Börse Frankfurt
Dax bleibt in Schlagdistanz zur großen 10.000

Die Anleger kehren am Freitag an die Märkte zurück, am Nachmittag sorgen US-Daten und Wall Street für neuen Schwung. Der Dax schließt knapp ein Prozent fester und schafft am Ende noch einen versöhnlichen Wochenausklang.

FrankfurtEuropas Anleger haben sich vor dem langen Wochenende überraschend aus der Deckung getraut. Schlecht gestartet konnte der Dax im Laufe des Freitags aus seinem Minus klettern und Teile der Vortagsverluste wieder gutmachen. Für Schwung am Nachmittag sorgten starke US-Konjunkturdaten– der dortige Einzelhandel konnte im April den größten Umsatzsprung seit einem Jahr verbuchen – Anleger deuteten dies als Zeichen für die an Fahrt gewinnende Konjunktur in den Vereinigten Staaten. Positiver Nebeneffekt: Der Euro wertete ab. So schloss der Dax – trotz lahmender Wall Street – 0,9 Prozent fester bei 9952 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von 0,8 Prozent.

Nach einer Phase der Erholung zeigte sich das wichtigste Deutsche Börsenbarometer in den vergangenen Tagen ohne klare Richtung. Die bisherige Berichtssaison bot sowohl Licht als auch Schatten und der Dax fiel in der Woche unter die 10.000-Punkte-Marke. Mit den Eingaben aus den USA bringt sich nun wieder ein bestimmendes Thema selbst ins Spiel: die Geldpolitik der Federal Reserve. Denn mit den starken Zahlen aus dem Einzelhandel nimmt der Druck auf die Währungshüter des Dollars weiter zu, den nächsten Schritt der im Dezember eingeleiteten Zinswende zu gehen.

Den ein oder anderen Anleger mag die Vorstellung, dass die scheinbar endlose Quelle billigen Notenbankgeldes damit versiegen würde, zu verunsichern , was die sich negativ auf die Performance der letzten Tage auswirkte. Aber auf der anderen Seite spricht jede solide Eingabe, die aus den Staaten kommt, für eine erstarkende Wirtschaft, die mittelfristig in der Lage sein könnte, die expansive Geldflut als Triebfeder weitere Kursanstiege abzulösen. So betonte etwa der lokale Fed-Gouverneur aus Boston, Eric Rosengren, dass es geradezu notwendig sei, bei einem anhaltend robusten Wirtschaftswachstum an der Zinsschraube zu drehen. „Der Markt bleibt zu pessimistisch, was die grundsätzliche Stärke der US-Wirtschaft angeht.“

Prompt gab der zuletzt aufwertende Euro wieder nach, die Konjunkturdaten gaben ihr übriges. Die Gemeinschaftswährung verbilligte sich um ein halbes Prozent auf 1,1315 Dollar, was den Kursen zusätzlich Auftrieb verlieh. Denn: Grundsätzlich sorgt ein schwacher Euro für Schwung an den europäischen Börsen, verbessert dieser doch die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft, vor allem die traditionell exportorientierte deutsche Industrie profitiert deutlich von einer Währungsabwertung.

Nicht nur der Dax, auch die zweite Frankfurter Reihe dreht spätestens am Nachmittag ins Plus. Die Mittelwerte des MDax kamen mit 29.143 Punkten ein halbes Prozent fester aus dem Handel. Der TecDax kletterte um 0,6 Prozent rauf auf 1640 Punkte. Der Leitindex des gemeinsamen Währungsraumes, der Euro-Stoxx-50, notierte 0,7 Prozent fester bei 2955 Stellen. Dass der Ölpreis am Freitag knapp anderthalb Prozent für die Juni-Fässer verlor setzte den Aktienkursen nicht weiter zu. In New York verlor der Dow-Jones-Index geringfügig. Starke Konjunkturdaten konnten mäßige Unternehmensberichte nicht vollends auffangen. Zumal die Zinsängste scheinbar wieder akut werden.

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