Börse Frankfurt

Dax drei Prozent rauf - VW vier runter

Die Anleger suchen am Freitag den versöhnlichen Ausklang einer desolaten Woche. Nach den jüngsten Schocks stabilisieren sich heute vor allem die vielgeschundenen Auto-Titel. Mit einer Ausnahme: Volkswagen.
Update: 25.09.2015 - 17:46 Uhr

Börsenwoche im Rückblick: VW reißt alle mit in die Tiefe

FrankfurtDer Dax hat sich zum Wochenende hin kräftig erholt. Nachdem es im gestrigen Handel noch so ausgesehen hatte, als ob dem deutschen Leitindex ein unfreiwilliges Wiedersehen mit seinem Jahrestief bevorstehe, klarte die Stimmung heute auf. Vor allem bei den stark unter die Räder gekommenen Auto-Titeln nutzten die Anleger die Chance zum Wiedereinstieg. Mit einer Ausnahme: Volkswagen.

Als Topwert gestartet fielen die Wolfsburger früh zurück und waren schließlich mit einem Minus von 4,3 Prozent der größte Verlierer in Dax. Der Leitindex selbst lieferte hingegen einen starken Freitag ab und kam bis zum Handelsschluss auf 9688 Punkte, was ein Plus von 2,8 Prozent bedeutete.

Mitverantwortlich dafür zeigten sich auch gute Nachrichten aus den USA. Ein starkes Wirtschaftswachstum schmälert die Konjunktursorgen, womit das berüchtigte Zinsgespenst als Symbol für die nahende Zinswende viel von seinem Schrecken verliert. So beläuft sich das Dax-Minus in dieser Handelswoche, die ganz im Zeichen des Abgasskandals um Volkswagen steht, auf 2,3 Prozent.

Die fallenden Messer des Aktienmarkts

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
FSE

+1,01 +4,19%
+25,11€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 20: Infineon
1 von 20

Der deutsche Chipbauer hat nach jahrelanger Talfahrt wieder den Weg nach oben gefunden. Doch im Sommer musste Infineon eine Schwächephase hinnehmen. Über 14 Prozent gaben die Papiere in den vergangenen drei Monaten nach. Damit verloren die Aktien einen Großteil ihres Gewinns des laufenden Jahres. Seit dem 1. Januar liegen die Papiere nur noch 10,5 Prozent im Plus.

Kursentwicklung (drei Monate): - 14,3 Prozent

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
FSE

+0,11 +0,84%
+13,10€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 19: Commerzbank
2 von 20

Das Polen-Geschäft macht der Commerzbank Sorgen. Auf die polnische Tochter mBank könnten im Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten erhebliche Kosten zukommen. Einem Bericht der Zeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ zufolge will Polens Staatspräsident Andrzej Duda nach den Parlamentswahlen den Abgeordneten ein Gesetz zur Umwandlung von Fremdwährungskrediten vorlegen. Insgesamt könnte den Geldhäusern, die Fremdwährungskredite vergeben haben, Wechselkursverluste im Volumen von umgerechnet 5,2 Milliarden Euro aufgebrummt werden.

Kursentwicklung: - 15,5 Prozent

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
FSE

+0,96 +1,33%
+73,20€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 18: Lanxess
3 von 20

Das Dax-Abenteuer ist nach gerade einmal drei Jahren schon wieder vorbei. Der Spezialchemiekonzern Lanxess wurde im September wieder in den MDax degradiert. Für Lanxess kam der Immobilienkonzern Vonovia in den Dax. Für Belastung sorgen konjunkturelle Störfeuer in China und den Schwellenländern. Seine Ziele will Lanxess im laufenden Jahr dennoch erfüllen.

