Börse Frankfurt
Dax den vierten Tag im Minus

Zum vierten Mal in Folge geht der Dax mit Abschlägen aus dem Handel. Es drohen die größten Wochenverluste seit Ende August. Paradox: Vor allem gute US-Konjunkturdaten setzten den Leitindex unter Druck.
  • 46

FrankfurtMit seinem vierten Tagesverlust in Folge steuert der Dax auf seinen größten Wochenverlust seit Ende August zu. Seit Montag büßte der Leitindex mehr als drei Prozent ein. Am Donnerstag schloss er 0,6 Prozent im Minus bei 9078 Punkten. In der zweiten Reihe rutschte der MDax der mittelgroßen Werte 0,5 Prozent unter seinem Vortagesschluss, der TecDax gab 0,16 Prozent nach.

Im Fokus der Anleger stand am Donnerstag die EZB. Wie erwartet beschloss der EZB-Rat, den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent zu belassen. Auch der Einlagensatz bleibt unangetastet bei null Prozent. Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass die Notenbank erstmals einen Negativzins beschließen könnte - Banken also etwas dafür bezahlen müssten, ihr Geld bei der EZB zu parken, statt es weiterzuverleihen.

Die Inflation im Euroraum bleibt nach Überzeugung der EZB mindestens bis 2015 niedrig. Nach den neuesten Prognosen vom Donnerstag erwarten die Währungshüter im laufenden Jahr eine jährliche Teuerung im Euroraum von 1,4 Prozent (bisher: 1,5) und 2014 von 1,1 Prozent (bisher: 1,3). Auch danach werde sich der Preisauftrieb kaum beschleunigen, sagte Notenbankpräsident Mario Draghi in Frankfurt. Demnach steigen die Verbraucherpreise 2015 um 1,3 Prozent.

Die EZB strebt mittelfristig eine jährliche Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Draghi hatte die jüngste Zinssenkung im November auch mit dem geringen Preisauftrieb und der Aussicht auf eine „längere Phase niedriger Inflationsraten“ begründet.

Erst vor vier Wochen hatten die Frankfurter Währungshüter wegen der niedrigen Inflation in der Euro-Zone die Zinsen überraschend auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Fachleute rechnen deshalb nicht damit, dass die EZB nun noch einmal an der Zinsschraube drehen wird. „Schließlich ist der Überraschungseffekt ein knappes Gut. Er nutzt sich bei zu häufigem Gebrauch ab“, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann.

Der Dax reagierte auf die Zinsentscheidung mit einem kleinen Kurssprung auf 9172 Punkte. Wenig später rutschte er 0,25 Prozent ins Minus.

Seite 1:

Dax den vierten Tag im Minus

Seite 2:

Merck Tagessieger im Dax

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax den vierten Tag im Minus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Was ist denn jetzt los. Da hole ich mir gerade eine Tiefkühllasagne aus meinem kleinen Gefrierfach u. schon ist der DAX 30 Punkte rauf. Dachte die Zinsen bleiben bei 0,25? Oder waren es die Ami-Futures?

  • Wo stand der Dax bevor Draghi und FED mit der Geldrucken im großen Stil begannen vor knapp 2 Jahren?

    Bei 5900 Punkten - das ist für mich auch ein realistisches Ziel, auf das der Dax in den nächsten 12 Monaten fällt. Zumindest wäre das eine angemessene Repräsentation der kunjunkturellen Lage und der Gewinnsituation in den Unternehmen.

  • Handelsblatt Headline morgen früh:

    DAX KÄMPFT UM 9000 Punkte Marke

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%