Börse Frankfurt
Dax, das war wohl nix

Eigentlich war die Panik schon wieder vorbei – eigentlich. Denn der Erholungsversuch währte nur kurz und der Dax ging am Montag wieder deutlich auf Talfahrt. Anlegern bleibt wie immer einer Hoffnung: die Notenbanken.
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FrankfurtAm Freitag herrschte beim Dax noch Kauflaune und Anleger ließen den Leitindex satte drei Prozent höher schließen. Doch am Montag war die Erholung auch schon wieder vorbei. Der Dax ging schließlich 1,5 Prozent schwächer bei 8.717 Punkten aus dem Handel.

Zuletzt hatten vor allem Konjunktursorgen die Märkte ins Minus gedrückt. Der Dax hat innerhalb eines Monats gut zehn Prozent verloren; der Euro Stoxx verlor im gleichen Zeitraum elf Prozent. Für Bauchschmerzen sorgten einige enttäuschende US-Konjunkturdaten, die die Angst vor einer deutlichen Abkühlung der Weltwirtschaft verschärften.

In dieser Woche fürchten Investoren neue Hiobsbotschaften aus China und der Euro-Zone. Analysten gehen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik im dritten Quartal auf 7,2 Prozent von 7,5 Prozent abgeschwächt hat. Die Zahlen werden am Dienstag veröffentlicht. Am Donnerstag stehen dann die Einkaufmanagerindizes für Industrie und Dienstleistungen aus der Euro-Zone auf der Agenda.

Für Fans der Fundamentalanalyse waren die Rücksetzer der vergangenen Woche keine Überraschung – schließlich warnen sie seit langem davor, dass sich die Börsenbewertungen weit von den Unternehmensgewinnen entfernt haben. Das liegt auch an der Politik des billigen Geldes der Notenbanken.

Wann kommt die Zinswende?

Denn immer noch – oder schon wieder – hoffen die Investoren auf die Hilfe der US-Notenbank. „Fed-Chefin Janet Yellen dürfte angesichts der aktuellen Gemengelage nicht übereilt handeln, sondern lieber noch abwarten“, meint Philippe Waechter, Chefvolkswirt bei Natixis Asset Management. Er kann sich deshalb gut vorstellen, dass die USA den Leitzins erst im übernächsten Jahr erhöhen wird.

Auch UBS-Experte Haefele ist überzeugt, dass die Fed bereit ist, die Märkte weiter zu stützen: „Derzeit erwarten wir die erste Zinserhöhung in der Mitte des nächsten Jahres. Wenn es jedoch Anzeichen geben sollte, dass sich die Konjunktur abschwächt, dürfte die Notenbank den Zeitpunkt der ersten Erhöhung weiter nach hinten verschieben.“ Stimmen, die auf eine weiterhin lockere Geldpolitik drängen, waren zuletzt auch von amerikanischen Notenbankern selbst zu hören.

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  • Ich denke das Geld geht derzeit in die USA, da der Euro schwach ist und die EZB das auch will.

  • Die Herren hießen Williams(Do) und Bullard(Fr).Zwei aktuell nicht stimmberechtigte Mitglieder.Ein anderes,stimmberechtigtes Mitglied widersprach dem am Montagmorgen,deshalb ist die Rally ausgebremst worden.

  • Ok, zumindest können Sie es gut begründen.

    IBM gibts gerade im Sonderangebot.

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