Börse Frankfurt Dax bleibt über 12.000 Punkten

Die Abstimmung über die US-Gesundheitsreform wird wohl erst nach deutschem Börsenschluss erfolgen. Deswegen bleiben die Anleger wohl zurückhaltend. Der starke Eurokurs dämpft außerdem die Kauflaune. Nur Infineon steigt.
Update: 24.03.2017 - 18:08 Uhr 1 Kommentar

Dax kommt kaum vom Fleck

Dax kommt kaum vom Fleck

FrankfurtDer Dax stieg zuletzt um 0,2 Prozent und lag bei 12.064 Zählern. Das Plus ist aber gering, die Anleger scheinen vorsichtig zu sein. Der Grund: Zweifel an der schnellen Umsetzbarkeit der Wahlversprechen des US-Präsidenten Donald Trump. Auch der Dow Jones stieg im Laufe des Tages, vollführte am Ende aber eine Seitwärtsbewegung und notierte bei 20.661 Punkten.

Höhenflüge gab es stattdessen bei Infineon Technologies. Zuletzt stiegen die Wertpapiere des Unternehmens um 9,35 Prozent in die Höhe. Der Grund: Infineon erwartet einen stärkeren Anstieg von Umsatz und Ergebnis als bisher. Ein Umsatzplus von ganzen acht Prozent wird im zweiten Geschäftsquartal erwartet.

Der stärkere Eurokurs, der zuletzt um 0,15 Prozent zum Dollar stieg, könnte dagegen ein Grund für den langatmigen Dax sein. Ein starker Euro kann nämlich Nachteile für die Exportwirtschaft bergen.

Das sind die größten Kapitalvernichter

EXCEET GROUP SE BEARER RED.SHARES A O.N.

WKN
ISIN
LU0472835155
Börse
Xetra

+0,04 +0,88%
+4,50€
Chart von EXCEET GROUP SE BEARER RED.SHARES A O.N.
Platz 10. Exceet Group
1 von 11

Die auf Elektronik und Sicherheitstechnik spezialisierte Exceet Group hat Anlegern auf fünf Jahre gesehen 67 Prozent Verlust gebracht. In den vergangenen drei Jahren verloren Aktionäre mit knapp 55 Prozent immer noch über die Hälfte ihres eingesetzten Kapitals, im vergangenen Jahr waren es 37 Prozent. In ihre Performancerechnung einbezogen haben die Anlegerschützer neben der Kursentwicklung auch die Dividendenzahlungen.

MYBET HOLDING SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0JRU67
Börse
L&S

+0,01 +4,30%
+0,28€
Chart von MYBET HOLDING SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 9. Mybet Holding
2 von 11

Ein Glücksspiel-Konzern als Wertvernichter entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Auf fünf Jahressicht machten Mybet-Aktionäre fast 66 Prozent Verlust – die Dividendenzahlungen eingerechnet. Das ist zwar etwas weniger als die auf Platz zehn platzierte Exceet Group. Wer erst vor drei Jahren auf Mybet setzte, muss Kursverluste von 57 Prozent verschmerzen. Im vergangenen Jahr schlug ein Minus von 48 Prozent zu Buche.

AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0WMPJ6
Börse
L&S

-0,10 -0,79%
+12,40€
Chart von AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 8. Aixtron
3 von 11

Minus 68 Prozent: So lautet die Bilanz der Aixtron-Aktionäre nach fünf Jahren. Auf Sicht von drei Jahren ist das Bild sogar noch schlechter, die Verluste summieren sich auf 70,5 Prozent. Die Herzogenrather hatten allein 2015 mit der drastischen Reduzierung eines chinesischen Großauftrags und anschließender Ausverkaufsstimmung bei den Aktionären zu kämpfen. Im vergangenen Jahr konnte der Absturz etwas abgebremst werden, Aixtron-Papiere verloren „nur“ 25 Prozent. In der Rangliste der größten Wertvernichter wird das Unternehmen damit nicht mehr auf Platz fünf geführt, sondern lediglich auf Platz acht.

SKW STAHL-METALLURGIE HLDG AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000SKWM021
Börse
L&S

-0,01 -5,50%
+0,21€
Chart von SKW STAHL-METALLURGIE HLDG AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 7. SKW Stahl-Metallurgie
4 von 11

Drei Plätze verloren hat im Vergleich zum Vorjahresranking hingegen die SKW Stahl-Metallurgie. Auf fünf Jahre gesehen verloren Aktionäre 71 Prozent ihres Vermögens, Dividendenzahlungen eingerechnet. Wer die Aktie seit 2014 hält, machte ein Minus von 75 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Für 2016 berechneten die Anlegerschützer der DSW ein Minus von 15 Prozent.