Kursentwicklung: - 16,0 Prozent

SYNGENTA AG NAM.-AKTIEN SF 0,10

WKN
ISIN
CH0011037469
Börse
FSE

-1,00 -0,26%
0,00€
Chart von SYNGENTA AG NAM.-AKTIEN SF 0,10
Flop 17: Syngenta
4 von 20

Das Management des weltgrößten Herstellers von Pflanzenschutzmitteln steht nach der geplatzten Übernahme durch Monsanto stark unter Druck. Der Saatgut- und Genpflanzen-Hersteller aus St. Louis wollte 470 Franken je Aktie oder insgesamt mehr als 40 Milliarden Dollar auf den Tisch legen, war damit bei der Syngenta-Spitze aber abgeblitzt und hatte nach monatelangem Gezerre schließlich das Handtuch geworfen. Das Schweizer Unternehmen will unter anderem mit der Veräußerung von Geschäften und einem milliardenschweren Aktienrückkauf die Gunst der Anleger zurückgewinnen – bisher ohne großen Erfolg.

Kursentwicklung: - 16,7 Prozent

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
FSE

+2,79 +2,98%
+96,20€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 16: BASF
5 von 20

Die BASF-Tochter Wintershall hat mit dem russischen Gas-Riesen Gazprom einen Milliardendeal abgeschlossen. Geholfen hat es den Aktien von BASF jedoch nicht. In den vergangenen drei Monaten rauschten die Papiere fast 18 Prozent ins Minus. Die Kasseler BASF-Tochter Wintershall wird ihre Beteiligung an dem bislang gemeinsam betriebenen Gashandels- und Gasspeichergeschäft wie ursprünglich geplant vollständig an die Russen abgeben. Im Gegenzug soll BASF mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten.

Kursentwicklung: - 17,7 Prozent

LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006483001
Börse
FSE

-1,45 -0,76%
+189,00€
Chart von LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 15: Linde
6 von 20

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat die Einstufung für Linde nach einer Investorenveranstaltung auf „buy“ mit einem Kursziel von 224 Euro belassen. Der Hersteller von Industriegasen und Anlagen sei gut positioniert, um von globalen Wachstumstrends in den Industrie- und den Schwellenländern zu profitieren, schrieb Analyst Nils-Peter Gehrmann in einer Studie. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn de Branche ist laut NordLB-Analyst Thorsten Strauß von erhebliche Umwälzungen geprägt.

Kursentwicklung: - 18,1 Prozent

RENAULT S.A. ACTIONS PORT. EO 3,81

WKN
ISIN
FR0000131906
Börse
FSE

-0,77 -0,86%
+89,07€
Chart von RENAULT S.A. ACTIONS PORT. EO 3,81
Flop 14: Renault
7 von 20

Die Konjunkturschwäche in China bereitet vielen Autobauern Sorgen. Der Chef des französischen Autokonzerns Renault hingegen zeigt sich davon weitestgehend unbeeindruckt. „Wenn es einen Autobauer gibt, dem die Situation in China keine Sorgen bereitet, dann sind wir es“, sagte Konzernchef Carlos Ghosn der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“. Die Anleger scheinen anderer Meinung zu sein. In den Sommermonaten rutschten die Renault-Aktien deutlich ins Minus.

Kursentwicklung: - 18,4 Prozent

Ganz anders hingegen sah es bei den anderen Autotiteln in der Frankfurter Benchmark aus. Diese waren im Zuge der amerikanischen Abgasaffäre in Sippenhaft genommen worden. Stark zeigt sich BMW, deren Papiere sich um 4,2 Prozent erholten. Die Aktie war im gestrigen Handel heftig abgestürzt – zeitweise um bis zu neun Prozent – nach einem Artikel des Branchenblattes Autobild über erhöhte Abgaswerte eines Dieselfahrzeug aus dem Hause der Münchener. Der deutliche Ausverkauf offenbarte die Nerven der Anleger, die weitere Enthüllungen auch bei den anderen deutschen Autobauern nicht ausschließen können. Konkurrent Daimler rückte indes am Freitag wieder 3,5 Prozent vor.

Die Entspannung begrenzte sich aber nicht nur auf das wichtigste deutsche Marktbarometer. Auch in der zweiten Frankfurter Reihe konnte sich die Lage beruhigen. Die Nebenwerte des MDax schlossen 2,6 Prozent fester bei 19.300 Zählern. Der TecDax rückte 3,1 Prozent vor auf 1738 Punkte. Der gemeinsame Leitindex der europäischen Währungsunion, der Euro-Stoxx-50 gewann insgesamt 3,3 Prozent und kam auf 3119 Punkte.

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