marktes über die Bühne gehen.

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