SGL CARBON SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007235301
Börse
L&S

+0,21 +1,84%
+11,53€
Chart von SGL CARBON SE INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 6. SGL Carbon
5 von 11

Der Kohlenstoffspezialist SGL Carbon hofft derzeit auf die Wende. Konzernchef Jürgen Köhler: „Im Geschäftsjahr 2016 haben wir die Voraussetzungen für den Neubeginn und für die Rückkehr zu profitablem und nachhaltigem Wachstum geschaffen.“ Der Kohlefaserspezialist aus Wiesbaden will spätestens 2018 wieder schwarze Zahlen schreiben, im Oktober 2016 verkaufte man das verlustreiche Geschäft mit Grafitelektroden. In den vergangenen fünf Jahren machten Anleger mit SGL Carbon-Papieren 74 Prozent Verlust. Auf Dreijahressicht summierte sich der Verlust auf 67 Prozent, auf ein Jahr gesehen machten Anleger 15 Prozent Minus – Dividendenzahlungen eingerechnet.

AIR BERLIN PLC REGISTERED SHARES EO -,25

WKN
ISIN
GB00B128C026
Börse
L&S

-0,00 -2,78%
+0,03€
Chart von AIR BERLIN PLC REGISTERED SHARES EO -,25
Platz 5. Air Berlin
6 von 11

Seit Jahren kommt die Berliner Airline einfach nicht aus den roten Zahlen. Die Fluglinie verfolgte einen Expansionskurs, der 2015 in einem Rekordverlust mündete. Ohne Finanzspritzen des größten Aktionärs – der arabischen Etihad – wäre Air Berlin vermutlich längst am Boden. Die chronisch unter Druck stehende Airline mutet Investoren einiges zu. Auf fünf Jahre gesehen haben Air Berlin-Aktionäre 76 Prozent ihres eingesetzten Kapitals verloren. Binnen drei Jahren verloren sie 63 Prozent, auf Sicht von einem Jahr summiert sich das Minus auf 34 Prozent.

SYGNIS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1RFM03
Börse
L&S

-0,02 -1,20%
+1,40€
Chart von SYGNIS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 4. Sygnis Pharma
7 von 11

Der deutsch-spanische Polymerase-Hersteller schreibt seit seiner Gründung 1997 durchgehend rote Zahlen. 2015 die Nummer fünf der Kapitalvernichter, belegt das Pharmaunternehmen in der aktuellen Auswertung der DSW sogar Platz vier. In den vergangenen fünf Jahren verloren Aktionäre 71 Prozent ihres Kapitals. Ähnlich schlecht fällt Bilanz nach drei Jahren aus. Auf Sicht von einem Jahr verloren Anleger mit Sygnis-Titeln 39 Prozent ihres Einsatzes.

Der MDax veränderte sich zuletzt um leichte 0,5 Prozent ins Plus, der SDax stieg um 0,2 Prozent. Im MDax stieg Rheinmetall zuletzt rasant in die Höhe, zuletzt um satte 4,04 Prozent. Der Konzern schloss im Rennen um einen milliardenschweren Auftrag der Bundeswehr ein Bündnis mit dem Elektronikkonzern Rohde & Schwarz. Die Bundeswehr will Funksysteme erneuern und damit tausende Bundeswehr-Fahrzeuge umrüsten.

Im Mittelpunkt des heutigen Interesses steht dennoch weiterhin das Gezänk um die Gesundheitsreform des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Am Donnerstag war eine Abstimmung im Repräsentantenhaus verschoben worden, da die Erfolgschancen unklar waren. Trump verlangte daraufhin ultimativ ein Votum am Freitag. „Scheitert er, dürften die Märkte auch die Umsetzung einer großen Steuerreform oder eines umfangreichen Infrastrukturprogramms infrage stellen“, betonte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz.

Experten zufolge fehlt Trump bei einer Ablehnung finanzieller Spielraum für seine geplanten „phänomenalen“ Steuersenkungen und billionenschweren Infrastruktur-Investitionen. Selbst bei einer Zustimmung des Repräsentantenhauses sei „Trumpcare“ noch nicht in trockenen Tüchern, warnte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. „Denn es bleibt immer noch die Hürde im Senat, der nächste Woche abstimmen soll. Und dort ist die Sache keineswegs einfacher.“ Die Abstimmung wird nach deutscher Zeit allerdings erst in der Nacht zum Samstag fallen.

Zuletzt lag RWE mit einem Plus von 1,71 Prozent auf Platz zwei der Gewinner des Dax, gefolgt von dem scheinbar vielversprechendem Pharmakonzern Merck mit 1,66 Prozent im Plus. Ein neues Krebsmittel soll bald auf dem US-Markt verkauft werden – der Markt der EU ist noch nicht freigegeben, werde aber womöglich folgen.

Das Schlusslicht war zuletzt die Deutsche Bank mit 1,43 Prozent im Minus, gefolgt von der Allianz mit einem Minus von 1,02 Prozent.

Auf der Konjunkturseite stehen die Stimmungsbarometer der deutschen und europäischen Einkaufsmanager auf dem Terminplan. Aus den USA werden die Auftragseingänge für langlebige Güter erwartet.

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1 Kommentar zu "Börse Frankfurt: Dax bleibt über 12.000 Punkten"

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  • Arm werden mit mini Dividende, meinen sie nicht, daß hier eher der Grund für den
    kranken Dax liegt.

    PremiumZinsen gibt es keine mehr. Doch allein die 30 Dax-Konzerne überweisen ihren Aktionären in diesem Jahr knapp 32 Milliarden Euro. Kursschwankungen werden da zur Nebensache. Wie Anleger eine warme Wursr statt eine fette Rendite abbekommen.

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