Börse Frankfurt
Dax blickt auf positive Woche zurück

Tolle US-Arbeitsmarktdaten lassen einen ohnehin freundlichen Dax die 9.900-Punkte-Marke testen. Nach einer kurzen Schwächephase erholt sich der Dax und beendet die Woche 3,3 Prozent im Plus.

Frankfurt/DüsseldorfDer Freitagshandel hat eine überraschende Wendung genommen. War der Dax bisher freundlich durch den letzten Tag einer guten Woche gekommen, kletterte er dank der starken US-Arbeitsmarktdaten anderthalb Prozent rauf bis unmittelbar vor die 9900-Punkte-Marke. Doch es dauerte nur wenige Minuten und scheinbar setzte sich eine andere Lesart durch. Der Dax sank zurück auf das Vortagesniveau. Zum Ende des Handelstages kann er sich aber etwas erholen. Der deutsche Leitindex schließt auf 9824 Punkten und damit 0,7 Prozent im Plus. Auf Wochensicht bleibt damit noch ein Plus von 3,3 Prozent.

Dabei kamen aus Washington Zahlen, mit denen die meisten Experten so nicht gerechnet hatten. Statt prognostizierter 190.000 neuer Stellen schuf die amerikanische Wirtschaft außerhalb der Landwirtschaft ganze 242.000 Arbeitsplätze. Dazu wurde der Januar-Wert von 151.000 auf 172.000 heraufkorrigiert. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote verharrte wie erwartet bei 4,9 Prozent. „Der Arbeitsmarktbericht fällt insgesamt solide aus,“ bewerte Helaba-Analyst Ralf Umlauf die Eingaben.

Der monatliche Arbeitsmarktbericht aus den Vereinigten Staaten ist deswegen so tonangebend, weil er maßgeblich darauf Einfluss nimmt, mit welcher Geschwindigkeit die US-Notenbank Federal Reserve ihre Zinswende forciert. Nachdem die Fed die Leitzinsen im Dezember erstmals seit der Finanzkrise erhöht hatte, sorgten gleich mehrere Unwägbarkeiten für Turbulenzen auf den Finanzmärkten dafür, dass die Dollar-Währungshüter weitere Schritte wohlüberlegt abwartet. Neben des abgeschwächten Wirtschaftswachstums in China und dem abgestürzten, sich erste allmählich fangenden Ölpreis, waren es zuletzt Unkenrufe aus der US-Konjunktur, die die Anleger verunsicherten und das Börsenjahr 2016 bisher so schwierig gestaltet haben.

In Amerika hatten jüngere Eingaben aus Industrie und Service die Zweifel am Schwung der weltgrößten Volkswirtschaft genährt. Die Rede ist von einem Knick in der Konjunktur. Zuletzt entspannten neue Zahlen die Lage etwas, blieben im Gesamtbild aber uneinheitlich. Zeitweise war es Marktmeinung, dass im laufenden Jahr gar keine weiteren Schritte der überaus vorsichtigen Geldpolitiker mehr anstehen. Inzwischen rechnet das Gros der Börsianer mit ein bis zwei Erhöhungen für 2016. Mit dem Boom auf dem Arbeitsmarkt sieht die Lage nun wieder anders aus.

Helaba-Analyst Ralf Umlauf merkt an: „Zinserhöhungserwartungen werden leicht geschürt, obwohl die Lohnentwicklung enttäuscht.“ Und genau in der Lohnentwicklung könnte womöglich auch der Grund liegen, warum die Märkte die Daten nur kurzzeitig jubelnd aufgenommen hatten. Umlauf betonte zwar, wie offen es sei, ob sich die Fed bereits in diesem Monat zu einer Zinserhöhung durchringen werde. „Mittelfristig dürfte an einer Straffung kein Weg vorbeiführen.“ Der zuständige Fed-Offenmarktauschuss kommt am 16. März zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

Nicht nur der Dax, sondern auch die anderen Handelsplätze Europas, zeigten sich nur noch vorsichtig freundlich gestimmt. Der Leitindex der Währungsunion, der Euro Stoxx 50, rückte 0,8 Prozent vor auf 3036 Punkte. Die zweite Frankfurter Reihe legte in Form des MDax 0,7 Prozent zu auf 19.781 Zähler, der TecDax gewann 0,2 Prozent bei nun 1654 Stellen. In New York lief die Wall Street sogar enttäuscht: Dow Jones und Co. gaben leicht nach.

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Auf- und Abstiegskampf in den deutschen Börsenligen

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