Börse Frankfurt
Dax, der Bruchpilot

Schwacher Monatsbericht der EZB, ernüchternde Zahlen von JP Morgan und eine reduzierte Wachstumsprognose für Deutschland setzten dem Dax zu. Da konnte auch die Zustimmung der Slowakei zum EFSF-Schirm nicht helfen.
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DüsseldorfDie Kursrally ist vorbei: Während der letzten sechs Tage konnte der Dax noch 17 Prozent zulegen, heute ging es nach unten. Gründe für die Verluste gibt es viele: Der Monatsbericht der Europäischen Zentralbank zur wirtschaftlichen Lage des Euroraums konnte die Anleger nicht überzeugen und der Quartalsbericht der US-Großbank JP Morgan Chase erfüllte nicht die Erwartungen. Beides verleitete zu Gewinnmitnahmen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA waren zwar leicht besser als prognostiziert aber sie wirkten sich kaum auf den Kursverlauf des Dax aus. Selbst die Zustimmung der Slowakei zum EFSF-Rettungsschirm brachte keine Wende, da ein positiver Abschluss der Wahlen ohnehin erwartet wurde.

Am Ende des heutigen Handelstages notierte der Leitindex 1,3 Prozent im Minus auf 5.915 Punkte. Die zweite Reihe machte es dem Dax nach: Der MDax verlor 0,4 Prozent auf 8.902 Punkte und der TecDax rutschte um 0,8 Prozent ab auf 677 Zähler.

Euroraum wächst "sehr moderat"

Laut dem Bericht der EZB werde das Wachstum des Euroraums vermutlich „sehr moderat“ ausfallen. Ausschlaggebend seien unter anderem die schwächere globale Nachfrage und die Schuldenkrise im Währungsraum. Zudem verweist die Notenbank auf ungünstigere Finanzierungsbedingungen. Die Wachstumsrisiken seien damit weiter nach unten gerichtet, während die Inflationsgefahren in etwa ausgeglichen seien.

In dieses negative Stimmungsbild passte das Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsinstitute. Sie rechnen für das kommende Jahr für Deutschland nur noch mit einem Wachstum von 0,8 Prozent statt zuvor zwei Prozent. Als Grund für die pessimistischere Prognose nannten sie die europäische Schuldenkrise.

„Offenbar bekommen jetzt einige Angst vor der eigenen Courage und nehmen ihre Gewinne lieber mit“, sagte ein Händler. In den ersten drei Tagen der Woche hatte der Dax rund fünf Prozent gewonnen. „Wenn man die Situation fundamental betrachtet, sieht die Lage ja auch alles andere als rosig aus. Wir haben eine Schulden- und eine heraufziehende Bankenkrise und noch ist nicht wirklich klar, wie das ganze ausgeht.

Die US-Börsen zeigten sich nach Frankfurter Börsenschluss schwach: Der Dow-Jones verzeichnete ein Minus von 0,8 Prozent auf 11.430 Punkte und der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,9 Prozent auf 1.197 Zähler. Lediglich die Technologiebörse Nasdaq-100 konnte 0,4 Prozent auf 2.316 Punkte zulegen.

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Dax, der Bruchpilot

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JP Morgan belastet Bankensektor

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax, der Bruchpilot"

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  • Morgen stehen wichtige Daten in den Staaten an. 14:30 Einzelhandelsumsatz, 15:55 Verbrauchervertrauen Uni Michigan. Mal sehen, wie die Zahlen zusammen passen. Morgen läuft auch mein mir selbst gesetztes "Ultimatum" an meine Market Neutral Position ab, ich werde mich also entscheiden müssen. Seit 05.10. besteht die Position, die Zeit für die Auflösung in eine Richtung ist gekommen!

  • gut nur, wenn man 21,797297 Monatsgehälter bekommt.
    Das ist wie im casino, du musst dann jedes mal das doppelte einsetzen, so kannst du nur gewinnen (= (mit ca. ner Million in der Hinterhand, aber bei 21,79xx-Monatsgehältern)

  • @realist

    Vielen Dank für Ihre Kommentare. Mit Ihrer realistischen Darstellung haben Sie es geschafft, dass ich die Dax-Kommentarseite im HB wieder langweilig finde.

    Ich bin weder mit daytrader verwandt oder verschwägert, auch bin ich kein Börsenprofi. Daytraders Markteinschätzungen fand ich immer interessant und nachvollziehbar. Bitte weitermachen, daytracder.

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