Börse Frankfurt
Dax dümpelt ins Wochenende

Nachdem selbst Mario Draghi nichts Neues zu erzählen hatte, waren die Märkte auf sich allein gestellt. Der deutsche Leitindex wankt, konnte sich aber fast halten. Eine Gratwanderung zwischen Langweile und Verunsicherung.

FrankfurtDer Dax ist zum Wochenausklang nicht vom Fleck gekommen. Zunächst hatten die Aktien mit leicht bis moderat fallenden Notierungen zu kämpfen. Spätestens am Nachmittag fing sich das wichtigste deutsche Börsenbarometer der Bundesrepublik und dümpelte danach nur so vor sich her. Nach der ernüchternden EZB-Ratssitzung und mauen Vorgaben fehlt dem Parkett der Drive. Der Dax schloss mit 10.147 Punkten auf einen Abschlag 0,1 Prozent. Er befindet sich damit zwar weit über den Tiefständen nach dem Brexit, aber die Unsicherheit bleibt.

Die Börsianer hattet erwartet, dass die europäischen Zentralbanker nicht unmittelbar neue Großmaßnahmen beschließen werden. Doch gehofft hatte man schon, dass Mario Draghi deutlichere Signale geben würde als es gestern der Fall war. Denn der EZB-Präsident vertröstete auf die nächste Sitzung im September. Es bräuchte zunächst eine Datenbasis, bevor die Währungshüter weitere Schritte beschließen könnten, so der Italiener. Man sei aber willens, das Anleihekaufprogramm so lange laufen zu lassen, wie es nötig sei.

Die Märkte reagierten gefasst auf die Neuigkeiten, die keine waren, und legten im Späthandel zu. Dass die Kurse am Freitag zeitweise nachgaben lässt darauf schließen, dass die Marktakteure weiterhin verunsichert sind. Die Tristesse ist trügerisch. Trübt sich die Stimmung ein, könnten die Kurse schnell unter Druck geraten.

Viel hat sich an der aktuellen Lage nicht geändert. Zwar gehen nahezu alle Experten von negativen Folgen des Brexits auf die Konjunktur aus. Doch wie spürbar diese sein werden ist noch unklar. Es fehlen schlicht belastbare Daten. Nicht nur deswegen schauen die Anleger in der laufenden Berichtssaison genauer hin bei den Geschäftsausblicken. Auch die aktuellen Konjunkturdaten stehen im Fokus. Und die konnten heute positiv überraschen.

So steckt die deutsche Wirtschaft den Brexit-Schock bislang gut weg. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft kletterte im Juli um 0,9 Punkte auf ein Jahreshoch von 55,3 Zählern. Das teilte das Institut IHS Markit zu seiner Umfrage unter 1000 Dienstleistungs- und Industrieunternehmen mit. Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang auf 53,7 Punkte gerechnet.

Nicht nur in Frankfurt machten Investoren Kasse. Auch der Leitindex der Währungsunion, der Euro-Stoxx-50, veränderte sich wenig. Mit 2971 Punkten schloss er 0,1 Prozent im Plus. Die deutsche Nummer zwei, der MDax, notierte 0,1 Prozent stärker bei 20.129 Punkten. Der TecDax stieg 0,4 Prozent auf 1674 Stellen. Am Devisenmarkt werter der Euro etwas ab und blieb somit unter der Marke von 1,10 Dollar.

Das britische Pfund hingegen stürzte regelrecht ab. Die Währung der Insel verbilligte sich um ganze 1,3 Prozent und war für 1,3082 Dollar zu haben. Grund waren Konjunkturdaten, die nichts gutes für die abschiedswilligen Briten bereit hält. Mehrere Indikatoren deuten auf eine Rezession hin.

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