Börse Frankfurt
Dax bricht ein

An der Frankfurter Börse geht die Nervosität um: Kurz vor der Sitzung der US-Notenbank erleidet der Dax den heftigsten Tagesverlust im laufenden Jahr. Am meisten verloren haben K+S, Merck, Infineon – und ein Autobauer.
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Frankfurt Nach dem Kursrutsch vom Dienstag hat sich der Dax nicht erholt. Im Gegenteil, es wurde noch heftiger: Der deutsche Leitindex verlor am Mittwoch 3,2 Prozent auf 11.433 Punkte – das sind satte 379 Punkte und Tagesrekordverlust 2015. In der zweiten Reihe zeigte sich heute ein ähnliches Bild: Der MDax notierte am Ende mit einem Minus von 2,8 Prozent bei 20.342 Zählern, der TecDax mit einem Minus von 2,6 Prozent bei 1605 Stellen.

Am stärksten eingebüßt haben der Düngemittelhersteller K+S (minus 6,5 Prozent), der Pharmakonzern Merck (minus 5,4 Prozent), der Halbleiterhersteller Infineon (minus 4,8 Prozent) und der Autozulieferer Continental (minus 4,6 Prozent). Auch die Papiere von Volkswagen schlossen mit einem satten Minus von vier Prozent. Am Morgen hatte der Wolfsburger Autobauer nach guten Quartalszahlen noch um knapp zwei Prozent zugelegt.

Für Nervosität sorgte die Zinssitzung der US-Notenbank Fed, deren Ergebnis aber erst nach Handelsschluss am Abend veröffentlicht wird. Investoren hofften auf Hinweise zum Zeitpunkt der geplanten Zinserhöhung.

Der starke Dollar und der strenge Winter in den USA haben die amerikanische Wirtschaft zu Jahresbeginn ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von nur noch 0,2 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit 1,0 Prozent gerechnet. Ende 2014 hatte das Plus noch 2,2 Prozent betragen.

Zu der starken konjunkturellen Abkühlung trug insbesondere das ungewöhnlich kalte Winterwetter im Februar bei, das den Bau wie auch den Einzelhandel beeinträchtigte. Zudem macht der US-Wirtschaft der Höhenflug des Dollar zu schaffen, der Exporte verteuert. Eine baldige Zinswende in den USA wird mit den enttäuschenden Konjunkturdaten immer unwahrscheinlicher.

Die Stimmung der europäischen Unternehmen und Verbraucher hellte sich im April weiter auf. Das Barometer stieg laut EU-Kommission auf 0,32 Punkte von 0,2 Zählern im Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 0,21 Zähler gerechnet. In den italienischen Chef-Etagen war die Laune sogar so gut wie seit fast vier Jahren nicht mehr.

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